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Dürfen wir das?

Im Frühjahr dieses Jahres beendete nach anhaltender Kritik von Tierschützern das Tübinger Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik seine Affenversuche. Abteilungsdirektor Nikos Logothetis hatte angekündigt, nur noch mit Nagetieren forschen zu wollen. Damit feierten die Tierschützer einen historischen Erfolg, auch wenn dadurch die Tierversuche insgesamt ganz und gar nicht beendet sind.

Ein Tierschützer hatte als Pfleger gearbeitet und die Affenversuche im Herbst 2014 heimlich gefilmt. Man sieht Affen mit Gehirnimplantaten, eines der Tiere hat einen blutverschmierten Kopf, einem anderen läuft vermutlich Erbrochenes aus dem Mund. Wie alles kam, ist noch nicht geklärt. Logothetis und Team kapitulierten einfach vor den Anfeindungen.

Nach Angaben des Agrarministeriums wurden in Deutschland 2014 rund zwei Millionen Wirbeltiere und sogenannte Kopffüßer, wie zum Beispiel Tintenfische, für Tierversuche verwendet.

Bei über 80 Prozent der Versuchstiere handelt es sich um Nager, vor allem Mäuse und Ratten.

Auch an 2842 Affen und Halbaffen wurden Versuche durchgeführt. Menschenaffen wurden in Deutschland für wissenschaftliche Zwecke zuletzt 1991 verwendet.

800.000 Tiere wurden ohne vorherigen Versuch zu wissenschaftlichen Zwecken getötet.

Das Max-Planck-Institut weist auf die Notwendigkeit des Einsatzes von Affen in der Hirnforschung hin. Einfach weil Primaten und Menschen ähnliche Gehirne haben, Strukturen und Funktionsprinzipien, die andere Säugetiere nicht besitzen. Und was die Versuche allgemein angeht: Zur Feststellung der Giftigkeit von Substanzen, wie zum Beispiel Medikamenten, sind Tierversuche vorgeschrieben. Denn in der Regel stehen keine praxisreifen tierversuchsfreien Verfahren zur Verfügung, weil einfach zu wenig Geld investiert wird.

In jedem Fall bleiben die Tierversuche ein ethisches Problem. Dürfen wir das? Auch wenn wir damit vielleicht Krankheiten und Leid vermindern können? Oder ist es nicht vielmehr, wie der australische Philosoph Peter Singer argumentiert, eine Art von Rassismus, menschliches Leid über das Leid anderer Lebewesen zu stellen? Mussten zum Beispiel die Europäer nicht auch lernen, dass das Leid der Afrikaner genauso schwer wiegt wie ihr eigenes? Und gilt das dann nicht für alle, auch für unsere Mitgeschöpfe?

 

Bei uns im Gut Aiderbichl Affen Refugium in Gänserndorf bei Wien leben derzeit 34 Ex-Labor-Schimpansen.

Nach ihrem jahrelangen Leiden ist es uns gelungen, sie in Gruppen zu sozialisieren und ihnen die Chance zu einem zweiten Leben zu geben. Sie kannten Menschen nur in Schutzanzügen, wussten nichts von frischer Luft, kannten Sonne und auch Regen nicht. In den Gänserndorfer Außengehegen können sie nun doch noch alles genießen. Es ist ein Versuch, uns bei ihnen zu entschuldigen und ihnen zu danken.

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