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Mariella

Angekommen im Bauch ihrer Mama Fiona

In meiner Kolumne „Die Bedeutung von Ostern“ habe ich Ihnen ein nachträgliches Ostergeschenk versprochen: die Geschichte über unsere Mariella – wie sie kam, wie es ihr heute geht. Mariella ist ein sehr aufgewecktes junges Pferd, am schönsten ist es für sie, wenn sie draußen ist mit Ihrer Mama, den Mariandls und der Vera. Sie ist die eigentliche Chefin in dieser Damenrunde.

Fiona - die Mama, ehemalige Zuchtstute

In den letzten Wochen genieße ich vor allem die Ruhe, die unsere geretteten Tiere ausstrahlen. Fiona müsste eine Medaille dafür bekommen: sie ruht in sich selbst. Fiona ist eine mittlerweile 12 jährige Schwarzfleck-Noriker Stute. Mit ihr wurden wunderschöne Fohlen gezüchtet. Dann kam Henry – dann kam der Pferdemarkt. Henry ist dunkel, hat eine schliefe Blesse auf der Stirn. Mit Fiona wollte man nicht mehr züchten, und mit Henry war ein Fohlen mehr auf der Welt, das nicht der Zuchtnorm entsprach.

Eine glückliche Familie: Fiona, Henry und die kleine Mariella

„Norm“ – ein Wort, dass mich im Zusammenhang mit Lebewesen und der Natur erschrickt. Ich behaupte, dass auch jeder kleine Regenwurm, jedes Huhn, jeder Käfer in der Natur keiner natürlichen Norm entspricht. Die Menschen haben das Schubladensystem erfunden: die Norm. Was nicht der Norm entspricht, muss weg. Eine Tierfreundin wurde auf Henry aufmerksam und hat sein Leben gerettet. Er war eben für die Zucht nicht geeignet und wäre zum Schlachter gebracht worden. Sie setzte sich unermüdlich für das Leben der Fiona und ihrem Fohlen ein, und beide kamen nach Gut Aiderbichl Henndorf. Fiona mit einem süßen Geheimnis in ihrem Bauch.

Einfach zum Nachdenken … Für Pferdekinder „außer“ der Norm gibt es keine Gnade

Haben Sie gewusst, dass Pferdefleisch aus anderen Ländern importiert wird und dann dem Konsumenten als regionales Pferdefleisch angeboten wird? Es ist leider eine knallharte Tatsache. Fohlen aus Österreich und Deutschland werden exportiert. In großen LKWs tragen die kleinen verstörten und vor Angst zitternden Fohlen ihr Fleisch selbst zum Schlachter. Machen Sie bitte eine Minute die Augen zu, und zwingen Sie sich dieses entsetzliche Szenario vorstellen zu können. Die Fohlen begeben sich auf die einzige und letzte Reise in ihrem jungen Leben. Sie wiehern weinend dicht gedrängt im Transporter. Sie weinen um ihre Mama und zu Hause im Zuchtstall weint die Stute um ihr Fohlen. Es geht um die Zuchtnorm, um Fleischkonsum und um Geld. Es geht nicht um die Gefühle eines Tieres. Bei solchen und ähnlichen Aktionen interessiert sich der Mensch nicht für die Gefühle von Tieren.

Fionas Geheimnis wurde am 18. April 2014 geboren

Sie kam mit ihrem Fohlen Henry und war glücklich. Irgendwie wurde ihr Bäuchlein immer runder und irgendwann hieß es: „Fiona ist tragend!“. Wir waren alle sehr aufgeregt. Wenn man Fiona beobachtet, mit ihr spricht und sie im Bereich der Ohren und am Hals massiert, schließt sie die Augen und genießt. Sie ist eine echte Lady. Henry lebt mit seinen Freunden zusammen, Fiona und Mariella, ihr süßes Geheimnis, stehen in der Pferdestallgasse in Henndorf.

Mariella – „kleine Maria“, Gottes Geschenk

Mariella wurde in der Nacht des Karfreitag 2014 geboren. Als ich an diesem Karfreitag in die Arbeit kam, herrschte große Aufregung am Hof. Alle Tierpfleger hatten leuchtende, glückliche Augen. Am meisten leuchteten die Augen der frischgebackenen Mama Fiona. Mariella hatte damals elendslange Beine, einen entzückenden schlanken Körper und ein wunderschönes Köpfchen. Leonardo Da Vinci hätte sie nicht schöner malen können. Eine herrliche Fellfärbung in schwarz-weiß. Langsam ging ich zur Pferdebox und sprach zu Fiona: „Jetzt hast Du der „Normgesellschaft“ ein Schnippchen geschlagen, meine Liebe!“ Fiona schaute mich an: „Ja, mein kleines Fohlen ist gesund, wunderschön und ich befürchte, sie wird eine verwöhnte Prinzessin von Gut Aiderbichl werden. Aber ist schon gut.“

Die kleine Mariella mit ihrer Mama beim Toben

Ein wahres Temperamentsbündel ist aus Mariella geworden. Als ich sie nach ihrer Geburt betrachtete, machte ich einen symbolischen Kniefall vor der Natur. Fiona hat drei graugefärbte Fesseln und eine weiß gefärbte, Mariella hat drei weiße und eine graue Fessel. Fiona hat eine leicht gräuliche Mähne, Mariella eine weiße. Nun ist sie sechs Jahre alt – sie wird noch weiterhin wachsen. Wenn Mutter Fiona und ihre Tochter in der Sonne stehen und relaxen, ihre Mähne im Wind leicht weht, die Unterlippe locker und entspannt ist, dann denke ich mir: Es wäre eine Katastrophe gewesen, hätte vor einigen Jahren eine tierliebende Frau nicht geholfen. Das Drama hätte bedeutet: Fiona, Henry und das kleine süße Geheimnis Mariella – alle drei wären zum Tode verurteilt gewesen.

Auch heute sind die beiden ein Herz und eine Seele - wenn Mama Fiona (links) auch immer darauf achten muss, dass die Mähne von Mariella (rechts) nach dem Toben auf der Weide gut sitzt

Nicht wegschauen – hinschauen und reagieren

Die Natur hat uns mit wichtigen „Sensoren“ ausgestattet: mit den Sinnen. Die Ohren zum Hören, die Augen zum Sehen, die Nase zum Riechen. Alles in der Natur hat seinen Sinn, wir sollen unsere Sinne einsetzen. Die tierliebende Frau hat es gemacht, und so drei Pferde glücklich werden lassen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihre Sinne einsetzen: hören Sie hin, was uns die Natur gerade sagen will, horchen Sie in dieser nun technisch ruhig gewordenen Zeit auf das Vogelgezwitscher und sehen Sie die Schönheit um sich herum. Bleiben Sie alle gesund: „Pfoten waschen – Abstand halten – durchhalten“.
Das ist nun doch eine Norm, die wir einhalten müssen – hier geht es um die Gesundheit der Menschen und den behutsamen Weg zurück zu einem normalen Leben. Halten Sie durch, die geretteten Tiere von Gut Aiderbichl freuen sich, wenn das OK kommt, dass die Tore wieder geöffnet werden dürfen. Herzlichst, Gisela

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