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Faule Eier

Egal ob man heutzutage 18 oder 80 ist, als Handwerker arbeitet, in einem Orchester die Geige spielt, Gebrauchtwagen verkauft, ein Haubenrestaurant führt oder als Taxifahrer jobbt – der Missbrauch, der in der Nahrungsmittelindustrie stattfindet, die Schädigungen durch die industrielle Landwirtschaft, die giftigen Umweltskandale überhaupt machen längst lauter kleine Chemiker aus uns allen. Wie viele Glykol-Wein Skandale haben wir schon überlebt? Die meisten von uns sind auch der BSE-Gefahr entkommen und weiterhin rinderwahnfrei. Welche widerwärtigen Gifte schlummerten im Gammelfleisch? Strahlen die Pilze eigentlich noch radioaktiv? Halten Sie noch Laktose aus?


Zurzeit macht man uns mit Fipronil bekannt, ein Insektizid, ein Insektengift, ein Mittel gegen Läuse, Flöhe und Milben. Bei Hunden und Katzen darf es angewendet werden, bei Nutztieren ist es verboten. Sollte man meinen, der Fall liege relativ klar, da könne eigentlich wenig schiefgehen. Wie man sich täuschen kann, wissen wir, seit Fipronil in Eiern aufgetaucht ist.


Eine niederländische Reinigungsfirma hat die Desinfektionslösung DEGA-16 als Stallreiniger den Bauern angepriesen. Bis zu 50 Wochen keine roten Vogelmilben mehr! Auch auf fünf deutschen Höfen kam der Stallreiniger zum Einsatz. Ein offiziell aussehendes Produktionssicherheitsblatt, in dem von Fipronil keine Rede war, sorgte für Kundenvertrauen. Zwei niederländische Schlüsselfiguren wurden in U-Haft genommen und außerdem Entwarnung gegeben. In so geringer Konzentration könne das Mittel Menschen kaum schaden, heißt es.


Fipronil wurde früher in der Landwirtschaft eingesetzt, bis man merkte, dass es den Honigbienen schadet. Als die Behörde für Lebensmittelsicherheit das hohe Risiko klarmachte, verbot die EU den Einsatz für die Behandlung von Mais- und Sonnenblumensamen.

 

Ähnliche Probleme gibt es mit anderen Pestiziden, den Neonicotinoiden. Man glaubt sogar, der Kontakt mit diesen Stoffen könne helfen die Colony Collapse Disorder der Bienen zu erklären, also dass die davonfliegen und nicht mehr zurückkommen. Vertrieben aus der Monokultur-Landwirtschaft, die ihre giftigen Unterstützer braucht.


Fipronil und Neonicotinoide machen nach einer Studie aus dem Jahr 2014 gemeinsam ein Drittel des Weltmarktes für Insektizide aus. Da geht es wieder einmal um eine ganze Menge Geld. Und wieder einmal nur darum. Da hört man das Management schon wieder in nebelwerferischem Blabla stammeln: Das sei doch aber alles multikausal, habe also viele Ursachen, sei doch furchtbar vielfältig und natürlich überhaupt „sehr komplex“.
Bald wird Fipronil vergessen sein, die Niederländer kaufen jetzt schon wieder Eier, als wäre nichts gewesen. Warten wir einfach auf die nächste Lektion.

 

Wir auf Aiderbichl lassen der Natur und den Tieren ihren Freiraum und versuchen auf das, was uns die Natur gegeben hat, einzulassen. Natürliche Ressourcen ohne Chemiekeulen wie Fipronil.
Überzeugen Sie sich auf einem unserer besuchbaren Güter selbst davon.

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