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Meine Bonnie

Tierpflegerin Bettina erzählt von Ihrer Arbeit

 

Bonnie lebt in der größten Gruppe mit Moritz, Anton, David, Schuscha, Lingoa, Xsara, Susi und Helene. Ihre beste Freundin ist Helene, mit ihr genießt sie intensives Grooming, dabei wird liebevoll die Augen, Nase, Ohren,.. jedes Hautschüppchen untersucht und gepflegt.

Wie ich Bonnie kennenlernte merkte ich schnell: sie ist eine sehr intelligente, gegenüber fremden Personen vorsichtige und skeptische Schimpansendame.

Als sich ihr Wesen und Körper veränderte war natürlich die Sorge groß um sie, als dann die Diagnose feststand und klar war, dass die Medikamente nicht ausreichen würden, sondern wir ihr ab nun auch Insulinspritzen verabreichen sollen, war das für mich ein Weltuntergang. Wie würde Bonnie das verstehen? Ich hatte große Bedenken durch ihre traumatisierende Vorgeschichte, wie würde Bonnie das aufnehmen, dass sie erneut und regelmäßig mit Spritzen konfrontiert werden muss?

Meine erfahrenen Kolleginnen begannen mit dem Training bei Bonnie. Als das überraschend gut funktionierte, begann meine Zusatzausbildung: der richtige Umgang mit Insulin und Spritze. Dann kam mein erster Tag mit Bonnie. Bonnie wusste ja schon genau Bescheid und merkte schnell, dass ich total aufgeregt war - bei der ersten Urinprobe gab sie mir zu verstehen „Du bekommst von mir gar nichts!“. So saß ich vor ihr, die Zeit verging und das ganze gute Zureden half nichts. Dann endlich, aus irgendeinem Grund, hatte sie plötzlich Mitleid mit mir und gab mir ihre Harnprobe. Mit der Insulinspritze funktionierte es glücklicherweise von Anfang an recht gut, sie wusste ja schon das ihr das guttat.

Ein paar Kleinigkeiten, besonders am Anfang weil ich noch so unsicher war, irritierten Bonnie. Sie stellte sich mit ihrem Oberschenkel nicht ganz an das Gitter um die Injektion zu bekommen. Ihr Blick sprach Bände und meinte: „Na Anfängerin, schaffst Du es?“.  Mein eigentliches Problem bemerkte ich schnell, es war meine Unsicherheit sowie das Drängen, wenn sie in den Andockkäfig kam und ich ihr zu oft das Kommando für Harn lassen gab. Es war schlicht und einfach zu nervig für Bonnie. Das Resultat war, dass sie mir in die sterile Harnschale spuckte. Das bedeutete es war alles umsonst, das Ergebnis wäre verfälscht. Aber mal ehrlich, wer kennt das nicht, man geht zum Arzt, er sagt er braucht eine Harnprobe und genau dann geht es nicht. Natürlich wünscht man sich dann nicht auch noch eine Person, die während dessen vor einem steht und stresst.

Aber auch ich lernte, und wir begannen uns gegenseitig zu vertrauen, wenn ich heute zu der Gruppe gehe, sage ich nur einmal „Bonnie“ und zeige ihr die Urinschale. Sofort versteht Bonnie und kommt zum Tunnel, um in die Aufenthaltsbox hereingelassen zu werden. Sie bekommt dann noch ihre Insulinspritze durch das Gitter und dann kann sie auch schon wieder zu ihrer Gruppe.

Einmal hatte Schuscha, eine Schimpansendame aus der Gruppe, Bettwäsche mit in die Aufenthaltsboxen genommen und in das Gitter geflochten. Als sich Bonnie für die Insulinspritze mit ihrem Oberschenkel an das Gitter drückte, konnte ich Ihr natürlich nicht die Spritze verabreichen – die Bettwäsche war ja im Weg. Während ich noch überlegte, wie ich Bonnie erklären sollte, was das Problem war,  folgte Bonnie meinen Blicken und verstand sofort!!! Sie fädelte geschickt die Bettwäsche aus dem Gitter, hielt mir ihren Oberschenkel zur Injektion her und schaute mich mit ihren so tiefen Augen an, die mir sagten: „So du kannst loslegen, alles klar“. Da überkommt mich heute noch die Gänsehaut und zeigt, wie intelligent und wahnsinnig empathisch meine Bonnie ist!

 

 

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