A A A
Mein Aiderbichl | login

Passwort vergessen

Passwort vergessen Registrieren / Pate werden Infos zur Patenschaft

Schließen

Tierschutztag:"Fleischrassen"-Schau

Auf unsere Meldung zum illegalen Schächten von drei armen Lämmern gab es unterschiedliche Reaktionen. Besonders für diejenigen, die das Problem in der Fremdartigkeit der Schächter und ihrer Bräuche gesucht haben, berichten wir heute, was sich in unserem eigenen Kulturkreis am 4.10. ganz "normal" sonst noch so zugetragen hat. Eine europäische "Fleischrassen"-Schau, die jeden betroffen machen sollte....

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen

Auf Gut Aiderbichl wurden letzte Woche von einem trächtigen, geretteten Schaf zwei Lämmer geboren. Ihnen wird nichts passieren. Doch die Idylle von Aiderbichl trügt. Weltweit ist das Leben der Schafe größtenteils schrecklich.
Zum Welttierschutztag-Wochenende waren Aiderbichler Marion und Christian auf einer europäischen "Fleischrassen"-Schau. 1.300 Tiere, hauptsächlich Rinder, wurden präsentiert. Aber auch Schafe. Was wir Menschen aus ihnen gemacht haben, ist an Herzlosigkeit nicht zu überbieten. Reagierten die Messebesucher so wie wir? Im Gegenteil. Das eben noch am lebendigen Leibe präsentierte Fleisch verkosteten sie mit Hingabe in den Messerestaurants.
Ein Bild für eine Quiz-Show. Ist das das Hinterteil eines sogenannten Mastschweines, oder das eines Lämmchens, bzw. Schafes? Letzteres ist der Fall. Das nennen wir in unseren Breitengraden Fortschritt und Profitmaximierung. Fördern diese europäische Entwicklung mit unseren Steuergeldern. Was im Wege ist, kommt weg. Wozu braucht ein Schäfchen schon sein Schwänzchen? Gebrochen und anklagend stehen die Tiere da und lassen sich angaffen. Aber es geht noch deutlicher!
Diese besonders bedauernswerte Kuh kann aufgrund der angezüchteten Fleischmassen ihr Kalb nur mit einem Kaiserschnitt zur Welt bringen. Christian stellt sich dumm und fragt am Zuchtstand: "Das geht ins Geld." Die Antwort eher beruhigend: "Das mit dem Kaiserschnitt können Sie auch selber machen...".
Das sind die männlichen Tiere. Ihre Hoden haben kaum mehr Platz. Tierethik 2014? Und das in unserem Kulturkreis. Dürfen wir da über die anderen schimpfen? Es sind wir, die Europäer, Amerikaner, Südamerikaner und Australier, die die meisten Schafe, die von Moslems unbetäubt geschlachtet werden, liefern. Selbst bei uns, in kleinen Dörfern, stehen Menschen, die ein Zicklein oder Lämmchen zum Schächten kaufen wollen, nicht vor verschlossenen Türen. Rätselhaft ist nur, weshalb es dann Ohrmarken bei uns gibt. Das müsste den Ab-Hof-Verkauf erschweren. So aber, wie es jetzt gehandhabt wird, ist eine betäubungslose Schlachtung wie berichtet leicht möglich. Einen ausführlichen Bericht von der "Horror-Ausstellung" finden Sie in unserem nächsten Gut Aiderbichl Magazin. Abschließend sei noch unser Motiv erwähnt, weshalb wir über die Missstände auf unsere Art und Weise berichten. Wir möchten zum Nachdenken anregen - vielleicht zum Umdenken. Wer entsetzt ist, sollte eine Konsequenz daraus ziehen. Aufhalten werden wir die derzeitige Entwicklung in der Fleischindustrie nicht können. Auch werden wir alte Bräuche nicht mit einem Kippschalter abschaffen können. Doch jeder Einzelne kann auf Fleisch ohne weiteres verzichten. In Österreich sind schon 9 Prozent der Bevölkerung Vegetarier. Auch weil sie das alles nicht mehr ertragen können.

Trauriger Nachgeschmack für viele Tiere

Einen Tag im Jahr widmet die Weltgemeinschaft den Tieren. Das ist der 4. Oktober. Für Muslime war es in diesem Jahr der Beginn einer viertägigen Feier, dem Kurban Bayrami (Opferfest). Das Schlimmste steht den rituell geschlachteten Tieren da bevor. Auch hierzulande, und dass es verboten ist, ungenehmigt zu schächten, wissen viele nicht. Unerfahrene schneiden den Schafen die Pulsader auf und lassen sie bei lebendigem Leibe ausbluten. Ein grauenvoller Tod.

Als Nachbarn drei Lämmer um ihr Leben schreien hörten, riefen sie die Polizei. Tatort: mitten in Österreich. Als die Polizei eintraf, waren die Schafe bereits tot. An den Narben, so der Polizeichef, konnte man erkennen, dass es sich um eine nicht fachgerechte Tötung gehandelt hat. Szenen wie diese haben sich gestern überall auf der Welt millionenfach zugetragen.

Das Mindeste, was man verlangen könnte, ist, dass sich jeder Mensch, der sich in einem Land mit seiner eigenen Kultur aufhält, korrekt und dem Gesetz entsprechend verhält. In Österreich ist das private Schächten verboten. Anzeige wurde erstattet.

Für dieses Katerchen war der Welttierschutztag auch ein Albtraum. Er geriet in ein Mähwerk, wurde schwer verletzt zu uns nach Gut Aiderbichl Henndorf gebracht. Gleich ging es in die Klinik. Ein Bein hat er verloren. Aber er lebt. Und jetzt heißt es Daumen drücken. Wir werden ihm auch als Dreibeinigem wieder zu einem glücklichen Leben verhelfen.

Wir denken heute, einen Tag nach dem Welttierschutztag, an all die Tiere, die weiterhin leiden. Bitte werden Sie ein Teil von Gut Aiderbichl. Niemand sonst setzt sich so für Tiere ein.

<< Zurück