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Abschied von unserer geliebten Lucy

Gestern Abend, am Freitag, dem 24. Februar 2017, ist unsere Lucy über die Regenbogenbrücke gegangen. Die ursprünglich aus Spanien stammende Hündin lebte seit mehr als 14 Jahren unter unserem Schutz. Sie verbrachte ein glückliches Leben an der Seite von Michael Aufhauser und Dieter Ehrengruber. Wir sind unendlich traurig. Lesen Sie hier den Nachruf von Dieter Ehrengruber...

Abschied von meiner geliebten Lucy

von Dieter Ehrengruber

Unsere geliebte Lucy (geb. 2000, verstorben am 24.02.2017)

Unsere Lucy (16) war eine "Mitbegründerin" von Gut Aiderbichl. Tierfreunde hatten sie damals aus einem spanischen Tierheim gerettet, doch Lucy war so traumatisiert, dass sie schließlich zur Aiderbichlerin wurde. Sie gehörte zur Rasse der spanischen Jagdhunde, für die es in Spanien teils recht merkwürdige Vorbereitungen auf ihre Aufgaben gibt. So lässt man sie dort einfach längere Zeit hungern, damit sie ganz schnell die Fährten von Hasen oder Fasanen aufnehmen. Diese "Vorbereitungen" haben Lucy bis zuletzt geprägt. Ihr Hunger schien unstillbar - als wollte sie für "schlechte Zeiten" vorsorgen. Ein weiteres Trauma war ihre Panik vor lauten Geräuschen, wie zum Beispiel Kirchenglocken oder Feuerwerk. Hörte sie nur im Fernsehen Kirchenglocken, so bekam Lucy gleich Angst und versteckte sich.

Feuerwerk, Gewitter und Kirchenglocken machten Lucy Angst...

Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, als Lucy damals zu uns kam. Ihr Schicksal berührte mich und von Anfang an verband uns etwas Besonderes. Lucy begleitete Michael und mich überall hin. Sie liebte die Ausflüge nach Gut Aiderbichl und mit ihrer freundlichen, liebevollen Art zog sie jeden in ihren Bann. Sie war es auch, durch die DJ Ötzi 2004 auf Gut Aiderbichl Henndorf seine Angst vor Tieren überwinden konnte. Michael Aufhauser zeigte ihm, dass kein Tier von Natur aus böse ist und ganz zögerlich überwand DJ Ötzi schließlich seine Furcht und streichelte Lucy. Ein Moment, der ihm und uns immer in Erinnerung bleiben wird.

Im Jahr 2004 überwindet DJ Ötzi seine Furcht vor Tieren und streichelt Lucy...

Lucy liebte das "Miteinander". Sie genoss das Spielen mit ihren Freundinnen Jeanny, Snoopy, Rikki und Lulu, und gönnte sich danach gerne ein Nickerchen in der Sonne. Lucy war mit ihrer fürsorglichen Art etwas ganz Besonderes - auch für meine Tochter Laura. Lucy liebte Laura über alles und wich ihr von Anfang an nicht von der Seite. Sie schienen förmlich auf einander aufzupassen und beide verband eine besondere Freundschaft.

Laura und Lucy im Garten...

Natürlich machten sich auch bei Lucy mit zunehmendem Alter die ersten Wehwehchen bemerkbar. Alles ging etwas langsamer und Lucy war nicht mehr ganz so stürmisch. Aber Lucy verlor in keiner Minute ihre Freude am Leben - im Gegenteil. Sie freute sich über jeden Tag und zeigte uns, wie schön es sein kann, das Leben einfach nur zu genießen. Und wir freuten uns jeden Tag darüber, dass wir ein Teil von Lucys Leben sein durften.

