1.Tiere sind keine Sachen, sondern müssen als fühlende Mitgeschöpfe weltweit
anerkannt werden. Es ist unsere Aufgabe, dazu maßgeblich beizutragen.
Die Voraussetzung zu diesem
maßgeblichen Beitrag ist, dass Gut Aiderbichl im deutschsprachigen Raum über
eine beispiellose Medienpräsenz verfügt. Dies gelingt durch die Doppelstrategie
unserer Medienpolitik. Einerseits erleichtert die Möglichkeit, das Gut mit
seinem Erfinder zu identifizieren, den Zugang. Deshalb ist es erfreulich, dass
die Öffentlichkeit sich so beispiellos für Arbeit und Denken Michael Aufhausers
interessiert und er seine Ideen in zahllosen TV-Auftritten und durch seine
Publikationstätigkeit in Zeitungen und Büchern erklären kann. Andererseits
verhelfen Prominente, Mitarbeiter des Gutes und viele ehrenamtliche
Aiderbichler in großem Maß zur Verbreitung. Nur durch diese Tatsache, dass
Menschen aus unterschiedlichsten Schichten, also in Teilen die ganze
Gesellschaft für Aiderbichl einsteht, konnten wir auch alle Teile der
Gesellschaft erreichen – und damit diese Breite der Akzeptanz.
2. Die Tatsache, dass Tiere
keine Sachen sind, muss in der Rechtssprechung genau den Stellenwert
bekommen, der ihr von der Natur aus zusteht.
Als die hiesige
Landesregierung, durch eine Initiative von Gut Aiderbichl angeregt, im Jahr
2002 dem Tier Verfassungsrang als Mitgeschöpf einräumte, war das der Beginn
einer Entwicklung, die Gut Aiderbichl vielerorts fortsetzt. Diese Projekte
begleiten wir zwar diskret aber intensiv, und freuen uns gemeinsam mit allen Menschen
und Tierfreunden sowie den Entscheidungsträgern, wenn Meilensteine in die
richtige Richtung gesetzt werden. Wir drängen auch darauf, per Gesetz zu
verhindern, dass sich jeder ohne Auskunftspflicht und den Nachweis
entsprechender finanzieller Möglichkeiten ein Tier zulegen kann.
3. Gut Aiderbichl muss Aufklärungsarbeit
leisten, was heißt, auf Missstände hinzuweisen, allerdings niemals ohne bessere
Lösungen vorzuschlagen. Dies alles im Sinne unseres Credos, wonach die
Humanität beim Menschen nicht enden darf. Dazu müssen wir uns zunächst selber
und gegenseitig achten und alles, was lebt: auch die Tiere, die Pflanzen, die
gesamte Natur. Dazu bedarf es mehr als der Mundpropaganda: Presse, TV, Bücher,
Internet.
Wir haben bereits viel
erreicht. Es gibt eine wöchentliche Kolumne von Michael Aufhauser in der
Münchner Tageszeitung „tz“ und ebenda jede Woche die „Akte Tier“. Auch in der Krone erscheinen ähnliche Berichte. Es gab eine
Fernsehserie über „Die Tierretter von Aiderbichl“, Filme wie „Ein Paradies für
Tiere“, die alljährliche Weihnachtssendung „Weihnachten auf Gut
Aiderbichl“ (Eurovision schon das fünfte Jahr), dazu Beiträge in
TV-Magazinen, viele mehrseitige Reportagen in Printmedien, Talkshow-Auftritte
und Rundfunksendungen. Jährlich erfahren auf diese Weise viele Millionen im
deutschsprachigen Raum von unserem Anliegen: Riskieren wir, Menschen zu sein, und
die Natur wird es uns danken.
4. Es geht darum zu
zeigen, dass Tiere Biographien haben, Lebensgeschichten, nicht selten
schwierige. Dies zeigen wir auf den Aiderbichl Höfen, damit unsere Besucher
darüber nachdenken, wie man mit Schwächeren umgeht. Wir erinnern an die
Wertvorstellungen unserer Kultur – Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Demut – und
weisen damit darauf hin, dass sie auch Werte des menschlichen Lebens bleiben
müssen.
Der Symbolwert unserer
Tierrettungen wird in Fotos und Filmen einer großen Öffentlichkeit vermittelt.
