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Das Leben mit unseren Ex-Labor-Schimpansen

Für unsere Aiderbichler Tierpfleger ist es selbstverständlich, den Kontakt zu unseren geretteten Tieren, egal ob Pferd, Esel, Schwein, Rind, Hund oder Katze, zu suchen. Doch im Gut Aiderbichl Affen Refugium ist das nicht so möglich. Renate, Bettina und ihr Team dürfen ihre Schützlinge niemals berühren. Unmittelbare Nähe verhindern Gitter und Panzerglas. Denn die Begegnung mit einem erwachsenen Schimpansen wäre lebensgefährlich. Als Renate Foidl damals, vor zwei Jahrzehnten, im Zuge eines Tierpfleger-Schulbesuches unsere Schimpansen kennenlernte, schlug förmlich ein Blitz in ihr Leben ein. Sie beschloss und versprach den Schimpansen, für sie zu arbeiten und sie niemals zu verlassen. Sie hat Wort gehalten, auch während der Zeit zwischen 2004 und 2009, als die Schimpansen zur Konkursmasse des Safariparks Gänserndorf gehörten. Immer begleitet von der Angst, was aus ihren Schimpansen werden wird. Unsicherheit vor Augen, dass jeder Monat der letzte für sie und ihren Einsatz bei ihren Schützlingen sein könnte. Mit ihr, aber auch mit der Primaten-Pflegerin Bettina, sowie den Mitarbeitern, haben die Schimpansen richtig Glück gehabt. Diese Frauen haben ihnen eine Stimme verliehen. Und sie kämpfen für sie. Sie haben den Tieren einen großen Teil ihres Lebens gewidmet.

Und so etwa sieht der Tagesablauf im Gut Aiderbichl Affen Refugium aus: Nach der Tagesbesprechung der Mitarbeiter gibt es ein ausgiebiges Frühstück für die Tiere im Wohnraum, bestehend aus exotischen Früchten und saisonalem Obst. Das Frühstück kann aber auch in geräumigen Futterboxen gegeben werden, dann ist der Wohnraum frei zur gründlichen Reinigung. Meist steht am Vormittag auch ein Beschäftigungsprogramm auf dem Plan. Immer wieder geht es um die Förderung von Resozialisierung, Enrichment etc. Medikamente müssen bei Bedarf verabreicht werden und vieles mehr. Eine ständige Kontrolle der Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit ist genauso wichtig wie die Beobachtung des Zustandes der Gitter und die Säuberung der Panzerglasscheiben, der Futterküche, und so weiter. Zwischen 12–13 Uhr gibt es dann das Mittagessen. Während die Schimpansen den Nachmittag genießen, erledigen die Pflegerinnen Allfälliges, wie Buchhaltung, Bestellungen, Notizen über Verhaltensbeobachtungen und bieten Enrichmentaufgaben an. Am frühen Abend gibt es etwas, worauf sich die Schimpansen besonders freuen. Einen halben Liter Milch und dazu eine ausgewogene Vollwertkost mit einer reichlichen Auswahl an Früchten und Gemüse. In der Dämmerung legen sie sich dann auf ihre selbst gewählten ausgesuchten Plätze und Nester, die sie sich selbst gemacht haben. Ganz wichtig ist für sie die tägliche Routine, zu der seit September 2011 auch der tägliche Gang in die großzügigen Freianlagen gehört. Hier können die Ex-Labor-Schimpansen ihre wiedergewonnene Freiheit genießen, klettern, groomen oder einfach nur die Sonnenstrahlen genießen.
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