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Schlangen im Koffer

Schon immer brachten die Menschen gerne etwas mit von ihren Reisen: Mitbringsel als Geschenke für Freunde und Verwandte und Souvenirs zur Erinnerung für sie selber. Ob tatsächlich über Jahre ein Teller an der Wand hängen muss, nur weil man im Jahre Schnee einmal Florenz besucht hat, muss jeder selber entscheiden. Aber mein Gott, und wenn schon… da ist ja nichts verhaut mit so einem Teller zum Beispiel.

Aber so harmlos sind die Souvenirs nicht immer, vor allem wenn es um exotische Mitbringsel aus ferneren Ländern als Italien geht. Da wird es dann wirklich ernst, Vorsicht ist geboten. Gut, sich daran zu erinnern, wenn jetzt nach der no-season Zeit die Reisesaison wieder beginnt.

In Deutschland werden bundesweit jährlich circa 500.000 illegale „Souvenirs“ vom Zoll beschlagnahmt. Das ist eine ganze Menge, wenn man zusätzlich bedenkt, dass viele gar nicht erwischt werden. In den Asservatenkammern finden sich: Decken aus Otterfell, für die Dutzende Tiere ihr Leben lassen mussten. Pelze und Felle, Armreife aus Elefantenhaar oder Lederartikel aus Tierhaut. Auch der Krokowahn zeigt hier sein hässliches Gesicht. Natürlich geht es auch um die Tiere überhaupt: Schlangen und Schildkröten, Muscheln, Schmetterlinge und präparierte Vögel. Dazu noch Pulver, das als Potenz- oder generell als Wundermittel gilt. Besonders widerwärtig: Bärengalle, die den fixierten Tieren bei lebendigem Leib entnommen wird.

Reisen bildet, hieß es noch bei Goethe. Aber die Reisenden haben sich in Massentouristen verwandelt, und da kann es dann auch sein, dass man sich kleine Papageien, in Toilettenpapier eingewickelt und in Lautsprecherboxen gepfercht, mit nach Hause schmuggeln will. Mitbringsel.

Abgesehen davon, dass Tiere keine Souvenirs sind und keine lebenden Vorräte zur Herstellung von Accessoires – der Kauf von exotischen Souvenirs trägt zur Gefährdung der Arten bei. Aber auch Strafen, die beim Schmuggel von lebenden Tieren bis zu 40.000€ oder bis zu zwei Jahren Freiheitsentzug betragen können, reichen offenbar nicht aus, die Reisenden zur Vernunft zu bringen. Man wünscht sich schon fast, dass sie mit einem Wandteller zurückkommen. Oder mit etwas Getöpferten. Teppiche, Glasperlen, Korbwaren. So würde man Schäden in der Natur vermeiden.

Den Missbrauch an Tier und Natur betreibt sowieso ein internationaler Handel unter Umgehung des Washingtoner Artenschutzabkommens. Tiger werden zum Beispiel, wenn sie noch klein sind, als Touristenattraktion angeboten. Dann werden sie geschlachtet und in Einzelteilen nach China und Vietnam geschmuggelt. Die Knochen werden zu Tigerpaste zerkocht oder in einer Brühe zu Tigerwein vergoren. Die Penisse werden hübsch verpackt als Valentinsgeschenke angeboten und die Felle hängen an der Wand.

 

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