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Urlaubsopfer

Die Familienkutsche steht bereit, die Koffer sind schon drin. Urlaub! Auch der Hund freut sich: Endlich raus aus der Stadt! Laufen können und kontakten. Aber schon bald bleibt der Wagen am Straßenrand stehen. Herrchen öffnet die Tür und wirft ein Stöckchen in großem Bogen weit in die Wiese. Und der Hund darf es holen. Er läuft und läuft und sucht. Als er mit dem Stöckchen zwischen den Zähnen zurückkommt, ist der Wagen weg. Verlassen sitzt der Hund am Straßenrand und wartet auf sein Herrchen. Er kann nicht glauben, dass er verlassen worden ist.

Wenn jetzt die Sommerferien beginnen, werden sich solche traurigen Szenen wiederholen. Man wird Tiere auf Parkplätzen oder am Straßenrand aussetzen, an Laternenmasten oder Papierkörben anbinden, im Zug zurücklassen oder in Mülltonnen verstecken. Rund um den Haupturlaub trifft es jährlich fast 70.000 Haustiere. Nicht nur Hunde und Katzen, auch Kaninchen, Meerschweinchen, Schildkröten oder Vögel, die nicht in der Lage sind, auf sich selbst gestellt zu überleben. Außerdem gelten freilaufende Hunde oder Katzen als wildernde Tiere und dürfen erschossen werden. Aber das stört manche nicht, wenn nur noch der Urlaub zählt.

Schnell wird dann das Tier, das gerade noch zur Familie gehörte, zur Last, die man Hals über Kopf entsorgt. Nicht einmal eine Tierpension wird ihm gegönnt und um Reisebedingungen im Ausland wird sich nicht gekümmert. In Amerika gibt es mancherorts Container, in die man seinen Hund einfach wie Müll lebendig hineinwerfen kann. Alle zwei Tage kommt ein Tierarzt vorbei und spritzt die Container-Tiere tot. Wenn es wieder einmal passen sollte, kann man sich ja einen neuen Hund kaufen.

Bei uns auf Aiderbichl nimmt die Zahl der ausgesetzten Tiere von Jahr zu Jahr zu. Früher waren es nur Hunde, Katzen oder Kaninchen, mittlerweile entsorgt man sogar Ziegen, wie erst kürzlich auf unserem Deggendorfer Gut. Vor der Pforte von Gut Aiderbichl Iffeldorf stand eben erst eine Reisetasche mit drei Kaninchen. Ein süßes Katzenbaby ließ man alleine auf der Straße sitzen, und auf dem Moosfeldhof wurde eine Gans in einem zugeschnürten Sack abgelegt. In einem Karton fanden wir drei Meerschweinchen, und vor ein paar Tagen saß vor unserem Salzburger Büro eine Wasserschildkröte.

Aber jetzt mit den Sommerferien beginnt die „Saison“ erst richtig. Obwohl sie unsere Freunde sind, wird man sie wieder aussetzen. Erneut wird man sie im Stich lassen. Herzlos, skrupellos und verantwortungslos. Bitte spenden Sie für unsere Fundtiere, damit sie auf Aiderbichl leben können, ohne jemals wieder verlassen zu werden.

Rapunzel
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