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Schimpansen als Haustiere?

Viele Menschen leben mit Haustieren zusammen. Beschränkte sich dies früher meist auf Katzen und Hunde, beobachtet man heutzutage eine erschreckende Tendenz. Immer mehr Menschen halten Exoten als Haustiere, oder gar bedrohte Arten. So werden in manchen Ländern sogar Schimpansen, die vermutlich in weniger als 50 Jahren ausgestorben sein werden, als "tierische Mitbewohner" gehalten. Ist das wirklich tier- und artgerecht?

Würden Sie ein Eisbären-Baby aufziehen?

Süß, klein und niedlich - fast wie kleine, behaarte Menschen wirken sie, die Schimpansen-Jungen. Putzig angezogen, mit menschlichen Manieren erwärmen sie jedes Herz, gerade weil sie uns Menschen so ähnlich wirken. Das gaukeln uns auch Filme, Serien und die Werbeindustrie vor, die selbst heute noch Schimpansen als Hauptdarsteller einsetzen und sie uns als ideale Haustiere, ja mehr noch, als Freunde fürs Leben zeigen.
 
Da ist es schon ein Stück weit verständlich, dass bei Menschen der Wunsch nach einem "Äffchen" als Haustier oder gar als Art Kinderersatz entsteht. Doch spätestens zu diesem Zeitpunkt müssen wir unseren Menschenverstand einschalten! Löwenbabys, Wolfswelpen oder tapsige Eisbären-Junge sind doch auch herzallerliebst? Wer aber würde je auf die Idee kommen, sich einen Eisbären oder einen Löwen als Haustier zu holen?
 
Wildtiere - und dazu zählen sämtliche Affen und Primaten - bleiben Wildtiere, selbst wenn sie ihrer Mutter unmittelbar nach der Geburt brutal entrissen werden. Gerade Schimpansen brauchen sehr lange den intensiven Kontakt zu ihrer Mutter, immerhin werden sie in freier Wildbahn bis zu vier Jahre lang gestillt. In dieser prägenden Zeit als Jungtier lernen sie, sich in den komplexen Sozialverband zu integrieren.
 
All die putzigen Affen, die uns leider immer noch im Fernsehen begegnen, sind ausnahmslos Juntiere, bevor sie in die Pubertät kommen. Durch hartes Training inklusive Strafen, Schlägen, Tritten oder Elektroschocks werden sie dazu gebracht, artig ihre Kunststücke vorzuführen, den Schein des süßen Äffchens zu wahren. Aber auch das funktioniert eben nur bis zur Geschlechtsreife. Aus dem süßen Tierchen wird dann nämlich ein starker Affe, der sich - völlig zu Recht - wie ein Wildtier benimmt. Ab diesem Zeitpunkt wird es richtig gefährlich! Ein ausgewachsener Schimpanse ist dem Menschen körperlich weit überlegen und sogar imstande, ihn umzubringen.
 
Vielleicht ist Ihnen die Geschichte des Schimpansen Travis noch präsent, die vor einigen Jahren in den Medien schockierte: Der 15-jährige Schimpanse ging plötzlich auf eine Freundin seiner Besitzerin los und konnte schließlich nur noch durch Schüsse der Polizei gestoppt werden. Die schweren Verletzungen möchte man sich gar nicht so genau ausmalen, die der Schimpanse der Frau in seiner Rage zugefügt hat. Nur so viel: Seit dem Vorfall ist sie blind und muss ohne Hände zurechtkommen.
 
Dabei möchten wir aber wiederholen: Nicht die Schimpansen tragen die Schuld! Vielmehr sind es die Menschen, die diese wilden Tiere mit aller Gewalt versuchen zu domestizieren. Ein erwachsener Schimpanse wird sich niemals einem Menschen unterordnen, seine Intelligenz und seine Selbstbestimmtheit würden dies nicht zulassen.
 
Was passiert also mit den Tieren, sobald sie als Haustier oder TV-Stars unbrauchbar sind? Immerhin können Schimpansen bis zu 60 Jahre alt werden. Das bedeutet für Schimpansen leider sehr oft ein jahrzehntelanges, tristes Dasein in so genannten Auffanglagern, eingepfercht in Käfigen, weitab jeder artgerechten Haltung.
 
In unserem Gut Aiderbichl Affen Refugium leben 34 Schimpansen. Sie wurden jahrzehntelang in der Forschung eingesetzt, und entsprechend schwer traumatisiert waren sie, als wir sie 2009 übernommen haben. Einige leiden noch heute schwer unter ihrer Vergangenheit. Durch die intensive Fürsorge und Pflege unserer Primatenpflegerinnen jedoch, sind die Traumata nach und nach verblasst.

Unsere Ex-Labor-Schimpansen mussten erst lernen, das Leben wieder zu genießen...

Unsere Ex-Labor-Schimpansen werden jeden Tag etwas selbstbewusster und lernen,das Leben zu lieben. Sie genießen ihr Leben unter Artgenossen und mit allem, was zu einer tier- und artgerechten Haltung gehört. Dazu gehören auch die großen Freianlagen, die wir 2011 eröffnet haben.
 
Nicht jedes Tier eignet sich als Haustier, darum: Denken Sie bitte immer gut darüber nach, welchem Tier Sie ein Zuhause geben! Um der Tiere willen"

 

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