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Die Psyche der Katze wirklich verstehen

Besser Zusammenleben mit Samtpfoten

 

Katzen gehören zu den beliebtesten Haustieren und werden von vielen Menschen als wertvolle Familienmitglieder geschätzt. Dennoch gelten sie als eigenwillig, stur und unerziehbar. Die Gut Aiderbichl Akademie hat Katzen-Expertin Dr. Marzia Possenti gefragt, welche Geheimnisse beim Zusammenleben mit den Samtpfoten für ein besseres Miteinander beachtet werden sollten.

 

Liebe Dr. Marzia Possenti, wie sind Sie dazu gekommen, sich beruflich mit Katzen zu beschäftigen?

1996 schloss ich mein Studium der Veterinärmedizin ab, Tierverhalten studierte ich allerdings schon seit ich zehn war: ich war so ein Kind, welches unendlich viele Stunden damit verbrachte, Tiere zu beobachten oder den besten Weg zu finden, mit ihnen zu interagieren. Ich wuchs mit Katzen auf und war schon immer am Verhalten und Wohlergehen der Katze interessiert. Nach meinem Abschluss studierte ich Verhaltensmedizin, anfangs folgte ich den Lehren von Dr. Karen Overall und später denen von Professor Patrick Pageat. Nun arbeite ich seit mehr als 20 Jahren mit Katzen mit Verhaltensproblemen, zudem unterrichte ich professionelle Kurse und Masterstudiengänge an Universitäten. In den letzten Jahren war ich Teil eines multidisziplinären Teams im Bereich der Tiertherapie mit Katzen, wodurch ich wunderbare Fähigkeiten in diesen Tieren erkannte. Ich liebe es, mit Katzen zu interagieren und zu verstehen und auch anderen Menschen zu helfen, zu verstehen, wie sie denken und kommunizieren!

 

Was ist das Besondere an Katzen? Was macht die Psyche der Katzen aus?

Katzen sind ganz besonders: sie sind sowohl Jäger als auch Beute und können in einem Bruchteil einer Sekunde von der Denkweise eines Beutetieres zu der eines Jägers und umgekehrt übergehen. Als Beutetiere sind Katzen emotionale Ebenbilder eines Ferrari: von 0 auf 200 km/h in weniger als einer Sekunde. Das veranlasst Menschen dazu, zu denken, Katzen seinen unberechenbar. Es ist allerdings tatsächlich möglich, alle kleinen aber deutlichen Signale, die solch eine emotionale Schwankung andeuten, zu verstehen und so auch ihre Kommunikation und Natur fundiert zu verstehen. Katzen faszinieren mich, sie sind komplexe Wesen, sie sind elegant und bringen uns doch zum Lächeln. Außerdem können sie ihre Emotionen auf uns übertragen, zum Beispiel helfen sie uns nach einem harten Tag zu entspannen. Wenn man beispielsweise eine schnurrende Katze streichelt (Katzen schnurren, um sich und andere zu beruhigen), fühlt man sich direkt besser. Diese Übertragung von Emotionen funktioniert in beide Richtungen; auch wir können unsere Gefühle auf Katzen übertragen und das ist ein mächtiges Hilfsmittel für das gegenseitige Verständnis.

 

Auf was sollten Katzenhalter für ein besseres Miteinander unbedingt achten?

Als sowohl Jäger als auch Beutetier haben Katzen eine ganz eigene Art zu kommunizieren: zum Beispiel nutzen sie oft sehr kleine, feine Signale, beispielsweise das direkte Anschauen von Personen oder Gegenständen, die sie nicht mögen, während ihre Körperhaltung angespannt wird. Der Katzenschwanz hilft uns, zu verstehen, wie groß die Emotionen sind – weite Bewegungen deuten auf große Emotionen hin. Katzen schlagen mit dem Schwanz, wenn sie fröhlich und entspannt sind, aber auch wenn sie irritiert oder wütend sind; ein weites, langsames Schlagen mit einem gebogenen Schwanz ist ein Zeichen von positiven Emotionen (wie Freude), ein schnelles, auffallendes Schlagen signalisiert entweder negative Emotionen (Wut, Irritation) oder erhöhte Erregung (zum Beispiel beim Jagen). Die Kommunikation der Katze zu verstehen kann die Beziehung zwischen Mensch und Tier grundlegend verbessern.

Oft geht man davon aus, dass Katzen Einzelgänger sind, die nur an den Wohnraum gebunden sind. Dieses Konzept ist allerdings völlig ungeeignet: Katzen sind soziale Tiere und wurden vom Menschen so selektiert, sozial mit Menschen zu sein. Viele Katzen, die immer wieder nach Futter fragen, dann aber nicht fressen, bitten tatsächlich um Interaktion mit ihren Menschen: sie möchten etwas mit ihren Besitzern unternehmen, zum Beispiel zusammen Spielen oder die Umgebung oder Objekte gemeinsam erkunden.

 

Wie kann die Bindung zur eigenen Katze gestärkt werden bzw. ist das überhaupt nötig?

Natürlich könnten wir auch einfach mit unseren Katzen zusammenleben, wie zwei Mitbewohner, oder wir bemühen uns, zu verstehen, was Katzen denken, was sie mögen, wie sie kommunizieren und so erkennen, dass Katzen sehr soziale, kooperative, neugierige und interaktive Tiere sind. Unsere Beziehung zu ihnen könnte so viel vollständiger und komplexer sein!

Die eigene Katze zu verstehen ist auch hilfreich, Verhaltensproblemen vorzubeugen, beispielsweise Aggression, in die Wohnung machen, an Möbeln kratzten usw.

 

Wieso sind dabei gemeinsame Spiele so wichtig?

Spielen ist qualitativ hochwertige Zeit, die wir mit unseren Katzen verbringen. So festigen wir die Beziehung. Zusätzlich ist Spielzeit eine sichere Zone, in welcher man neue Wege testen kann, miteinander zu reden und zu interagieren und so das gegenseitige Verständnis zu verbessern. Spielen bietet auch eine tolle Möglichkeit, etwas zu teilen; zum Beispiel können gewisse Spiele dabei helfen, dass zwei Katzen, die sich nicht mögen, anders übereinander denken und fühlen. Spiele mit viel Aufregung sind dafür nicht geeignet und können die Situation sogar verschlimmern. Erkundungsspiele dagegen können sehr hilfreich sein: Katzen sind neugierig, möchten neue Dinge verstehen und erkunden – diese Erfahrung kann geteilt werden und so die Meinung über eine andere Katze verändern.

 

Was sind die häufigsten Probleme, mit welchen du in einem Berufsfeld konfrontiert wirst?

Das häufigste Problem ist, dass sich zwei Katzen nicht verstehen, aber auch Katzen, die ihren Besitzer attackieren, oder die Katzentoilette nicht richtig benutzen, sehe ich oft. Auch Katzen, die vermehrt von Fenstern fallen, werden mir oft vorgestellt – leider ist es meistens weniger ein Fallen, stattdessen springen diese Katzen gezielt aus dem Fenster, weil die Wohnung zu klein für sie ist.

 

Möchten Sie mehr über das geheimnisvolle Wesen der Katze erfahren und lernen, was Katzen wirklich denken und fühlen? Im zweitägigen Wochenend-Seminar am 25. und 26.01.2020 haben Sie die exklusive Chance von Dr. Marzia Possenti und Mag. Luisa Demattio gemeinsam mit unseren Aiderbichler Katzen Ihr Wissen über die Samtpfoten für ein besseres Miteinander zu erweitern.

 

Anmeldung und mehr Informationen unter www.gut-aiderbichl.com

 

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