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Rettung der Pelztier-Füchsinnen - Teil 1

Allzu brutale Szenen die zeigen, wie Pelz "erzeugt" wird, gelten als Abschalter, denn das will niemand sehen. Auch nicht hören, denn die Tiere schreien laut, wenn sie sterben. Schnell weiterschalten, dann ist die Welt wieder in Ordnung. Gut Aiderbichl weist mit der Rettung von sechs Pelztierfarm-Füchsinnen sanft, aber deutlich, auf die Tragödie dieser armen Tiere hin. In unserer Fuchs-Trilogie erleben Sie die Freilassung von fünf Füchsinnen - diese Botschaft sollte ankommen...

Berührende Begegnung mit der Welt draußen Fuchs-Trilogie - Teil 1

Mitten im Sommer - da sind sie weit weg. Weit und breit kein Pelzkragen in Sicht und auch keine Pelzbommel-Mützen. Nur im Winter meldet sich hier und da ein Sender oder eine Zeitung mit kurzem Entsetzen über den alljährlichen Pelzwahn - die Bilder dafür sind sorgfältig ausgewählt. Unsere Geschichte klärt auf, denn der nächste Herbst kommt...

Aus den Augen, aus dem Sinn? Wie lassen sich Menschen erreichen, die nicht wissen, dass Pelze und Felle aus Farmen immer aus grausamer Haltung stammen? Für jeden Pelzkragen ist ein Tier qualvoll gestorben. Es sind zynische Trophäen, die im Winter durch die Fußgängerzonen getragen werden. Längst nicht mehr als Mantel, denn der ist out und gilt höchstens noch in Schwellenländern als Statussymbol. Dafür gehen die Krägen in Serie. Und die Nachfrage ist so groß, dass Modemacher immer neue Accessoires ersinnen. Es gibt Armbänder aus Pelz, Notebook- und Handyhüllen, Taschenanhänger und sogar Schal-Enden werden mit Pelz "verziert". Zur Haltbarmachung der Pelze setzt man große Mengen an gesundheitsschädlichen Chemikalien ein - doch auch das schreckt niemanden. Noch nie mussten so viele Tiere für ihren Pelz oder ihr Fell sterben, wie im vergangenen Winter. Allein in China wurden dafür 70 Millionen Tiere qualvoll gehalten und getötet, darunter auch Hunde und Katzen. 

Besuch und genaue Inspizierung in der Drehpause...
Schocktherapie hilft also wenig, Zahlen und Fakten überzeugen ebenfalls nicht. Vielleicht aber macht es Sinn, eine Geschichte zu erzählen. So wird aus der namenlosen Masse Fell ein Tier, das als potentieller Kragen galt und nun in Sicherheit ist. Gut Aiderbichl ist es sogar gelungen, sechs von ihnen frei zu kaufen. Wir hatten uns mit dem Betreiber einer europäischen Pelztierfarm verabredet. Das war nicht ganz so einfach, wie es sich anhört, doch wir durften ihn vor Ort treffen. Seine Farm ist hoch gesichert, ein Einblick von außen ist unmöglich.
Rundum ein geschlossener Zaun, der von offensichtlich scharfen Hunden bewacht wird. Wir kommen bei einem Kaffee ins Gespräch. Die Menschen, die dort arbeiten, sehen kein Unrecht in ihrem Tun und betrachten sich als Opfer des Tierschutzes. Ihre "Arbeit" erfüllen sie emotionslos. Es ist ihr Job. Wir entdecken Annika. Sie ist die Weiterzüchtung eines Polarfuchses. Ihr Haarkleid und ihr Schwanz sind wunderschön. Verarbeitet haben wir Fell wie ihres schon oft gesehen, als oben erwähntes Modeaccessoire. Die Wünsche der Kürschner sind offensichtlich in den Weiterzuchten berücksichtigt. Die Kürschner wiederum richten sich nach den Vorlieben ihrer Kunden.
Was ist ein Schuh? Diese Neugierde war vor 24 Stunden nicht möglich...
Annika wurde 2013 auf der Pelzfarm in einer Wurfbox geboren. Ihr Fell soll demnächst einen Menschen schmücken. Das ist ihr Daseinszweck. Als sie mit etwa drei Wochen zum ersten Mal ihre Augen öffnete, sah sie ihre Mutter, ihre Geschwister, und: Gitter. 80 x 80 cm sind ihre Welt. Gitter auch unter den Pfoten, das ist unangenehm und tut manchmal weh. Was frei lebende Füchse sonst so tun, kann Annika nicht. Wühlen und klettern - keine Chance. Hüpfen oder laufen - wohin? Ihr Blick auf die anderen Käfige ist eine Gitterdraht-Aussicht.

Irgendwo weit draußen gibt es ein Stück Wald, den sie nicht sehen kann. Für solche Lebensräume hat die Natur sie ausgestattet, damit sie dort überleben kann. Ihre Instinkte verlangen danach, können aber nicht ausgelebt werden. Die Folgen: Ein unbändiger Drang in die Freiheit. Polarfüchsin Elina, fünf Jahre alt, lebt in einem Nachbarkäfig. Bei ihr brechen sich diese Instinkte Bahn. Sie hat keinen einzigen Zahn, weil sie immer wieder ins Gitter beißt. Sie will hinaus. Doch das ist aussichtslos. Verzweifung Tag und Nacht. 
 
Ein Team von Aiderbichler Tierrettern und eine Tierärztin bereiten sich darauf vor, sechs der Füchse nach Gänserndorf mitzunehmen - drei Silberfüchsinnen und drei Polarfüchsinnen. Sie sind übersät von Parasiten. Die Tiere werden sediert und dann zur Sicherheit auf eine Aiderbichler Quarantänestation zur Betreuung gebracht. 

Silberfüchsin Melissa II kann erst später medizinisch behandelt werden, denn sie ist hochträchtig. Ihr machen wir ein gemütliches Lager rund um ihre Transportbox und nur wenige Tage später bringt sie sechs Welpen zur Welt. Drei von ihnen haben überlebt... Morgen: Die ersten bewegenden Momente im neuen, weitläufigen Fuchsgehege Bitte werden Sie Aiderbichler (ab € 10,- monatlich) oder unterstützen Sie unser Fuchs-Projekt der gemeinnützigen Gut Aiderbichl Stiftungen, z.B. mit einer Gründungs-Patenschaft für Gut Aiderbichl Gänserndorf.
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