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Das Ende der Legende vom dummen Huhn

Gut, dass die Stallpflicht für Hühner und Geflügel überhaupt, die man wegen der Vogelgrippe ausrief, kürzlich weitgehend gefallen ist. Wo sie freilaufend sind, kann man sie jetzt wieder picken sehen oder gackern und krähen hören. Nirgendwo hätte man sonst ein Huhn entdeckt. Nur ihre Eier, bunt gefärbt als Teil unseres Osterschmucks, versteckt auf den Wiesen oder gesammelt in grün gefärbten Nestern aus Stroh. War vielleicht wirklich zuerst das Ei da? Bevor dann das Huhn kam?

Wir wollen an Ostern, ganz abgesehen von der frohen Botschaft des Festes und der Osterfreude überhaupt, nicht vergessen, den Hühnern unseren Respekt zu erweisen. Da mögen die Comedian Harmonists ruhig singen: „Ich wollt, ich wär ein Huhn… Ich brauchte nicht mehr ins Büro, ich wäre dämlich, aber froh.“ Das dumme Huhn ist längst Legende.

Nach jüngeren Forschungen verfügen Hühner über ein sehr ausgeprägtes Sozial- und Kommunikationsverhalten, begegnen Hennen ihren Küken mit Empathie und können Problemstellungen logisch lösen. Sie können sich mit über 30 verschiedenen Lautäußerungen verständigen und bis zu 100 Artgenossen wiedererkennen.

Im Übrigen empfehlen Vogelforscher wie der in solchen Fragen führende Professor Peter Berthold und Kollegen, auch die Stallpflicht zu überdenken, weil sich die Vogelgrippe sehr wahrscheinlich nicht durch Zugvögel überträgt. Man hat daran bereits begründete Zweifel und hält die Seuche für eine Folge globaler Massentierhaltung.

Als deren beklagenswerte Opfer sind uns die Hühner in den Legebatterien hinreichend bekannt geworden, als schreckliche Beispiele der geschundenen Kreatur. Was wir als Verbraucher tun können, ist weiterhin genau die Kennzeichnung der Eier zu beachten: „0“ für Bio-Haltung, „1“ für Freilandhaltung, „2“ für Bodenhaltung, und „3“ für Käfighaltung. Der Tierschutz beginnt dort, wo der Verbraucher verantwortungsbewusst entscheidet und richtig von den Verantwortlichen informiert wird.

Auf unseren Aiderbichler Gütern versorgen wir viele Hühner und Hähne, dazu noch Enten, Gänse, Puten, Schwäne und Tauben. Wir haben auch Hühner aus Mastbetrieben übernommen, die so gezüchtet werden, dass sie nach 25 Tagen schlachtreif sind.

Geschlachtet werden also Hühnerbabys, deren Fleisch besonders billig verkauft wird. Wir haben einige dieser „Turbohähnchen“ unter tierärztlichen Schutz gestellt, sodass sie solange wie möglich beschwerdefrei leben konnten. Die Lebensdauer ist aber sehr begrenzt, weil sie sich durch die gewinnbringende Fehlzüchtung nach einiger Zeit kaum noch auf den Beinen halten können. Qualzucht und Qualhaltung bleiben einander nichts schuldig.

Auch unserem Gründer Michael Aufhauser ist das Schicksal der Hühner ein besonderes Anliegen. Wenn wir uns an Ostern auf Aiderbichl treffen, werden wir nicht vergessen, uns für das schützenswerte Leben dieser großartigen Tiere einzusetzen und ihre Fähigkeiten und Vorzüge zu feiern! Ein Umdenken hat bereits begonnen.

Es ist nicht das Anliegen Aiderbichls, vor allem den Missständen nachzutrauern, sondern der Besserung einen Weg zu bahnen. Wir wünschen frohe und besinnliche Ostern und hoffen auf ein gutes Wiedersehen auf unseren Gütern beim Fest der Hoffnung.

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