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Unsere „Fellnasen"

Frettchen Traudl, Luna, Tina, Kiti und Emmi sowie Pit, das Chinchilla

 

Heute spazieren wir hinter dem Eselstall vorbei und bleiben vor einem Gatter stehen. Aha, was gibt es denn hier zu sehen? Auf einem kleinen Hügel befindet sich ein sehr geschmackvoll angelegter Garten mit Sträuchern und Blumen. Geschützt umgeben von hohen Bäumen sind die Gehege unserer Frettchen und von Pit, dem neu zugezogenen Chinchilla.

So wie sie sich gut vertragen, leben hier die Traudl, die Luna, die Tina, die Kiti und die Emmi sowie nun seit ein paar Wochen der hübsche Pit, unser Chinchilla. Die Tierchen werden liebevoll gehegt und gepflegt von unserer Fuchsmama, der Anna. Von ihr kann man nicht nur viel über die Füchse lernen. Sie hat auch die Frettchen und Pit in ihr Herz geschlossen und erzählt immer stolz von ihren Schützlingen.

Bereits einige Jahrhunderte vor Christus fanden Frettchen erstmals bei den alten Griechen und Römern Erwähnung. Belegt ist, dass Kaiser Augustus sie zur Bekämpfung von Wildkaninchen auf den Balearen einführte. Tatsächlich wurden Frettchen lange in erster Linie als Jagdbegleiter auf Kleintiere gehalten. Ihre Verbreitung folgte dabei der des Wildkaninchens, das ursprünglich nur auf der Iberischen Halbinsel zuhause war. Als Jagdobjekt wurde das Kaninchen dann vom Menschen langsam weltweit eingebürgert, wobei es sich an seinen neuen Standorten schnell massenhaft vermehrte und dies nicht immer zur Freude der heimischen Flora und Fauna. Das Frettchen war der perfekte Jagdhelfer auf Kaninchen, da es durch seinen Körperbau selbst in engste Kaninchenbauten passt. Im Mittelalter waren Frettchen zur Ungezieferbekämpfung auf Höfen sogar ähnlich beliebt wie Katzen. Heute werden die meisten Frettchen als quirlige Haustiere gehalten.

Frettchen sind keine Wildtiere, sondern domestizierte Haustiere (ähnlich wie der Hund eben kein Wolf mehr ist). Ihre Vorfahren sind der europäische Waldiltis und auch der afrikanische Steppeniltis.
Dem Frettchen ist die enorme Neugier und Erkundungsfreude angeboren. Sie können gut „kraxeln“ und quetschen sich durch die kleinsten Öffnungen. Viele Frettchen lernen Schubladen und Schränke zu öffnen, schon alleine, weil sich dadurch schöne „Höhlen“ für sie ergeben. Ebenso lieben sie Kartons, Decken und alles Höhlenartige. Das Frettchen gehört nicht zu den Einzelgängern unter den Tieren und sie werden in der Regel bei guter Pflege und Ernährung 8 bis 12 Jahre alt.
Der Körperbau von Frettchen ist ein lang gezogener, schlanker und biegsamer Rumpf, mit kurzen, kräftigen Beinen und langem, buschigen Schwanz. Der rundliche Kopf ist kaum vom Körper abgesetzt und hat kleine Knopfaugen und halbrunde Ohren. Die Tiere können ihren Kopf um fast 180 Grad drehen. Interessanterweise können Frettchen wie auch die Hunde die Krallen nicht einziehen.

 

Liebevoll und zärtlich leckt Luna ihrer Gisela den Finger.

Die verspielten Tiere werden schnell zutraulich. Daher erfreuen sie sich zunehmender Beliebtheit und werden gerne als Haustier gehalten. Hier sind wir wieder bei einem wichtigen Thema: Kinder lieben Frettchen und schauen mit leuchtenden Augen auf die kleinen Tierchen. Aber auch hier muss man erklären, dass es Geschöpfe mit Herz und Seele sind und unsere Wahrnehmung, Fürsorge und Liebe brauchen.

Ich betreue ja auch Kindergeburtstage auf Gut Aiderbichl Henndorf und versuche unsere Anna dafür zu gewinnen, den Kindern über die Frettchen und ihre Geschichte sowie Eigenheiten zu erzählen. Anna hebt Deckel und Decken hoch und sucht dann nach ihren kleinen Lieblingen. Die Kinder machen große Augen. Anna erklärt uns, wie man die Frettchen halten muss, nämlich so, dass sie uns nicht beissen können, weil sie spitze dünne Zähnchen haben wie eine Nähnadel. Ihre Bisse sind alles andere als angenehm. Manchmal fragen die Kinder: „Warum zittert Traudl denn so?“. Anna erklärt den Kreislauf des Frettchens. Sie schlafen ja bis zu 14 Stunden täglich und wenn sie wach werden, beginnt ihr Körper zu zittern. Sie rütteln sich wach, während des Schlafens ist der Kreislauf sehr gedrosselt um Energie zu sparen.

Frettchen haben einen tollen Orientierungssinn. Die Tasthaare am Kopf helfen beispielsweise hervorragend, sich im Dunkeln zu orientieren. Sehr gut entwickelt sind ebenfalls der Geruchssinn und das Gehör, die Augen sind nach menschlichen Maßstäben dagegen eher „schlecht“. Tatsächlich bedeutet das: Menschen können gut bei Tag sehen, haben ein recht hoch entwickeltes Farbensehen und können bei genügend Licht auch unbewegte Gegenstände sehr differenziert betrachten. Bei Frettchen ist das Sehen optimiert auf Dämmerungs- und Nachtsicht, außerdem auf das Erkennen von schnellen Bewegungen. Farben und unbewegte Objekte sehen sie dafür weniger gut.

