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Bärli, die liebenswerte „Wackelkatze“.

 

Ein ungewöhnlich schön gezeichnetes Kätzchen. Aus ihrem schmalen Gesicht leuchten zwei bernsteinbraune Augen. Ganz ruhig liegt sie auf Ihrer Decke und nichts weist darauf hin, dass sie anders als andere Katzen ist.

Doch spätestens dann, wenn sie voller Freude kommt, um ihre Streicheleinheiten einzufordern oder um die Tierpfleger zu begrüßen, dann wird das ganze Ausmaß ihrer Krankheit deutlich.

„Ist die Katze betrunken?“ Solche und ähnliche Fragen wurden uns schon gestellt,  der schwankende und unkontrollierte Gang von unserer kleinen Bärli lässt es den ein oder anderen vermuten. Wenn Bärli aufsteht um zu spielen, zu fressen oder einfach nur die Welt zu entdecken, wirkt es abenteuerlich, für manchen durchaus auch befremdlich. „Das arme Tier“ wird uns dann gesagt.

Tapsig, breitbeinig mit überschießenden Bewegungen ihrer einzelnen Gliedmaßen. Sie hat Gleichgewichtsprobleme und ihr Kopf wackelt. Sie wirkt „unrund“ – irgendwie nicht „richtig“.

Bärli leidet an Ataxie, einer unheilbaren Schädigung des zentralen Nervensystems. Ihre Mutter hat sich während der Trächtigkeit mit dem Felinen Parvovirus, bekannt unter dem Namen „Katzenseuche“, infiziert. Dies führt zu einer Schädigung des Gehirns der ungeborenen Jungen und äußert sich später in fehlkoordinierten Bewegungen. Viele Menschen belastet der Anblick eines behinderten Tieres außerordentlich. Man verbindet damit Schmerzen, Ungemach, ein unglückliches oder „nicht lebenswertes“ Leben.

Der Anblick, die erste Wahrnehmung, veranlasst viele dann dazu, ein Tier wie Bärli von seinen vermeintlichen Leiden zu „erlösen“. Aber Handicaps gehören zum Leben dazu und spielen für die Tiere meist gar keine so große Rolle, wie wir das vielleicht glauben. Akzeptieren wir die Andersartigkeit und schauen genauer hin, dann werden wir lebensfrohe und glückliche Tiere sehen – auch, oder gerade mit Handicap. 

 

So wie Bärli! Sie ist eine Kämpferin und hatte das große Glück, in kundige Tierarzt-Hände zu gelangen. So entging sie der Euthanasie und durfte mit ihren knapp vier Monaten auf Gut Aiderbichl Henndorf einziehen. Durch die liebevolle und sachkundige Betreuung unserer Tierpfleger und durch die auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Umgebung kann sich Bärli sicher bewegen und das Leben kennenlernen. Bärli hat innerhalb kürzester Zeit eine Freundin gefunden - Mini Luna - mit der sie jeden Tag, rund um die Uhr Zeit verbringt.

 

Bärli und Mini Luna, zwei ziemlich beste Freunde

 

Jeden Tag trainiert sie fleißig und arbeitet daran, selbstständiger zu werden und das großer Motivation. Mit dem Laufen und dem Essen klappt es schon ganz gut. Mit dem Trinken ist es noch schwieriger. Um sicherzustellen, dass Sie genug Flüssigkeit zu sich nimmt, bekommt Bärli daher mehrmals am Tag ein Fläschchen angeboten.

Unsere Bärli ist eine ganz besondere Katze die ganz besondere Herausforderungen an uns stellt. Aber sie ist auch eine große Schmuserin und mit ihrer ungewöhnlichen Art erobert sie jedes Herz im Sturm. Das hat so manchen Aiderbichler Mitarbeiter schon dazu gebracht, auch mal zehn Minuten länger als geplant bei ihr zu bleiben oder auch nach dem Arbeitstag einen Abstecher zu Bärli zu machen, um mit ihr zu spielen, zu kuscheln oder einfach nur ihre Nähe zu genießen. Bärli spürt das und hat ihre Menschen in ihr überaus großes kleines Herz eingeschlossen.

Manch einer denkt, dass Bärli mit ihrem Handicap eine Belastung ist, ganz im Gegenteil! Bärli ist eine unglaubliche Bereicherung! Sie zeigt jeden Tag, dass viele zuvor für unmöglich gehaltene Dinge doch möglich sind, wenn man nur will. Sie ist voller Mut und verzaubert jeden, der sie sieht mit ihrer liebevollen, neugierigen und lebensfrohen Art.

Wir Menschen neigen oft dazu, uns Grenzen durch unsere Gedanken zu setzen, die eigentlich nicht vorhanden sind. Denn oft sehen wir das Augenscheinliche als schlimm an, obwohl es doch so wundervoll, einzigartig und besonders sein kann. Wie unsere Bärli.

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