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Der frisierte Pudel

Auf einem kleinen Tischchen steht ein Hund. Die Rasse kann man nicht erkennen, weil sich gleichzeitig drei Menschen mit ihm beschäftigen und ihn fast verdecken. Die einen halten ihn, wie es scheint, sehr vorsichtig und vielleicht liebevoll fest. Anzunehmen, dass sie Herrchen und Frauchen sind. Ein Dritter macht sich am Kopf des Hundes zu schaffen, sein Zugriff wirkt geschmeidig, als ob er Übung hätte im Umgang mit Hunden.

Die Szene ist auf einem Foto dokumentiert, aus dessen Unterzeile man erfährt, dass es sich bei dem einzelnen Herren um einen „Zuchtrichter“ handelt, der den „Zahnstand und die Vollständigkeit der Zähne“ des Hundes prüft. Das heißt, da findet eine „Hundeausstellung“ statt, also eine Veranstaltung von Zuchtverbänden für Rassehunde zur Darstellung ihrer Zuchterfolge.

Da geht es dann nicht mehr einfach um den Hund als solchen, um den Hasso oder die Trixi, da geht es ums Detail. Wenn da bei einem noch so kleinen Hund zum Beispiel ein winziges Zähnchen auch  nur ein bisschen schief sitzt vielleicht, dann ist er aus, der Traum vom Championtitel - dann muss dieser Vierbeiner ganz ohne Glanz wieder heim auf die Hundewiese zu den anderen, die vielleicht ebenfalls Zahnfehlstellungen aufweisen, die deren Herrchen und Frauchen allerdings nicht irritieren, weil sie von ihrem Hund nicht erwarten, dass er für sie „Ruhm und Ehre“ holt, sondern einfach nett ist, bellt, spielt, ein Hund bleibt.

Diese Hundeausstellungen haben Tradition. Die erste Ausstellung von Rassehunden fand 1859 in Newcastle upon Tyne in England statt, die erste Ausstellung in Deutschland, bei der 453 Hunde gezeigt wurden, 1863 in Hamburg. Inzwischen findet die größte Hundeausstellung der Welt, die „World Dog Show“ in Leipzig statt, wie erst vor ein paar Wochen. Da pilgerten Herrchen und Frauchen aus mehr als 70 Ländern mit Tausenden Rassehunden nach Sachsen.

Von 280 Rassen wird in verschiedenen Kategorien der weltbeste Rüde oder die weltbeste Hündin gekürt. Es gibt auch eine Juniorliga (unter 15 Monate alt) und Veteranen (8 Jahre und älter). Der weltbeste Rüde einer Rasse kann zum begehrten „Deckpartner“ werden, was dem Besitzer Geld einbringt.

Der Laufsteg ist eine Art Wettkampfring, ausgelegt mit strapazierfähigen Teppichfließen. Der Hund muss schaulaufen wie eben ein Model, im „Hundetrab“. Dabei zählen „Raumgriff“ der Vorderbeine und „Schub“ der Hinterhand.

Was das Äußerln angeht, unterscheiden sich die dressierten Edelhunde nicht von ihren Artgenossen. Deshalb sind Putztrupps unterwegs. Mit Sägespänen bannt man die Rutschgefahr in Urinpfützen, Säulen und Bilder werden mit Plastik abgeklebt und zwischen den Messehallen gibt es „Löseplätze“ mit Rindenmulch und Rollrasen. Hier also ist dann der frisierte Pudel zuhause.

Die Diktatur der Moden, der Schönheitswahn der Besitzer, die Siegerlaunen der Züchter brechen in die natürliche Welt unserer vierbeinigen Freunde ein. Zwar tragen sich die Schleifchen leichter als die Ketten der ehemaligen Hofhunde, aber im Schick kann sich auch Hohn verstecken und Qualzuchten werden zum Schlager.

Wir auf Gut Aiderbichl geben allen Hunden das, was sie am allernötigsten brauchen: Liebe, Zuneigung und eine artgerechte Haltung, abseits von sinnlosen Anforderungen an Schönheit. Mehr als 250 gerettete Hunde leben auf unseren Gütern, warten auf Ihren Besuch und auf Ihre Unterstützung.

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