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Dieseltest für Affen

Eine Zeitlang sah es so aus, als könnte die Zahl der Tierversuche abnehmen. Die Forschungsexperimente, wie man sie aus der Kosmetikindustrie kennt, wurden weniger. Aber inzwischen beflügelte die Gentechnik Fantasie und Neugier der Wissenschaftler, immer auch auf der Suche nach der Superkuh oder der Eier legenden Wollmilchsau. Jedenfalls haben sich die Versuchszahlen im Gentechnik-Bereich in 10 Jahren verdreifacht.

Im Jahr 2016 wurden 2,8 Millionen Tiere „verbraucht“, wie es im Jargon heißt, wobei es nicht mehr nur um die sozusagen klassischen Versuchstiere geht (Primaten, Kaninchen, Ratten und Mäuse). Es betrifft auch Schweine, Rinder, Schafe, Geflügel und Fische. Natürlich wurden auch immer schon Versuche an Hunden und Katzen durchgeführt.

In den Labors werden die Probanden zum Beispiel mit Erregern infiziert, um dann an ihnen neue Medikamente zu testen. Sie müssen zu Versuchszwecken in verseuchtem Wasser schwimmen oder giftige Dämpfe einatmen. In manchen Lehrkrankenhäusern müssen Schweine für die Chirurgenausbildung herhalten. Mäuse und Ratten werden gezielt auf Krebsanfälligkeit hin gezüchtet. Unsere Ex-Laborschimpansen auf Gut Aiderbichl Gänserndorf waren jahrelang in enge Käfige eingesperrt, kannten weder Regen noch Sonnenschein und waren mit HIV und Hepatitis infiziert worden.

Traurige Berühmtheit erlangte der Diesel Abgastest an Javaner Affen, die, eingesperrt in Käfigen, vier Stunden lang Dieselabgase einatmen mussten. Dabei zeigte man ihnen Cartoon-Filme zur Beruhigung. Spezialendoskope wurden ihnen durch Mund und Nase und die Luftröhre in die Bronchien eingeführt. Es müssen sehr traumatisierende Erlebnisse gewesen sein. Weiß man denn nicht sowieso, dass vier Stunden lang Diesel einzuatmen unmöglich gesund sein kann.

Wie viele der Tierversuche wirklich alternativlos oder überflüssig sind, lässt sich schwer sagen. Ethisch bedenklich sind sie prinzipiell, und die Frage, ob man empfindungsfähige Lebewesen dazu benutzen darf, wird immer leidenschaftlicher diskutiert.

Fest steht, dass es längst tierfreie Testmethoden gibt, wie zum Beispiel Zellkulturen oder Computermodelle, die den medizinischen Fortschritt nicht behindern und die Sicherheitsanforderungen an neue Produkte nicht in Frage stellen. Der Umstieg würde allerdings Geld kosten und Förderprogramme nötig machen. Ein wirklicher politischer Wille ist nicht erkennbar, die Lobbys sind zu stark.

Aber unser Nachbar im Westen lässt sich davon offenbar wenig beeindrucken. Bis 2025 wollen die Niederlande aus staatlich vorgeschriebenen Tierversuchen für Sicherheitsüberprüfungen aussteigen. Um endlich mit der EU-Richtlinie zur Abschaffung von Tierversuchen ernst zu machen.

Auf unseren Gütern leben, außer den Gänserndorfer Schimpansen, Schafe und Schweine, Beagles und Ponys, die an Tierversuchen teilnehmen mussten. Bitte unterstützen Sie mit uns ihr Leben danach.

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