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Ein wirkliches "Glücks-Schwein": Jogi

Woher der Minischwein-Eber Jogi stammt, oder warum plötzlich sein Zuhause verlor und er sich beim Schlachter wiederfand, darüber können wir nur mutmaßen. Doch bei allem Pech, sollte Jogi Glück haben. Mit seinem flehenden Blick erreichte er das Herz des Metzgers. Dieser meldete sich schließlich bei uns und bat um Aufnahme des Minischweins.
Ein kleines Advents-Märchen. Doch leider ist unsere Arbeit auch immer wieder von traurigen Momenten geprägt. Wir mussten Abschied von unserer Melina nehmen...

Glück im Unglück für Schweinchen Jogi

Über die Vorgeschichte von Minischwein Jogi wissen wir nichts. Wir können nur mutmaßen, warum er plötzlich sein Zuhause verlor. Vielleicht war er ja einmal ein "Glücks-Schwein" gewesen? Verschenkt als lebendiger Glücksbringer, so wie es oft noch "der Brauch" ist. Oder hatte er vielleicht in einer Familie als Haustier gelebt und war nun, aufgrund seiner zunehmenden Größe, zum Problem geworden? Jogis Todesurteil war gefällt worden - er wurde zu einem Metzger gebracht und dort seinem Schicksal überlassen.

Jogi im Schlachthaus - verstoßen und allein...

Verängstigt und verstört sah Jogi seinem traurigen Ende entgegen. Traurig und ohne Hoffnung blickte er durch die Gitterstäbe. Er hatte nichts mehr vom Leben zu erwarten.

Jogi hatte nichts mehr vom Leben zu erwarten...

Doch dann geschah ein kleines Wunder: Jogis Blick erreichte das Herz des Metzgers aus Niederösterreich. Er konnte und wollte Jogi nicht töten. Als erstes fiel ihm Gut Aiderbichl ein. Sofort nahm er das Telefon in die Hand und meldete sich bei uns. Er berichtete, von dem verstoßenen und ängstlichen Minischwein, das im Schlachthaus sei. Er wollte den kleinen Kerl nicht seinem Schicksal überlassen und bat um Jogis Aufnahme.
Wir setzen alle Hebel in Bewegung, um Jogi so schnell wie möglich aus dem Schlachthaus zu holen. Unser Team aus Kilb machte sich sofort auf den Weg. Als sie am Schlachthaus ankamen, stand Jogi immer noch ängstlich und verloren da. Als sich die Kollegen ihm näherten, startete Jogi jedoch den Angriff. Er konnte ja nicht ahnen, dass ihm ein einzigartiges Glück zuteil wurde: Er durfte das Schlachthaus lebend verlassen!

Jogi darf das Schlachthaus lebend verlassen - ein einzigartiges Glück!

Ängstlich und mit langsamen Schritten ging Jogi durch die leeren Gänge. Was musste Jogi alles in den letzten Stunden durchgemacht haben? Ganz vorsichtig verluden wir ihn auf den weich eingestreuten Hänger. Und ganz plötzlich schien Jogi zu spüren, dass er nun in Sicherheit war. Erschöpft von der ganzen Aufregung des Tages ließ er sich in das weiche Strohbett fallen.

Erschöpft legt sich Jogi im Hänger ins Stroh...

Als Jogi sich beruhigt hatte, machten sich die Aiderbichler auf den Weg nach Gut Aiderbichl Henndorf. Hier war zwischenzeitlich schon alles für Jogis Einzug vorbereitet worden. Ein weich eingestreuter Stall und Leckereien warteten auf den Neuankömmling, der vorsichtig vom Hänger stieg.

Jogi steigt vorsichtig auf Gut Aiderbichl Henndorf vom Hänger...

Dass für ihn mit diesen Schritten ein komplett neues Leben beginnt, ahnte Jogi noch nicht. Er war einfach zu erschöpft von dem, was er alles hatte erleben müssen. Jogi machte sich ein weiches Bett im Stroh und erholte sich erst einmal von dem Schrecken. Nach und nach wird er spüren, dass er nun in Sicherheit ist und ihm eine langes, glückliches Leben bei uns bevorsteht.
 