Lucy hatte zu Michael Aufhauser immer eine ganz besondere Beziehung. Sie wich ihm kaum von der Seite und nach seiner schweren Erkrankung im Mai 2015 fokussierte sie sich noch stärker auf mich. Lucy nahm meine Freuden und Sorgen sofort wahr - sie kannte mich in- und auswendig. Und gerade in schweren Zeiten gab sie mir wieder Hoffnung und Kraft.
In der vergangenen Woche bemerkte ich, dass Lucy zunehmend an Kraft verlor. Sie mochte nicht mehr recht fressen und wollte dann, nach einem kurzen Gassi, lieber wieder zurück in ihr warmes Körbchen und schlafen. Ich ahnte, dass uns nicht mehr viel Zeit bleiben würde. Wir verwöhnten sie mit allen Leckereien und genossen jede Stunde, die uns mit ihr blieb.
Am Freitagmorgen dann musste ich zu einem Termin nach Niederösterreich. In der Früh sah ich nach Lucy. Friedlich lag sie in ihrem Körbchen, hob den Kopf und sah mich an. Sie war müde, aber litt keine Schmerzen. Dennoch besorgt machte ich mich auf den Weg. Ich wusste, dass immer jemand in Lucys Nähe war, um nach ihr zu sehen, aber dennoch galten meine Gedanken meiner geliebten Lucy. Ich machte mich nach dem Termin schnell auf den Rückweg, und als ich am Nachmittag wieder in Salzburg war, galt mein erster Weg Lucy. Sie sah mich an und ich wusste, dass nun der Zeitpunkt des Abschieds gekommen war. Ich ließ die vielen Jahre mit Lucy in Gedanken Revue passieren während ich sie streichelte und ihr zusprach. Sie war ganz ruhig und atmete schwer. Ich rief den Tierarzt, um Lucy bei ihrem letzten Gang zu helfen - sie sollte nicht leiden müssen.

Das letzte Foto meiner geliebten Lucy...

Meine letzten Worte an Lucy...

"Liebe Lucy, ich habe noch nie zu einer Hündin eine Beziehung gehabt, wie zu Dir. Ich glaube, mich vor nichts mehr gefürchtet zu haben, wie vor dem, was nun passieren musste. Dein Schicksal und wie Du damit umgegangen bist, ist beispiellos. In einer großen Hundegruppe hast Du niemals Deinen Rang in Frage gestellt. Und in keinem einzigen Fall warst Du aggressiv oder egoistisch. Deine Augen haben immer verständnisvoll die Welt um Dich herum wahrgenommen. Du hast nie angeklagt und warst dennoch unübertroffen in der Würde, mit der Dich die Schöfpung ausgezeichnet hat. Das haben alle, die Dich umgeben haben, gespürt und Dich entsprechend mit Respekt behandelt. Du warst immer die "Chefin" der ganzen Hundefamilie. Das Trauma Deiner Vergangenheit hat Dich immer wieder eingeholt, doch auch wenn Du dann manchmal Anst hattest, wie an Silvester oder bei einem Gewitter, dann haben Dich die anderen Hunde in ihre Mitte genommen um Dir zu zeigen, dass Du nicht alleine bist. Du warst am längsten an Michaels und meiner Seite, und nach der schweren Erkrankung von Michael wurde unsere Verbindung noch stärker. Du hast mir mit Deiner besonderen Art aus Deinem Leben erzählt und mir in vielen aussichtslosen Momenten wieder Kraft gegeben und gezeigt, dass es sich immer lohnt, zu kämpfen. Du hast meine Freuden und Sorgen besser wahrgenommen, als jeder Mensch. Laura, meine Tochter, ist mit Dir aufgewachsen und durch Dich und Deine sanftmütige Art hat sie gelernt, dass auch Tiere eine Seele haben und es verdienen, dass wir uns um sie sorgen und sie pflegen. Du hast uns beiden mit Deiner Geduld und Deinem Einfühlungsvermögen eine ganz besondere Seite von Dir gezeigt. Wir sind dankbar, dass wir ein Teil Deines Lebens sein durften. Verzeih mir, dass ich Dir nicht noch mehr Zeit persönlich schenken konnte. Aber ich weiß, dass jeder Tag für Dich ein ein unvergessliches Erlebnis war. Dafür danke ich den Mitarbeitern und Aiderbichlern, die dafür Sorge getragen haben. Jetzt habe ich Dich aufgebahrt in Deinem Garten, den Du so geliebt hast, damit sich Deine Seele von Deinem Körper lösen kann. Eine kleine Urne wird mir helfen. Du brauchst keine Hilfe mehr und bist schon bald in einer Welt, die viel schöner ist als unsere. Danke, dass Du uns so viel Liebe geschenkt hast!"

Dein Dieter

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