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Mysteriös: Star-Stute als "Schlachtpferd"

Wir haben sie nur schemenhaft wahrnehmen können, als sie mit ängstlich aufgerissenen Augen im Händlerstall stand. So als wüsste sie, dass sie auf einen langen Transport in den Tod kommt. Ihre Augen ließen uns nicht mehr los. Wir baten die Aiderbichler in unserer Internet-Community um Beistand. Zeigten ein Bild, das wir schnell gemacht hatten. Es dauerte nicht lange und wir konnten der armen Stute zusagen. Als wir sie bei Tageslicht sahen, glaubten wir unseren Augen nicht. Das ist wohl die schönste Araberstute, die wir je gesehen haben. Wunderschöne Bilder - aufklärender Bericht...

Erschütternde Recherche: Der tiefe Fall von Lady II

Zunächst Grundsätzliches. Ein Pferd ist ab dem Zeitpunkt ein sogenanntes Schlachtpferd, wenn der Händler den Preis über das Gewicht des Pferdes definiert. Lady II war so ein Pferd. Kleine Händler beliefern internationale Vieh-Exporteure mit Pferden, die dann in der Regel auf großen Transportern in den Tod fahren. Meist deshalb weit weg, weil sich die Nachfrage nach Pferdefleisch bei uns im Rahmen hält.

Namenlos stand Lady II im Stall. 

Doch selbst ein Laie kann erkennen, dass diese elfjährige Araberstute gesund und bildschön ist. Warum also sollte sie sterben?

Die Sonne spielte mit und ihr Aufgalopp kurz nach ihrer Ankunft wirkt im flirrenden Licht wie ein Schweben. Nach vielen Tagen der Erniedrigung merkt die sehr intelligente Stute, dass es von nun an wieder bergauf geht. Sie kann nicht sprechen, und dennoch sagen diese Bilder mehr als tausend Worte. Wir recherchieren unter ihrem richtigen Namen und entdecken ihre Vergangenheit.

Sie wurde am 27.4.2003 geboren. Unter dem Sternzeichen Stier. Noch immer steht im Internet, dass sie eine Stute mit super Bewegung und Ausstrahlung sei. Mit Präsenz und Charisma. Pferdebegeisterte schreiben über sie auf einem Forum: "Eine Schönheit, spitze, ein Traum von einem Pferd. Sie ist wirklich wunderschön, zum Dahinschmelzen. Kommt so edel rüber..." Warum also sollte sie mit elf Jahren sterben?

Liebe Leser, jetzt nicht nach einem Schuldigen suchen. Daran, dass sich Pferde, aber auch alle anderen Tiere, jederzeit im freien Fall befinden können, sind wir alle schuld. Kaum jemand fragt sich bei einer Wahl, welche Partei sich gegen dieses Unrecht einsetzt. Oder geht erst garnicht hin. Das was Lady II erlebt hat, ist der Alltag von vielen Millionen Pferden weltweit. Manche Hundebesitzer haben sogar nicht einmal Skrupel, ihrem Hund Pferdefleisch zu füttern. Wir Menschen sind es, die völlig bizarr sind. Und die Tiere zahlen dafür einen unglaublichen Preis.

Aiderbichler Louis auf Gut Aiderbichl Frankreich begrüßt Lady II. Hier wird sie bleiben und glücklich sein. Die Aiderbichler Pferde dort strahlen Ruhe und Zufriedenheit aus. Und das überträgt sich auf sie. 60 Hektar endlose Weiden und der liebevolle Umgang garantieren, dass sie das Erlebte vergessen kann.

So wird es gewesen sein. Von bester Abstammung fiel sie bereits als Fohlen als einzigartig auf. Doch irgendwie hat sie es nicht in die allererste Liga geschafft. Dann, zu Beginn dieses Jahres, wollte man oder hat sie verkauft. Sagen wir der Besitzer/in (Verkäufer/in) erhoffte sich Interesse von Pferdeliebhabern und bot sie auf dem Markt an (haben das im Internet gesehen). Niemand meldete sich. Doch renommierte Ställe machen sich einen Namen mit erstklassigen Pferden, zu denen die Elfjährige nicht wirklich mehr zählte. So gelangte sie ins Nirwana des Pferdehandels. Einige ihrer Begleiter auf ihrem Weg durchs Leben würde das wahrscheinlich sogar entsetzen, wenn sie davon erführen. Die ständige Auf- und Abwertung von Pferden, der Profit, aber auch der Egoismus der Käufer, die nur die Besten wollen, tragen maßgeblich zu dieser Tragödie bei.

Mit mehr als 750 geretteten Pferden, die bei uns bis an ihr natürliches Lebensende bleiben dürfen, leben wir es vor. Auf unseren Gütern verlangen wir nichts von den Pferden. Sie dürfen sein, so wie sie sind. Und wer genau hinsieht merkt, dass das eigentlich reicht.

Wir danken den Internet-Aiderbichlern, dass sich Paten für Lady II gemeldet haben, die damit ihr Leben gerettet haben. Wer sie persönlich erleben möchte, sollte am kommenden Wochenende an unserer Patenreise nach Gut Aiderbichl Frankreich teilnehmen. Mit dem Pkw, Flugzeug oder unserem Bus. Bitte melden Sie sich an und lernen Sie Lady II kennen. 


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