Natürlich steht Jogis Schicksal nur symbolisch für tausende Tiere, die tagtäglich, weltweit das Gleiche erleben müssen. Doch mit Jogis Anwesenheit hoffen wir, die Menschen zu erreichen und für den Umgang mit sogenannten Nutztieren zu sensibilisieren. Sie ahnen oft mehr, als wir ihnen zutrauen und gehören ebenso zur Schöpfung. Sie sind Lebewesen, die wie wir Angst, Stress, Schmerz und Freude fühlen.

Abschied von unserer Melina

Unsere tägliche Arbeit mit den geretteten Tieren gleicht oft einem Wechselbad der Gefühle. Freude über eine geglückte Rettung oder eine gelungene Behandlung wird von Trauer abgelöst. So mussten wir nun Abschied von unserer Hündin Melina nehmen.

Unsere Melina ist von uns gegangen...

Die Pointer-Mix-Hündin Melina lebte bereits seit 2006 unter unserem Schutz. Ursprünglich handelte es sich bei ihr um eine "Streunerin", die wir im Sommer 2006, gemeinsam mit ihrem Sohn Michi, in Nordgriechenland auf einer viel befahrenen Straße fanden. Damals waren wir auf dem Rückweg einer Eselrettung, als wir die beiden Hunde auf der Straße umherirren sahen. Vorsichtig lockten wir die beiden Hunde an, um sie danach in einer Tierpension vor Ort in Sicherheit zu bringen. Dort wurden sie versorgt, gechippt und geimpft, und als dann ihre Ausreisepapiere beisammen waren, durften die beiden Hunde in unsere Aiderbichler Hundefamilie einziehen.

Michi (l.) und Melina (r.) auf dem Hundepfad...

Hier verbrachten Mutter und Sohn viele glückliche Jahre. Ihr Trauma verblasste und sie lebten sich hervorragend ein. 2009 dann bekam Melina Probleme mit der Hüfte, doch eine Operation, in der ihr ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt wurde, verlief erfolgreich. Melina erholte sich von der Operation und konnte wieder wie vorher das Leben und die täglichen Ausflüge genießen.

Melina kontte nach der Operation 2009 wieder unbeschwert laufen...
Melina verbrachte gemeinsam mit ihrer Hundefamilie täglich viele Stunden auf den Hundefreilaufwiesen von Gut Aiderbichl - immer an ihrer Seite natürlich ihr Sohn Michi. Die Jahre vergingen und man sah Melina schon die ersten Spuren den zunehmenden Alters an.  Ihr Gesicht wurde grau, die zunehmenden Arthrosen machten ihr an manchen Tagen Probleme, und ihr Herz wurde etwas schwächer. Doch mit Medikamenten konnte ihr geholfen werden.


Melina Anfang 2016...

Melina war eine Kämpferin und verfügte über einen unglaublichen Lebenswillen. Doch ihr Körper wurde zuletzt immer schwächer und ihr Herz versagte zunehmend seinen Dienst. Alle Behandlungen schlugen nicht mehr an und schließlich verweigerte Melina auch das Futter. Sie stand nicht mehr auf und zeigte uns, dass sie nicht mehr konnte. Auch ihr Sohn Michi schien zu spüren, dass für Melina die Zeit des Abschieds gekommen war. Er wich ihr nicht mehr von der Seite. Gemeinsam mit den behandelnden Tierärzten mussten wir uns dazu entschließen, Melina friedlich gehen zu lassen, um ihr Schmerzen zu ersparen.
Im Beisein ihrer vertrauten Pfleger, ihres Sohnes Michi und ihrer Freundin Cora schlief Melina sanft ein.
Auch wir sind unendlich traurig, aber auch dankbar, dass wir Melina 10 glückliche Jahre bei uns haben schenken dürfen. Durch ihre Anwesenheit war es uns möglich, über das Leid der Streuner im Süden und Osten Europas aufmerksam zu machen. Dankbar sind wir auch den Aiderbichlern, die uns mit unseren Einsatz für Tiere in Not ermöglichen. Wir werden die Kämpferin Melina niemals vergessen!
 
 

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