A A A
Mein Aiderbichl | login

Passwort vergessen

Passwort vergessen Registrieren / Pate werden Infos zur Patenschaft

Schließen

Aus der Sicht einer Aiderbichlerin

Die Räuberbande und der Edelmann

 

Manche Menschen reagieren entsetzt, wenn ich bei der Begrüßung sage, dass Gut Aiderbichl mit über 6.000 Tieren, die wir retten durften, Europas größter privater Gnadenhof ist. Im Laufe meines Vortrages bringe ich sie zum Nachdenken, vielleicht manchmal zum Kopfschütteln, sehr oft zum Weinen, aber auch zum Lachen. – In Henndorf kann es auch ganz schön lustig und schelmisch zugehen, dafür sorgen meistens unsere 38 Esel.

Meine Führungen bringen die Gäste am Ende des Rundganges in den Eselstall. Hier leben viele verschiedene Charaktere, und jeder Esel bringt seine Geschichte mit auf den Gnadenhof von Gut Aiderbichl.

Der Esel wird generell unterschätzt, falsch interpretiert und als stures Tier abgestempelt. Wenn wir Menschen sagen: „du dummer Esel, du dumme Gans, du blöde Kuh, du blöder Affe…..“, so sind dies Beleidigungen an das Tier. Wie wenig wissen wir über ihre Seele, ihre Gefühle, ihre Körpersprache. Wie schnell und ungerecht sind wir im Urteilen.

Esel haben einen eigenen starken Charakter. Esel sind stolz, klug, hoch sensibel, lausbubenhaft, schelmisch, hinterlistig, geschickt und wickeln uns mit ihrem treuen Blick täglich aufs Neue um den Finger.

Ich möchte Ihnen heute unsere Räuberbande und den Edelmann vorstellen. Die Mitglieder dieser Bande leben im Henndorfer Eselstall und überraschen uns immer wieder mit ihren Lausbuben-streichen. Jedes Mitglied der Räuberbande ist eine ausgeprägte Persönlichkeit. Wie Schüler in einer Schulklasse, so ist jeder Esel unterschiedlich und besonders von seinem Wesen her.

Was macht nun also die Räuberbande aus?

Aktiv werden sie meistens spät abends, wenn ihnen das Heu in den Boxen ausgeht. Wenn der Magen zum Knurren beginnt, machen sie sich auf den Weg in die Pferdestallgasse: Falco, Mario, Johnny, Sascha, August und Pedro sowie der adelige Kronprinz Rudolf.

Falco hat seinen langohrigen Freunden beigebracht, wie man die Boxentüren öffnet. Mit den Lippen, den Zähnen, wenn es sein muss, mit ein paar Hufschlägen gegen die Boxentür. Dann heißt es: „Passt, Jungs, auf geht’s. Und bitte leise, damit uns der Nachtwächter nicht hört.“

Die anderen Esel, die schlafen möchten meinen „ach, seid doch endlich ruhig, ich will schlafen…. Was, …. Mitkommen? Warum eigentlich nicht?“.

Nun schleicht die Eselkarawane, angeführt von Falco, in die Pferdestallgasse. Falco, der Anstifter: „Die Luft ist rein. Kein Nachtwächter in Sicht. Pferdeboxen öffnen, ihr wisst ja noch, wie das geht? Flott … geht schon …. Pedro, pass auf, andersrum…. Kein Problem, wirst es schon noch lernen“. Die Esel sind nun in den Pferdeboxen, was wiederum manchen Pferden, wie beispielsweise Mariella, eine wunderschöne Schwarzflecknorikerin, nicht so gefällt, und diese sich für einen Spaziergang außerhalb der Box entscheiden.

Dann, ein zaghafter Iah-Ruf von Sascha – der Nachtwächter kommt von der Außenhoftour zurück.  Er wundert sich nicht mehr, dass ihm Mariella am Hof entgegenkommt und unschuldig schaut. Zähneknirschend aber schmunzelnd meint er: „Eh klar, immer die gleichen. Der Falco, der Mario, der Johnny, der Sascha, der Kronprinz und auch die beiden Neuen. August und Pedro! Ab mit euch ins Eselhaus. Das gibt einen Eintrag ins „Klassenbuch“ meine Freunde. Vorher muss ich aber die Pferde wieder in die Stallungen bringen. …. Was soll’s: wichtig, es geht ihnen gut. Diese Lausbuben!“.

