A A A
Mein Aiderbichl | login

Passwort vergessen

Passwort vergessen Registrieren / Pate werden Infos zur Patenschaft

Schließen

Speisekarten für Barbaren

Seit auch der Fleischesser beginnt, hinter dem Schnitzel das Schwein zu sehen, bemerkt man, dass auch Menschen, die noch keine Tierschützer sind, über das Wohlergehen unserer Mitgeschöpfe nachdenken, die unmenschliche Massentierhaltung beklagen, die Quälerei der Tiertransporte nicht mehr akzeptieren wollen und sich den Tod der Tiere ohne Angst und Schmerzen wünschen. Da bleibt es dann allerdings oft bei solchen Klagen und Wünschen, auf die eine von ganz anderen Interessen geleitete Realität wenig eingeht.

Aber immerhin – diese Empathie existiert, man nimmt die Qualen der Rinder, der Schweine etc. wahr, man glaubt ihnen, dass sie Schmerzen haben und ihre Seelen leiden. Sie sind Wirbeltiere und sind uns damit einfach näher als andere Lebewesen. Haben Sie auch manchmal schon beobachtet, dass manche Menschen zwar den Konsum von Fleisch kritisch reflektieren, die Bedenken beim Fisch aber schwinden, als wären Fische gar keine richtigen Tiere. Sie sind eben keine Wirbeltiere. Und wenn man sich dann erst einen Oktopus vorstellt oder eine Languste! Das erscheint vielen als reine Exotik, Erinnerung an den letzten Strandurlaub. Ob Tintenfische Schmerzen empfinden oder sich intelligent verhalten können, ist sicher nicht die erste Frage, die ihr Anblick auslöst.

Wir wären natürlich auch nicht von selbst darauf gekommen, uns zu fragen: „Was fühlt ein Tintenfisch, wenn er lebendig gegessen wird? Oder: Was darf man sich unter einem Gericht vorstellen, das sich „zappelnder Oktopus“ nennt? Das hat mit uns nichts zu tun, aber eben doch mit den Essgewohnheiten mancher Menschen. Anderswo werden Tiere eben auch bei lebendigem Leib gegessen. Es geschieht in Korea, auch in Japan und in den USA. Es sind grausige Exzesse von Peinigung und Verachtung, die sich Menschen sozusagen vollmundig gegenüber Tieren herausnehmen. Danach wird eine Welt ohne Tierschutz immer unvorstellbarer.

Tintenfische zum Beispiel sind nicht nur schmerzempfindlich, sie haben auch ein räumliches Gedächtnis, finden immer wieder zu ihrem Zuhause zurück. Es gibt Videos, die zeigen, wie sie sich Kokosnussschalen als Schlafstätten zurecht machen. Sie benutzen auch Werkzeuge. Was haben Menschen davon, wenn sie so wundersamen Tieren bei lebendigem Leib die Arme abschneiden, die dann zuckend auf dem Teller liegen? Daneben steht vielleicht eine Chili-Sauce.

Details über die infame „Küche“ wollen wir Ihnen hier nicht zumuten. Denn informiert man sich gründlicher über die Angebote der Speisekarten mit Lebendtieren, bleibt nicht etwa ein schaler Geschmack, sondern ein abgrundtiefer Ekel übrig. Würden nicht Videos das Geschehen bezeugen, auch auf Youtube, man hielte es für unvorstellbar. Es schreit zum Himmel. Und deshalb muss, auch wenn es uns hart trifft, darüber geredet werden. Denn Verschweigen ist wie Wegsehen.

Auf Gut Aiderbichl aber gehört Hinschauen, gehört die umfassende Wahrnehmung unseres Lebens zum Prinzip. Hinter den Schrecken: Die Fakten. Sie weisen den Aiderbichler Tierrettern den Weg.

<< Zurück