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Mittelalter aus Tradition

Jedes Jahr finden in der nordspanischen Stadt Pamplona die „Sanfermines“ statt, ein großes Fest, einerseits zu Ehren des heiligen Fermin, der vor 1800 Jahren in Frankreich Bischof war. Andererseits gehören zu dieser Festivität eine morgendliche Stierhatz und ein darauffolgender Stierkampf. Alle Jahre wieder vom 7. bis zum 14. Juli.

Das Stiertreiben beginnt morgens um acht, wenn jeweils sechs Stiere mit Kuhglocken um den Hals durch die engen, gepflasterten Straßen der historischen Altstadt stürmen, ausrutschen und sich teils schwer verletzen, getrieben von hunderten weiß gekleideten Männern, die sie in die Stallungen der Arena hetzen.

 

Beim Stierkampf werden die ohnehin schon erschöpften und verwirrten Tiere dann auf die bekannt feige Weise getötet, in der Regel sechs pro Tag, macht in acht Tagen 48.

 

Es gehört zu den Konsequenzen des unerhörten Spektakels, dass Blut fließt in den Straßen der Stadt, wo Menschen rudelweise Stiere jagen und in den engen Gassen Panik und Aggression entstehen. Aber Millionen Touristen finden das mörderische Gemetzel offenbar sehr ansprechend und zahlen richtig viel Geld, um dem Nervenkitzel beizuwohnen. Immer wieder, weshalb man auch nicht aufhören darf, davon öffentlich zu reden.

 

Eigentlich gehört so etwas schlicht verboten, da kann es doch keine Diskussionen geben, auch wenn der Bürgermeister von Pamplona die „Sanfermines“ als „ein Fest für die ganze Familie“ empfiehlt. Das kann und darf eigentlich nicht war sein. Aber der Stierkampf hat eine Jahrhunderte alte Tradition. Außerdem hat das Fest der weltbekannte Schriftsteller Ernest Hemingway in seinem Roman „Fiesta“ verewigt.

Aber was ist das denn für eine Tradition, die aus Tierquälerei, Zynismus, Selbstgefährdung, Eitelkeit und Lebensverachtung besteht. Im Jahr 2013 wurde das blutige Spektakel vom spanischen Parlament auch noch zum „immateriellen Kulturerbe“ erklärt. Als müssten wir Mittelalter bleiben, aus Tradition. Immerhin interessieren sich jüngere Menschen heute weniger für den Stierkampf. Mehr als ein Fünftel der jungen Spanier wollen davon nichts wissen. 2012 wurden noch 475 Kämpfe ausgereichtet, 2016 waren es nur noch 386. Natürlich immer noch viel zu viele. Auf Mallorca und Ibiza immerhin darf der Stierkampf nur noch in sehr eingeschränkter Form stattfinden.

 

Auf unserem Aiderbichler Gut Kilb lebt der Stier Francis II, der aus der Zucht ausgemustert und vermutlich geschlachtet werden sollte. Er ist ein sanfter Riese und fühlt sich bei uns glücklich zu Hause. Werden Sie Pate von Francis II und unterstützen Sie damit unsere Arbeit für die Tiere.

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