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Abschied von einer „Institution“

Quintus ist von uns gegangen

Gerne erinnern wir uns an den Tag zurück, als Quintus Aiderbichler wurde. Er war etwas Besonderes, das konnte man auf den ersten Blick sehen. Die Ruhe und Gelassenheit, die er ausstrahlte, gab er an unsere Besucher auf Gut Aiderbichl Deggendorf weiter.

Geboren im Jahr 1993, durfte er seine Jugend auf wunderschönen Weiden mit Artgenossen verbringen. Schon zu diesem Zeitpunkt war klar: der Junge hatte Potential. Nachdem er eingeritten war, wurde er für die Reiterstaffel München ausgewählt. Eine Ehre, aber auch eine große Verantwortung, Quintus musste lernen, im Einsatz ein krisensicherer Kamerad zu sein. Die Ausbildung war hart, denn die Arbeit als Polizeipferd entspricht so gar nicht ihrer natürlichen Veranlagung als Fluchttier. Egal ob Pistolenschüsse, Trommeln, Geschrei oder Menschenmengen – Quintus darf nicht in Angst verfallen. Bereiter und Pferd müssen ein Team sein und sich aufeinander verlassen können.

Quintus war ein ganz besonderer Begleiter.

Quintus ist ein wahrer Freund und absolut verlässlich, das hat er in den Jahren im Einsatz bewiesen. Sein Bereiter Stefan vertraute ihm tagtäglich sein Leben an und das, ohne zu zögern.

Im Jahr 2007 bemerkten die Beamten, dass mit Quintus etwas nicht stimmte. Eine tierärztliche Untersuchung zeigte: Arthrose, die ihn für den Polzeidienst untauglich machte. Fortan tat sein Bereiter und die Kollegen der Polizeireiterstaffel alles, um für Quintus einen guten Platz zu finden. Auf Gut Aiderbichl Deggendorf fand er am 25. Mai 2007 nun seine Heimat.

Die Jahre vergingen und vielen Besuchern blieb er in Erinnerung. So mancher Gast schwärmte von dem charmanten braunen Herrn, der ihnen so viel innere Ruhe schenkte, aber auch so viel Freude.

In diesem Jahr machte uns Quintus große Sorgen. Sein Gesamtzustand verschlechterte sich, was nicht nur auf sein Alter zu schieben war. Zu seiner Cushing-Erkrankung (eine Erkrankung der Hirnanhangdrüse) kam nun auch noch Mauke (Hautentzündung an den Beinen) und ein übergroßes Sarkoid im Gesicht dazu.

Seit diesem Jahr haben wir nun die Möglichkeit, Pferde mit schweren Erkrankungen in einer Pferde-Reha-Klinik in Egg in der Schweiz behandeln zu lassen. Das Team vorort besteht aus absoluten Professionalsten auf ihrem Gebiet und behandeln erkrankte Pferde mit absoluter Hingabe. Und das Tolle: Diese Reha-Klinik gehört seit 2020 zum Verbund der Aiderbichler Gnadenhöfe dazu.

Doch trotz allem haben wir uns die Entscheidung nicht leichtgemacht, ob wir ein Pferd mit 27 Jahren auf diese Reise schicken sollen. Nach einer Untersuchung durch unsere Tierärzte, die uns eine Transportfähigkeit bestätigten, wollten wir ihm eine Chance geben – wollten und mussten ihm helfen.

Gemeinsam mit Talizman, der ebenfalls eine spezielle Betreuung brauchte, wurde er in die Schweiz gebracht, in fachkundige Hände.

Ganz der Polizist, checkte Quintus die Lage, beurteilte die Pfleger, Ärzte, den Stall und natürlich auch die Weiden. Sein Urteil: Perfekt für ein Leben ganz nach seinem Geschmack. Er lebte sich schnell ein und genoss das Leben dort sehr.

Am Morgen seines letzten Tages war alles so wie immer. Er konnte es kaum erwarten, bis er sein Kraftfutter bekam und bettelte unsere Pfleger förmlich an – so wie immer. Als er eine Stunde später Koliken bekam, wurden sofort alle nötigen Behandlungen eingeleitet. Doch nichts sollte helfen, Quintus hatte starke Schmerzen. Auch als er in der Klinik in Zürich eintraf, wollte kein Medikament, keine Infusion und keine Behandlung helfen. Immer öfter bekamen wir das Gefühl, dass unser Freund Quintus nicht mehr konnte. Doch wir wollten alles machbare für ihn tun, denn das hatten wir ihm ja versprochen.

Wir haben wie die Löwen um sein Leben, um unseren Freund, gekämpft und leider den Kampf verloren. Quintus konnte nicht mehr, das gab er uns ganz deutlich zu verstehen. In seinen Augen lag eine Endgültigkeit, die uns die traurige Gewissheit gab. Gemeinsam mit den behandelnden Tierärzten, den Pflegern und Geschäftsführer Dieter Ehrengruber trafen wir die schwere Entscheidung und ließen unseren Freund friedlich gehen.

Seine Freunde Kronos, Nixon und Mona erwarten ihn schon im Pferde-Himmel.

„Manchmal bist du in unseren Träumen,

oft in unseren Gedanken…

und für immer in unseren Herzen!“

Quintus, wir werden dich vermissen und immer an dich denken. Von deinem Mut, deiner Gutmütigkeit und deiner liebenswerten Art werden wir auch weiterhin unseren Besuchern erzählen. Nun hast du dich in die Reihe der Engel eingereiht, die über uns wachen. Grüße uns alle, die bereits von uns gegangen sind und ruhe in Frieden.

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