A A A
Mein Aiderbichl | login

Passwort vergessen

Passwort vergessen Registrieren / Pate werden Infos zur Patenschaft

Schließen

Die Geschichte der Terrier

Wenn die Zucht das Hundeleben bestimmt

Immer wieder machen uns Einzelschicksale auf das eigentliche Problem vieler in Not geratener Tiere aufmerksam: den Menschen. Viele wissen nämlich nicht, was „züchten“ eigentlich für die Tiere bedeutet, nämlich ein Leben voller Stress und Druck, mit wenig Liebe und Zuneigung. Ist es wirklich so, dass die „seltene“ Farbe eines Tieres dieses zum Champion und damit liebenswerter macht? Wer bestimmt eigentlich, welche Fellfarbe die Farbe eines Champions ist und welche „nur“ normal? In diesem Zusammenhang möchten wir Ihnen gerne die Geschichte unserer Terrier erzählen.

Im Fokus der Geschichte steht unser kleiner Terrier Leva. Der kleine Terrier kam 2011 in Russland auf die Welt und wurde wegen seiner besonderen Farbe nach Deutschland in eine bestehende Zucht importiert. Ausstellungen, Wettbewerbe, Deck-Akte und Fotos fürs Internet bestimmten sein Hundeleben. Er gewann gefühlt wirklich alles, was man als kleiner Terrier so gewinnen kann. Und die Züchter waren extrem stolz darauf. Doch welche anderen Bedürfnisse der kleine Leva tagtäglich hatte, fragte niemand… Andere Hunde dürfen mit ihren Familien durch den Wald streunen, die Sonnenstrahlen genießen und einfach Hund sein. Doch was durfte Leva? Schön und brav sein? Wir lassen diese Frage einfach mal offen und geben Ihnen Zeit zum Nachdenken…

Leva und Lilly - zwei Ex-Zucht-Terrier

Nach einiger Zeit kam dann der Tag an dem sich das Leben von Leva plötzlich ändern sollte: Ein Terriermädchen der Zucht verlor noch im Mutterleib ihre Welpen. Vielleicht sogar zweimal? Wir wissen es nicht. Doch keine Welpen bedeutete auch keine Einkünfte für den Züchter… Blutuntersuchungen zeigten dann die schockierende Wahrheit. Bei Leva wurde eine Krankheit diagnostiziert, die die Vermehrung von Terriern verhindert. Da diese Krankheit auch ansteckend sein kann, waren wohl die meisten Hunde des Züchters betroffen. In Summe waren es 12 Hunde, Jungs und Mädchen, die alle gemeinsam in einer kleinen Wohnung hausten.

Aufgrund Levas Diagnose erhielt Gut Aiderbichl im Januar 2020 die Anfrage fünf Terrier dieser Zucht aufzunehmen. Viele Telefonate und Gespräche mit der Uniklinik, mit unseren Pflegern und mit den Hundebesitzern folgten, um die Aufnahme auf Gut Aiderbichl zu organisieren. Denn vorab war sehr viel Vorbereitung notwendig, um eine weitere Ansteckung zu vermeiden. Das Quarantänezimmer wurde vorbereitet, die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen und unsere Hundepflegerinnen wurden mit dieser neuen Aufgabe vertraut gemacht.

Im Februar machten wir uns dann endlich auf den Weg, um die Hunde abzuholen. Das Bild, das sich in der Züchterwohnung bot, war erschreckend: Unter den Hunden war eine unvorstellbare Hektik und Aggressivität vorhanden. Sie haben gebellt und wild umher geschnappt, sogar gegenüber der Züchterin. Die Hunde wurden auf engstem Raum gehalten. Das Schlimmste an der Situation: Sobald ein Hund gebellt hat, wurden alle Hunde von der Züchterin mit einer Sprüh-Wasserflasche angesprüht um sie ruhig zu stellen. Sofort war eines klar: Die Hunde haben unter der Situation sehr gelitten und die Züchterin hatte die Vermehrung auch nicht wirklich unter Kontrolle. Doch das sollte noch nicht das Schlimmste sein. Plötzlich entdeckten wir auf einem Sessel einen Katzentransportkorb, der sich bewegte. Auf die Frage, ob in diesem Korb auch ein Hund sei, wurde uns der kleine 8-jährige Leva vorgestellt. Er saß mit einer Windel im Katzenkorb und versteinerte förmlich bei jeglichem Körperkontakt mit Menschen.

Wir waren sehr froh, als wir mit Lilly, Major, Sina, Alexej und Leva endlich auf Gut Aiderbichl ankamen. Die kleinen Terrier wurden sofort untersucht, kastriert und geimpft und wir waren diesbezüglich in ständigen Austausch mit der Uniklinik in München. Von nun an stand noch viel Arbeit für uns als Hundepfleger an: Die Hunde mussten fortan nach und nach an den Kontakt mit Menschen gewöhnt werden. Sie hatten es in der Vergangenheit nie gelernt an der Leine zu gehen und kannten auch keinen Körperkontakt und keine menschliche Zuneigung. Fürs erste kamen sie alle gemeinsam in ein eigenes Hundezimmer, damit sie in Ruhe ankommen und sich eingewöhnen konnten. Dann wurde nach und nach der Kontakt aufgebaut, damit sie lernten, dass ihnen nichts geschieht. Ein paar Wochen später hatten sich die Hunde bereits sehr gut eingelebt. Sie gingen bereits an der Leine, tobten in der Wiese und genossen die Sonne. Auch die Streicheleinheiten und das Kuscheln mit den Tierpflegern genossen sie sehr.

Auch unser Lama Ernstl hat Sina, Leva, Lilli, Major und Alexej (v.l.n.r.) sofort ins Herz geschlossen

Ab diesem Zeitpunkt wussten wir, dass Lilly, Major, Sina, Alexej und Leva bereit für eine neue Familie waren. Und wir haben gute Nachrichten, liebe Aiderbichler: Mit Ende April haben alle fünf Terrier einen Sonderpflegeplatz in einem neuen, tollen Zuhause gefunden und wir sind in stetigem Kontakt mit den Familien. Natürlich bleiben die fünf Hunde ihr Leben lang Aiderbichler. Ob wir die kleinen Hunde-Seelen gänzlich heilen konnten, wissen wir nicht, aber wir haben aber auf jeden Fall unser Bestes gegeben, um den kleinen Hunden ein „richtiges“ Hundeleben zu ermöglichen. Die Zeit als Zuchthund ist definitiv vorbei, denn bei uns zählt nicht das Aussehen, bei uns zählt jedes Lebewesen.

Nur dank Ihrer Unterstützung, liebe Aiderbichler, können wir helfen und den in Not geratenen Tieren ein sicheres und liebevolles Zuhause bis an ihr natürliches Lebensende geben. Mittlerweile leben 6.000 gerettete Tiere unter dem Schutz von Gut Aiderbichl. Darunter auch viele Hunde, die aus den unterschiedlichsten Lagen gerettet werden konnten. Bitte unterstützen Sie uns weiterhin mit einer symbolischen Patenschaft oder einer Spende. Vielen Dank!

Werden Sie symbolisch Pate von allen Tieren und damit ein echter Aiderbichler!

Ja, ich möchte jetzt Pate werden! Unsere Tiere brauchen Ihre finanzielle Unterstützung, damit Sie ein unbeschwertes Tierleben haben können.
Informieren Sie sich hier, wie Aiderbichl finanziert wird. >>
<< Zurück