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Muss Kuh Circe springen können?

 

Sand wirbelt durch die Arena. Ein Mann und eine Frau reiten stehend auf je zwei Pferden, Akrobatik auf dem Rücken von Tieren also. Aber nicht nur Menschen reiten auf Pferden in dieser Arena. Auch ein Hund fühlt sich pudelwohl auf Pferd Lincoln und schließlich balanciert auch Ziege Peterli auf dem Rücken des Pferdes, ohne zu stürzen.


Das erinnert von fern gleich an die „Bremer Stadtmusikanten“, jenes Volksmärchen, das uns die Brüder Grimm aufgezeichnet haben. Dort haben vier Tiere – Hahn, Katze, Hund und Esel – eine lebende Tierpyramide gebildet und damit die bösen Räuber vertrieben, die sich darüber fast zu Tode erschreckten.
Über die Akrobatik auf Lincolns Rücken erschrak niemand. Sie traf eher auf bewundernde Zuschauer – als kleine Attraktion anlässlich der Zentralschweizer Frühlingsmesse in Luzern. Dort machten die Pferde auch „sitz“, nur die springende Kuh Circe kränkelte und wurde geschont.


Es gehörte schon immer zur Unterhaltung der Menschen, Tiere zu dressieren, sie zu unnatürlichen, oft schmerzhaften sogenannten Kunststücken zu zwingen, wie in dieser „Tierschau“. Noch immer gehört diese meist sinnlose und an Hohn grenzende Quälerei zum fixen Programm auch mancher Zirkusse. Die Tiere können auf den langen Reisen und dem engen Raum schwerlich artgerecht gehalten werden. Und jede Schau-Dressur dieser Art beginnt als Zwang und kann in Gewalt enden. Oft werden auch Elektroschocker eingesetzt oder Medikamente verabreicht, um die Schautiere gefügig zu machen. Was sich in der Show als Triumph gebärdet, ist ganz umgekehrt sehr oft Erniedrigung. Eigentlich sollen Tiere dabei lernfähig und klug aussehen. Wer aber ihre eigentlichen Fähigkeiten kennt, weiß: Sie sind klüger.


Am Beispiel der in Großaquarien und Zoos gehaltenen Delphine, ist die Dressur weltweit in Verruf gekommen. Immer mehr, aber natürlich ganz und gar nicht ausreichend viele Menschen haben begonnen, diese Dressurshows unbesucht zu lassen. Die meisten Delphine leiden unter der Vereinsamung in der Gefangenschaft, dem Stress der Vorführungen, der Musikbeschallung und dem Lärm des Publikums. Gegen ihre Depressionen werden bisweilen Psychopharmaka verabreicht. Die Tiere entwickeln tödliche Krankheiten wie Lungenentzündung oder Magengeschwüre. Manche Delphine begehen sogar Selbstmord, indem sie bewusst ihre Atmung einstellen.


Auch Zirkustiere entwickeln oft schwere Verhaltensstörungen. Auf Gut Aiderbichl haben wir mehr als 40 Zirkustiere aufgenommen. Am bekanntesten wurde anfangs ein großer, stolzer, schwarzer Hengst, folglich „Der Schwarze“ genannt, der inzwischen leider verstorben ist. Dazu kamen neben Ponys auch die Lama-Dame Tamka und die inzwischen schon berühmte und auch geliebte Kameldame Franziska auf dem Gut Aiderbichl Iffeldorf bei München.
Sie alle müssen nun nicht mehr für Menschen den Clown spielen und keine Erwartungen mehr erfüllen. Es genügt, dass sie da und sie selber sind. Pferde, Ponys, Lama, Kamel. So wie wir es auf Gut Aiderbichl eben halten, um beispielhaft ein bisschen mehr Miteinander und gegenseitiges Verstehen für überall zu erreichen.

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