Bei starker Aufregung, Angst oder Schmerz, kann über die Analdrüsen ein stark stinkendes Sekret abgegeben werden. Im Alltag mit dem Frettchen passiert das aber in aller Regel nicht. Die Aiderbichler Frettchen erleiden keine Schmerzen, also müssen sie auch kein übelriechendes Sekret abgeben. Sie duften nach zartem Fell und schauen uns glücklich und zufrieden an.

Frettchen sind keine „Rudeltiere, womit sie auch nicht zwingend Artgenossen brauchen. Anna erzählt auch, dass Frettchen eher leise Tiere sind, die vor allem über die Körpersprache kommunizieren. Ein interessanter Laut der Freude oder der freudigen Erregung ist ein hohes „Gackern“, das auch bei der Begrüßung gezeigt wird. Dunklere, ähnlich klingende Laute werden als „Mitteilung“ genutzt: das Frettchen möchte etwas von seinem Gegenüber. Manche Frettchen sind dabei recht redselig und der Mensch kann verstehen lernen, was genau das Frettchen mit dem jeweiligen Laut erreichen will. Anna versteht sie natürlich, die Frettchensprache. Ich muss sie noch ein wenig studieren.

Manchmal können Frettchen auch brummen und fauchen, wenn ihnen etwas nicht passt. Wenn sie Angst haben, geben sie ein schrilles Schreien oder Quietschen von sich. In seltenen Fällen „bellen“ Frettchen, das ist dann ein Drohschrei, um den Gegner einzuschüchtern. Fauchen und Bellen zeigen manche jüngeren Frettchen auch im Spiel.

 

Typische Verhaltensweisen:

Hüpfen: Wenn Frettchen aus dem Käfig dürfen, hüpfen und springen sie wild durch die Gegend, lassen aufgestaute Energie ab und gehen dann häufig zu einer Spielaufforderung über.

Rückwärts laufen mit steil aufgerichtetem Schwanz und aufgerissenem Maul bedeutet eine Aufforderung zum Spielen.

Platt ausgestreckt auf dem Boden liegen bedeutet das Gegenteil einer „Angriffs-stellung“, oft als kurzes Beschwichtigen oder Pause im Spiel genutzt.

Wenn Frettchen ein Gegenüber nicht mögen oder ihnen etwas sehr suspekt ist, stellen sie das Fell am Körper auf. Bewegt sich das Frettchen dabei langsam vorwärts, ist es angriffsbereit. Also Achtung!

Schwanzwedeln (mehr ein hin und her zucken) bedeutet Erregung oder Aufregung.

Sich gegenseitig putzen ist eine Geste der sozialen Interaktion und drückt Zugehörigkeit aus.

Ähnlich Hunden, beschnüffeln Frettchen sich zur Begrüßung am After, um Informationen über den Gegenüber zu erhalten.

 

Pit – unser Chinchilla

Die Heimat des Chinchillas ist Südamerika. In der kargen Bergwelt der Anden lebt das kleine Nagetier in Felsspalten und Höhlen und trotzt den extremen Klimaschwankungen. Es ernährt sich dort von Büschen und Gräsern. Ihren Namen haben die Chinchillas übrigens von den Spaniern bekommen: „Chincha-Indianer“ heißen die Ureinwohner dieser Gegend, die diese kleinen Nager sehr schätzten.

 

Neugierig beobachtet unser Pit, was hier alles passiert.

Bei uns kennt man das Langschwanz-Chinchilla in sieben Farbvarianten. Der Schwanz ist buschig wie der eines Eichhörnchens, die Ohren sind dagegen beinahe haarlos, die wunderschönen Knopfäuglein schwarz. Das Nagetier hat lange Barthaare und einen seidigen Pelz, den es selbst pflegt. Dazu benötigen sie feinen Sand (Chinchillasand). In diesem Sandbad reinigen die Nager ihr Fell, bauen Spannungen ab und treten mit ihren Artgenossen in sozialen Kontakt. Vielleicht sollten wir Menschen uns auch mal in einem Sandbad wälzen und fröhlich sein, um Spannungen abzubauen? Einen Versuch wäre es wert.

Chinchillas haben fünf Zehen an jeder Pfote und können damit geschickt ihre Nahrung bearbeiten. Kräftig und lang sind die Hinterbeine, was die Nagetiere zu guten Springern macht.

Auch unser Pit hat sich viele Wildtiereigenschaften bewahrt und es macht viel Freude, ihn zu beobachten. Chinchillas werden mit ein wenig Geduld zahm und lassen sich bereitwillig streicheln. Das Nagetier ist übrigens dämmerungs- und nachtaktiv und eignet sich daher nicht als Spielgefährte für Kinder. Die sollen ja in der Nacht schlafen und am nächsten Tag ausgeruht und konzentriert im Schulunterricht sitzen.

Nun ist der kleine Ausflug in die Gehege der Frettchen und des Chinchilla zu Ende. Ich hoffe, die Einblicke in die Physiologie und die Verhaltensweise der lustigen Erdbewohner war lehrreich und erzähle Ihnen bei einer Führung hinter den Eselstall sehr gerne mehr über die quirligen Mitbewohner. Herzlichst, Gisela

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