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Meine geliebte, unvergessene Batis …………….

 

Es gibt Tage in unserem Leben, die vergessen wir nicht mehr. Dazu zählen schöne aber auch traurige Erlebnisse. Ich merke, wie ich in den letzten Tagen am Gut mit traurigem, schwerem Herzen in den Eselstall gehe. Die Weihnachtsstimmung hat mich erreicht. Viele Gedanken an geliebte Menschen und geliebte Tiere in meinem Leben erreichen mich. Draußen spielt leise und zart die Weihnachtsmusik, tausende kleine Lichtlein erleuchten die Bäume und das Gutshaus. Unsere vierbeinigen Gutsbewohner schlendern herum und sind glücklich. In der lebenden Tierkrippe haben wieder einmal die Schwarznasenschafe oder die ungarischen Zackelschafe – ich verrate sie natürlich nicht – den Josef in der Krippe „gekippt“. Die Kleine Lilly genießt die Sonne und zieht ihre Wege, Jaqui steht an der Hausmauer und läßt sich die Sonnenstrahlen auf das Fell scheinen. Diese beiden Eselchen, Friederike und Sepp, alle Tierpflegerinnen und ich, die viele Jahre von einer stolzen griechischen Eselin erzählt hat, vermissen sie: Batis, verstorben am 24. Dezember 2018.

Ich gehe in der Weihnachtszeit besonders gerne mit den Gästen in die Kapelle. Wenn ich beim kleinen Altar stehe, schaue ich geradeaus zum Eselhaus. Mein Herz verkrampft sich. Ich muss ruhig bleiben, tapfer sein. Habe das von Euch Eselchen lernen dürfen.
Gestern spürte ich einen dicken Kloss im Hals, als ich einer Gruppe in der Kapelle über die Tiere auf unseren Gütern erzählte. Draußen spazierte Saki vorbei, ein stolzer Grieche, ein hochsensibler Esel, ein großer Verehrer von Batis.
Wir haben heute die vierte Adventskerze angezündet. Die Alphörner blasen eine wunderschöne Weihnachtsmelodie. Ich werde ruhig, unterbreche meinen Vortrag und bitte die Gäste um zwei Minuten Stille. Sie alle senken die Köpfe und geben sich der schönen weihnachtlichen Weise hin. Ich denke an Batis und habe mich dazu entschlossen, unserer Batis, meiner geliebten griechischen Eselin, ein Geschenk zu schicken.

 

Weihnachtsbrief an Batis

 

Meine liebe Batis,

die Kleine Lilly, Jaqui, Charly und ich möchten Dir Weihnachtsgrüße in den Eselhimmel schicken. Natürlich haben wir Dich nicht vergessen, wie könnten wir?
In meinen Anfangsjahren als Gutsführerin bin ich schon immer sehr gerne in den Eselstall gegangen. Gleich in der Früh schaute ich nach den geliebten Langohren. Ihr habt mich ja immer schon an meinen Schritten erkannt. Mit vielen Iah-Rufen erreicht mich Euer „Guten Morgen-Iah“.
Nie werde ich Dein spezielles Iah vergessen: ein wenig heißer, tief aus Deinem Bauch kam „Iah- guten Morgen Gisela“. Ich habe hier auf meinem Schreibtisch einige Eselfotos stehen. Deines leuchtet besonders hervor mit dem hellgrauen Fell, Deinen wunderschönen dunklen Augen, die im fortschreitenden Alter sehr milde schauten und den herrlich langen Eselsohren.

Wie oft durfte ich Dir meine Sorgen, Probleme und Ängste in die Ohren flüstern. Bevor ich mich Menschen anvertraute, ging ich zu Dir. Allerdings war es ja so, dass ich mir Dein Vertrauen erarbeiten habe müssen. Die ersten Jahre am Hof hast Du wohl allen sehr deutlich gezeigt, was Du magst und was man – egal ob Esel oder Mensch – wohl lieber bleiben lassen sollte um Deinen Groll nicht zu „spüren“. Irgendwann hast Du Dir wohl gedacht „Die ist ganz in Ordnung, die Gisela! – Komm, ich mag es sehr gerne, wenn Du meinen alten Rücken und meine Beine so schön massierst. Ja, und ich liebe es auch, wenn Du meine Ohren streichelst und - ist schon gut, Du kannst mir alles anvertrauen, ich sage es niemandem weiter. Ich bin Deine Freundin….“.

