A A A
Mein Aiderbichl | login

Passwort vergessen

Passwort vergessen Registrieren / Pate werden Infos zur Patenschaft

Schließen

Krimi: Wer bist Du, Pergamon II?

Fassungslos hielten wir die Papiere von Pergamon II in Händen. Er könnte nicht von besserer Abstammung sein. Der Rappe sah uns mit aufgerissenen Augen an. Als sei ihm bewusst gewesen, was die Menschen mit ihm vorhatten. Er ist erst 5 Jahre alt und sollte ausgemustert werden und sterben. Warum? Auf dem Papier stehen zwar seine Ahnen, er selbst ist merkwürdigerweise namenlos...
Wir mussten wieder Abschied nehmen. "Butzi" kam 1997 unter den Schutz von Michael Aufhauser. Dort, wo er herkam, war zeitweise ein Kuckuck auf seiner Box... Sein Leben, sein Tod...

Die "Loser". Verlierer aus bestem Hause

Mit eingeflochtener Mähne zum Schlachten. Was für ein Hohn?

Ein kerngesunder 5-jähriger Warmblut-Rappe als "Schlachter" bei einem Händler, das ist eher ungewöhnlich. Möchten wir wenigstens glauben. Geben dieses und andere Pferde mit ähnlichen Papieren Einblick in die Vorgehensweise von Züchtern und Händlern? Fest stand, dass Pergamon II, wie wir ihn jetzt nennen, zum Export als "Schlachtpferd" entweder nach Italien oder in den Osten bestimmt war. Dort sollte er sterben. Aber dieses Warum geht uns nicht aus dem Kopf.

Martina und Eva öffnen die Mähne auf Gut Aiderbichl

Mit eingeflochtener Mähne stand der Todeskandidat im Händlerstall. Was soll das denn, dachten wir. Hatte man ihm noch eine Chance als Reitpferd gegeben? Hatte man auf dem Pferdemarkt, wo er einige Stunden vorher angebunden stand, noch gehofft, dass sich ein Hobbyreiter interessiert? Musste er noch einmal in einem Turnier "auftreten", gewissermaßen als allerletzte Möglichkeit, dass er weiterleben durfte? Bleiben wir bei den Fakten. Er ist erst 5 Jahre alt, bildschön und sollte definitiv sterben. Im Sport war er offensichtlich nicht gut genug.

Sein erster Aufgalopp in Freiheit

Sicherlich gibt es so etwas wie mehrere Selektionsstufen bei teuren "Sportpferden". In seinen Papieren steht, dass er als Saugfohlen prämiert wurde. Die erste Hürde geschafft. Dann wuchs er auf und nach etwa drei Jahren wurde er trainiert. Bald schon musste er auf Turnieren sein Talent zeigen. Die zweite Hürde. Dann aber war er nicht so platziert, dass er seiner Ahnentafel gerecht wurde. Diese Hürde hat er nicht geschafft. So muss es gewesen sein. Bei Luxus-Autos kann man auch keine zweite Wahl kaufen. Entweder ist das Auto der Marke entsprechend gut, oder es wird garnicht erst angeboten - verschrottet. Und Tiere, das dürfen wir niemals vergessen, sind für die meisten nur eine Sache. Traurig nehmen wir das zur Kenntnis und bedauern, dass der im Abstieg begriffene Reitsport nicht versteht: Hätte ein kleines Mädchen dieses Pferd wie wir zum Schlachtpreis unter € 1.000,- gekauft und irgendwann ein großes Turnier gewonnen, hätte der Reitsport eine Geschichte, die zum Träumen geeignet wäre.

Abschied von "Butzi"

Wie schnell 17 Jahre vergehen. Damals wurde Michael Aufhauser durch eine Freundin auf "Butzi" aufmerksam gemacht. Und wieder ist er ein typisches Beispiel gewesen, wie die meisten Menschen Tiere sehen. Damals waren seine Besitzer aus irgendeinem Grund zahlungsunfähig und so klebte ein Kuckuck an seiner Box. "Butzi" galt als pfändbarer Wertgegenstand. Dann brachten sie alles in Ordnung und stimmten, bedingt durch eine Krankheit, der Übernahme durch Michael Aufhauser als "Gnadenhofpferd" zu. Damals gab es noch gar kein Aiderbichl.

Seine Freundschaft mit der inzwischen verstorbenen Lady war legendär auf Gut Aiderbichl. Butzi hätte niemals liebenswürdiger und braver sein können. Wäre er ein Mensch gewesen, würde man sagen, er war ein Herr.

Dass er an einer unheilbaren Krankheit litt, wussten wir schon von Anfang an. Doch das Schicksal meinte es gut mit ihm. Als jetzt seine Krankheit mit voller Kraft ausbrach, mussten wir ihn friedlich gehen lassen. Er hat nicht gelitten. Wir danken allen Aiderbichlern und Paten, dass wir diesem wunderbaren Rappen ein schönes Leben bieten konnten. Er verstarb mit 32  Jahren. Sein richtiger Name war Pergamon, und den haben wir an Pergamon II, den Namenlosen, weitergegeben. Er wird uns immer an ein Pferd erinnern, das nicht deutlicher hätte zeigen können, dass Tiere fühlende Mitgeschöpfe sind. Wir sind unendlich traurig.

Aber das nächste Schicksal wartet schon wieder. Eine bildschöne 11-jährige Araber-Stute soll auf den Todestransport in den Osten gehen. Wir möchten helfen und benötigen dringend die Unterstützung von Paten. Wer kann helfen? Mit einer Patenschaft (ab € 10,- monatlich) oder einer Spende. Ein besseres Bild konnten wir im Händlerstall nicht machen.

Was hat sie so jung zu einer Todeskandidatin gemacht? Und wieder werden wir recherchieren. Aufklären und den Finger auf die Wunde legen, wo es schief läuft, im Umgang mit Tieren. Einen Namen hätten wir schon für sie: Lady II. Sie darf nicht sterben!

Mit mehr als 750 geretteten Pferden setzt Gut Aiderbichl ein wichtiges Zeichen in unserer Zeit.

Werden Sie symbolisch Pate von %s und damit ein echter Aiderbichler!

Ja, ich möchte jetzt Pate werden! Unsere Tiere brauchen Ihre finanzielle Unterstützung, damit Sie ein unbeschwertes Tierleben haben können.
Informieren Sie sich hier, wie Aiderbichl finanziert wird. >>
<< Zurück