Im Einzelnen sind die Aktivitäten, tausenden von Tieren zu einer neuen Chance
zu verhelfen, mit großen Mühen und Kosten verbunden. Aber durch die mediale
Verbreitung, unsere Führungen auf Aiderbichl und Michael Aufhausers
Internet-Tagebuch ist die aufklärende Wirkung groß. Deshalb ist es für alle
Tiere ein Gewinn, wenn wir so viele wie möglich in unseren Schutz nehmen,
obwohl allein für nur 300 Pferde im Lauf von zehn Jahren rund 15 Millionen
Euro Kosten anfallen. Aber Helfen heißt Geben und Geben macht glücklich.
Derzeit können unsere Aiderbichler auf über 20 Videokameras weit über 700 Tiere
täglich beobachten, und alle Höfe sind 365 Tage im Jahr geöffnet.
5.
5. Auf Aiderbichl haben alle Tiere die Möglichkeit, sich nach ihrer Art und Weise
zu präsentieren, also ohne Druck und Leistungszwang.
Gut Aiderbichl bricht die
Rahmen veralteter Ansichten in Bezug auf Unterwerfung des Tieres. Ketten,
Käfige, Sporen, Gerten und Schlagstöcke waren von Anfang an auf Gut Aiderbichl
verboten. Die Tiere haben es uns gedankt, indem sie sich von einer Seite
präsentieren, wie wir sie selbst noch nicht gekannt haben. Annähernd eine
Million Besucher haben es während der letzten Jahre hautnah erlebt, wie Esel,
Ziege, Kuh und Pferd in gleicher Augenhöhe auf Aiderbichl kommunizieren. Dabei
verzichten wir bewusst darauf, jungen Tieren den Vorrang zu geben oder Tiere zu
dressieren.
6. Es geht darum,
Hintergrundwissen über unsere Tiere zu bieten, besonders über die so genannten
Nutztiere, über deren Haltung, Züchtung und Transport, wobei wir keine
negativen Schlagzeilen auslösen wollen, sondern ein Umdenken aller.
Das erreichen wir Schritt
für Schritt nicht nur mit Presseformaten wie der „Akte Tier“, sondern auch vor
Ort mit Hilfe unserer Gutsführer. Mit Info-Tafeln und Broschüren geben wir
Einblick in eine Welt, von deren Elend viele nichts wissen. Wenige wissen z.B.,
dass ein Masthuhn mit 29 Tagen schlachtreif ist und dass Arzneimittel zu seiner
täglichen Kost gehören… Aber wir stellen die Veränderbarkeit dieser
Verhältnisse dar, wir wollen unsere Besucher mit positiven Gedanken entlassen.
Denn es geht um einen Aufbruch in bessere Zeiten.
7. Die Aiderbichl Betriebe,
integer, mit hohen Ansprüchen an die Haltung und attraktiv für Besucher, müssen
transparent und betriebswirtschaftlich erfolgreich geführt werden. Es geht
darum, junge Teams im Bereich Landwirtschaft und Tierhaltung zu schaffen und
deren Entwicklung einzigartig zu fördern. Wir wollen durch Jahreskarten und
Patenschaften eine Organisation mit vielen Mitstreitern werden, die eine
sichere finanzielle Basis hinter sich hat.
Gut Aiderbichl hat sich
entschlossen, soweit als möglich die enormen Unterhaltskosten für seine
Schützlinge größtenteils selbst zu erwirtschaften. Mehr als 50 fest angestellte
Mitarbeiter auf fünf Höfen sorgen rund um die Uhr mit einer legendären
Tierhaltung für über 700 Tiere, wovon zwei Drittel Großtiere sind. Ein weiteres
großes Team erwirtschaftet die notwendigen Mittel durch die erfolgreiche Arbeit
in den Bereichen Gastronomie, Merchandising, dem Verkauf von Jahreskarten
(„Patenschaften“) und Tourismus. Das hingebungsvolle Engagement erzielt zwar
keine Gewinne, deckt aber beinahe 70 Prozent der anfallenden Kosten. Hält man
die Tiere so wie wir, kostet jeder Tag über 11.000 Euro. So ist Gut Aiderbichl
in der Zwischenzeit ein moderner Betrieb und ein wichtiger Arbeitgeber
geworden. Mit dem Fleiß und der innovativen Vorgehensweise unserer Mitarbeiter
gehen wir davon aus, dass wir eines Tages unser Ziel, eine schwarze 0 zu
schreiben, erreichen werden. Sollte es uns gelingen, Überschüsse zu
erwirtschaften, werden wir diese in weitere Institutionen investieren. |