Die Jahre vergingen. Wenn ich mit den Gästen kam und von Dir zu erzählen begann, bliebst Du stehen. Ich streichelte Deinen Rücken und erzählte aus Deinem Eselleben in Griechenland. Viele Menschen haben Tränen kullern lassen, als ich aus Deinem Leben als Arbeitsesel erzählt habe. Stolz hast Du immer still gestanden und wolltest uns sagen: „Ich habe verziehen. Hier geht es mir gut. Ihr müsst nicht weinen. Aber: macht es besser und sagt den Menschen weiter, dass wir Tiere es lieben, wenn wir gut behandelt werden. Wir wollen Eure Freunde sein“.

So gerne hast Du Dich in der Stallgasse aufgehalten, wenn es zu regnen begonnen hat. Du hast ja auch gewusst, dass ich den Pferden in der Stallgasse oftmals ein kleines Stückchen Banane zusteckte und wusstest, dass in jedem Fall für Dich auch eines dabei war. Dir habe ich immer besonders kleine Stücke gegeben, weil Deine Zähne ja nicht mehr die besten waren. Die leichte Süße der Banane hast Du über alles geliebt und Deine müden Augen haben mich immer bittend angeschaut: „Hast noch ein wenig?“.

Du wurdest älter, ein ganz normaler Vorgang, dem ja jeder ausgesetzt ist. Irgendwann ließ Deine Kraft altersbedingt nach, aber Jaqui war Dir eine treue Freundin, und wenn Du müde warst, durftest Du Deinen Kopf auf Ihren Rücken legen und so die Sonne genießen. Dabei hat Dich Jaqui anfangs ein wenig gefürchtet. Du warst schon kapriziös, aber im Alter wurdest Du milde und nachsichtiger.
Dein Herz war müde. Wenn die Sommer heiß waren, bin ich Dir immer mit einem Eimer Wasser nachgegangen, kannst Du Dich noch erinnern? Es war ein grüner Eimer, den hast Du erkannt und dann auch brav Wasser getrunken. Wenn ich Zeit hatte, massierte ich Deinen Rücken und den Bauch, dann hast Du Deine Lippen bewegt und gelacht. Streicheln hast Du vielleicht manchmal noch mehr geliebt als Leckerlis?

Und dann, ich wollte es nicht wahrhaben, aber es war unaufhaltsam. Deine Beinchen wurden müde und wollten nicht mehr, Dein Köpfchen wurde schwerer und schwerer. Ein kleines Engelchen wurde aus dem Eselhimmel geschickt und gab mir zu verstehen: Batis möchte gehen. Schau, ich nehme sie in meine Arme, lass sie gehen, gib sie frei, die Batis. Ich flieg mit ihr in den Eselhimmel, ins Regenbogenland. Viele ihrer Freundinnen und Freunde warten auf sie. Ein weiches Strohbett haben sie für Batis hergerichtet. Sie wird unter einem Olivenbaum liegen können und wird von ihrer Wolke herunterlächeln und dankbar sein, dass sie euch alle lieben durfte.

Ich habe versucht, das Engelchen zu verstehen, aber es war der traurigste Heilige Abend in meinem Leben. Jede Weihnacht werde ich an Deine Wanderung ins Regenbogenland erinnert. Ich war heute bei Jaqui, der Kleinen Lilly und bei Charly. Wir haben ganz fest an Dich gedacht. Alle Eselchen aus dem Stall auf Gut Aiderbichl schicken Dir Weihnachtsgrüße und Du sollst wissen, dass wir Dich hier fühlen, Deinen Atem hören, Dein Iah vernehmen. Du lebst für uns alle weiter.

Danke Batis, dass Du meine große vertraute Eselfreundin warst und bist, dass ich soviel von Dir über Esel lernen durfte und nun den Menschen weitergeben darf.
Ich schließe die Augen, stecke die Nase in Dein Fell und rieche Dich und streichle in Gedanken Deinen Rücken. Ich lege Dich „symbolisch“ unter den Christbaum. Du bist das Eselchen in meiner Krippe und wirst es immer bleiben. Die stolze, griechische Eselin Batis.

 

Die liebevolle Batis, sie liebte es sich zu sonnen...

 

Allen Aiderbichlerinnen und Aiderbichlern eine Frohe Weihnacht . Mögen unter Ihrem Christbaum viele Päckchen liegen: Respekt vor dem Tier, Respekt vor dem Menschen, Respekt vor der Natur, Liebe, Nachsicht, die Kraft zu verzeihen. Letzteres können wir auch von den Tieren lernen.

Ich freue mich auf eine nächste Führung mit Ihnen, herzlichst Gisela

 

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