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Nachruf

Die kleine Lulu ist über die Regenbogenbrücke gegangen

Liebe Aiderbichlerinnen, liebe Aiderbichler,

die aktuelle Corona-Krise ist für uns alle eine schwere Zeit, in der jeder von uns mit seinen ganz persönlichen Themen zu kämpfen hat. Und auch wir, auf Gut Aiderbichl, tun jeden Tag alles, um die Versorgung unserer geretteten Tiere gewährleisten zu können. Als Geschäftsführer bin ich seit dem ersten Tag voll und ganz mit der Bewältigung dieser Krise beschäftigt – trotzdem dreht sich unser aller Leben weiter. So auch am heutigen Tag, als mich ein Anruf meines Mitarbeiters erreichte, der mir schlechte Neuigkeiten überbringen sollte.

Meinem Hund Lulu ging es so schlecht, dass die Tierärztin leider keine weitere Hoffnung für sie hatte. Sie wollte schon seit längerem nicht mehr fressen, baute rasant ab und auch die Leber hatte begonnen ihren Dienst einzustellen… Wir mussten die kleine Lulu über die Regenbogenbrücke gehen lassen.

Lulu kam im Jahr 2006 zu uns. Eine Frau auf dem Parkplatz von Gut Aiderbichl hatte versucht an unsere Besucher Welpen zu verkaufen und so wurden wir Akteure in einem Drama. Mit der Hilfe der Polizei und dem Veterinäramt konnten wir die Beschlagnahmung von 69 Hunden und 12 Katzen erreichen, die in einem Wohnwagen gehalten wurden. Sie befanden sich auf dem Weg von Ungarn nach Berlin. Lulu fiel uns durch ihre Behinderung auf. Die Chancen, dass sich jemand der kleinen Lulu annehmen und ihr ein Zuhause geben würde, waren gering. Michael Aufhauser erklärte sich sofort bereit Lulu und ihre Cousine Ricki bei sich in seinem Haus aufzunehmen. Lulu, die zu diesem Zeitpunkt wenige Monate alt war, zeigte schon damals unglaublichen Kampfeswillen.

Die kleine Lulu in jungen Jahren

Sie war geistig, wie auch körperlich eingeschränkt, verlor immer wieder die Orientierung und drehte sich im Kreis. Oft wurden Michael und ich von Menschen angesprochen, warum wir Lulu nicht einfach einschläfern würden, warum wir sie so leiden lassen. Doch über die letzten Jahre hinweg hat sie uns immer wieder bewiesen, dass sie trotz aller Einschränkungen und Probleme Spaß hat – dass sie leben möchte. Natürlich war uns klar, dass es Lulu wohl schwerer haben würde, als andere Hunde doch Michael versprach ihr, alles zu geben um ihr ein schönes Leben zu schenken. Und sie dankte es ihm jeden Tag. Wenn sie mit Ricki spielte, wenn vor Freude „tanzte“, wenn sie glückselig am Abend, nach einem aufregenden Tag, einschlief. Mehr Gründe, um ihr Leben zu kämpfen, brauchten wir nicht. Jede Hürde hat Lulu mit einer Stärke genommen, die ich mir für mich selbst oft gewünscht hätte. Oft ist es schlecht um sie gestanden und nicht nur einmal hatten wir Angst, Lulu zu verlieren. Aber sie hat es immer wieder geschafft.

Die kleine Lulu mit dem unglaublich großen Herzen hat mir jeden Tag die Kraft gegeben weiter zu machen. Hat mir gezeigt, wie wunderbar das Leben sein kann, trotz Einschränkungen. Lulu hat mir durch so viele schwere Zeiten geholfen. Aber nicht nur mir. Alle die sie kennen, haben von ihr so wahnsinnig viel gelernt.

Kleine Lulu, wir alle werden Dich niemals vergessen und wir sind dankbar dafür, dass wir Dich auf Deinem Lebensweg begleiten durften. Wir danken auch allen Aiderbichlern, die mit einer Patenschaft für Lulu ein Zeichen gesetzt haben, dass auch Tiere mit einer Behinderung ein lebenswertes Leben führen können.  

Ihr Dieter Ehrengruber

Lulu, wir werden dich nie vergessen

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