Ganz brav und mit unschuldigem Esellächeln marschiert die Karawane wieder zurück ins Eselhaus.

Wenn man weiß, wie traurig und malträtiert manche Esel auf Gut Aiderbichl angekommen sind, und wie lebensfroh und spitzbübisch sie sich nun verbünden, geht einem das Herz auf, und man kann sich über ihre nächtlichen Ausflüge nicht wirklich ärgern.

Jeder der Räuberbande ist ein ganz besonderer Esel. Falco mit seinen treuseligen Augen ist der Anführer. Er ist sozusagen der Ausbrecherkönig. Es freut ihn richtig, wenn er den anderen den Weg zum Beutezug freimacht und die Boxentüren aufmacht. Ein Karabiner und zwei Riegel am Türchen öffnet er mit Links. Falco hat es faustdick hinter seinen schönen langen Eselsohren. Brav und unschuldig schauend begrüßt er täglich die Besucher mit einem warmen „Iah“.

Mario, Falcos Freund, hatte ich eigentlich im Verdacht, der Oberlausbub zu sein. Total verkannt. Als Mario auf Gut Aiderbichl ankam, war er sehr verunsichert und doch zugleich auch ein wilder Eselbursche. Wenn er ängstlich ist, wenn ihn etwas verunsichert, beginnt er extrem zu schwitzen und seine Unsicherheiten überspielt er mit seinem „Wildsein“. – Mario liebt den jährlichen Weihnachtsmarkt, das ist die Zeit des Glühweins und der Bauernkrapfen. Mario versucht immer Glühwein zu schlecken, dafür stößt er schon mal vorsichtig mit der Lippe an einem Becher um einen Tropfen zu erhaschen. Wenn ich bei den Führungen von Mario erzähle, dann stupst er mich mit seiner weichen Nase, stellt den Kopf schief und blinzelt mich mit seinen wunderschönen dunkelbraunen Augen an. Dann kann ich in seine empfindsame Eselseele, die er wohl geheim halten möchte, schauen. Er ist wie viele Menschen auch: raue Schale, weicher Kern. Verkannt. Es ist schön, sein Wesen zu studieren.

Mario

Der Dritte im Bunde ist Sascha. Er kümmert sich rührend um Eselneuankömmlinge. Spielt mit ihnen und ist seinen Freunden ein einfühlsamer und ehrlicher Kamerad.

Sascha

Johnny, Marios bester Freund, ist wunderschön mit seinem grau-weißen Fell und den dunklen Eselsaugen. Er ist einer der Esel, die nicht nur für ein Leckerli mit uns schmusen wollen – er genießt das Streicheln seiner Ohren, das Kraulen am Rücken und, wenn er besonders genießt, darf man ihn an sich drücken und er läuft nicht weg. Aber: in Wirklichkeit will Jonny cool sein.

Johnny

Kronprinz Rudolf, ein Edelmann in Eselsgestalt, ist ein österreichisch-ungarischer Barockesel. Kein Albino wie viele irrtümlich meinen. Oh nein, er hat wie alle Barockesel leuchtende, verführerische, zart-blaue Augen. Er beherrscht sämtliche Esel-Flirt-Manieren: schmachtender Blick, lächelnde Esellippe, ein leises Iah-Lied – und schon schmelzen die Herzen der Pflegerinnen dahin und auf diese Art ergattert sich Rudolf immer Extra-Karotten.

Die zwei Neuen – August und Pedro – verstärken seit ein paar Wochen die Eselbande. August ist sehr selbstbewusst und voller Power, Pedro ist noch etwas schüchtern und zurückhaltender. – Ich werde sie beobachten, und Ihnen in ein paar Monaten über die beiden mehr erzählen können.

August und Pedro

Es ist schön, zu sehen, wie unsere Esel auf Gut Aiderbichl ihre Charaktere entwickeln können, mit all ihrer Lebensfreude und Fröhlichkeit! Ob sie das, was man ihnen vor Jahren angetan hat, vergessen konnten?

Es gibt noch viele Geschichten über unsere Esel, ich freue mich auf die nächste Führung mit Ihnen, herzlichst, Gisela

Werden Sie symbolisch Pate von allen Tieren und damit ein echter Aiderbichler!

Ja, ich möchte jetzt Pate werden! Unsere Tiere brauchen Ihre finanzielle Unterstützung, damit Sie ein unbeschwertes Tierleben haben können.
Informieren Sie sich hier, wie Aiderbichl finanziert wird. >>
<< Zurück