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Trauriger Modetrend: Pelz

Wer in diesem Winter auf der Suche nach einer Winterjacke oder einem Mantel ist wird feststellen, dass der „Fell-Look“ salonfähig ist, bzw. immer mehr an Bedeutung gewinnt. Kaum eine Jacke, an der nicht ein Pelzkragen oder Pelzbesatz ist. Flauschige Pelzkrägen gehen in Serie und die Nachfrage ist sogar so groß, dass immer neue Accessoires mit Pelz im Handel auftauchen: Armbänder, Notebook- oder Handyhüllen, Taschen- und Schlüsselanhänger, „warme“ Schuhe mit Pelzbesatz oder trendige Wollmützen mit Pelzbommel.

Allein in China, wo 50 % der Pelzartikel weltweit hergestellt werden, werden Schätzungen zu Folge jährlich 70 Millionen Tiere für die Pelzindustrie qualvoll gehalten und getötet. Wer nun denkt, dass das Tierleid weit weg ist, liegt falsch. Auch in Europa gibt es nach wie vor Pelztierfarmen, auf denen 44 Millionen Tiere jährlich ihr Leben für die Mode lassen. Und dabei geht es nicht nur um Füchse oder Nerze. Auch Hunde, Katzen, Kaninchen oder Waschbären sind für ihr Fell begehrt.

Haben die Menschen verdrängt, dass für jeden Pelz, für jedes Accessoire, ein Tier qualvoll gestorben ist? Zwar gibt es immer wieder Berichte die zeigen, wie Pelz „erzeugt“ wird, doch sehen will diese Bilder offenbar niemand. Aus den Augen, aus dem Sinn? Auch die Schreie der Tiere hört niemand – sie sterben einen grausamen, einsamen, verachtenden Tod. Ist das den Konsumenten egal? Sind „Pelztiere“ Tiere zweiter Klasse?

Ein Problem ist sicherlich, dass Käufer davon ausgehen, Kunstpelz zu erwerben. Insbesondere bei günstigen Kleidungsstücken erwartet der Konsument meist nicht, dass es sich um echten Pelz handeln könnte. Die traurige Realität aber ist, dass durch die furchtbaren Haltungsbedingungen und die extreme Mast der Pelztiere der Echtpelz heutzutage sogar günstiger ist als der sogenannte „Fake-Fur“, der Kunstpelz. Für den Verbraucher ist damit oft nicht ersichtlich, dass er die Tierqual unterstützt. Hinzu kommt, dass es keine explizite Deklarationspflicht für Echtpelz gibt. Lediglich die Kennzeichnung „enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ ist laut EU-Textilgesetz vorgeschrieben, darunter fallen aber auch Produkte wie Leder, Federn oder Knöpfe aus Horn. Besteht ein Kleidungsstück zu mehr als 20 % aus Pelz, fällt z.B. die Jacke nicht mehr unter die Kategorie „Textilien“ – eine Kennzeichnung entfällt somit auf legale Weise ganz. Für Accessoires, Schuhe oder Anhänger gibt es erst gar keine Kennzeichnungspflicht! Da wundert es kaum, dass viele Konsumenten unwissentlich mit Echtpelz gekleidet sind. Wer wirklich sicher gehen will, dass er keinen Echtpelz trägt, sollte gänzlich auf Kleidung, Schuhe und Accessoires mit jeglichem Pelzbesatz verzichten.

Bei uns auf Gut Aiderbichl Gänserndorf leben 6 Füchsinnen, die wir vor zwei Jahren aus einer europäischen Pelztierfarm retten konnten. Um die Menschen für das Thema Pelz zu sensibilisieren, möchten wir ihre Geschichte nochmals aufgreifen. Sie sind keine „namenlosen Fellknäuel“, die als potentieller Kragen galten, sondern liebenswerte Mitgeschöpfe, die uns an das millionenfache Leid der Pelztiere erinnern sollen.

Melissa II, Svea, Merle, Annika, Elina und Juna lernten wir in einer hoch gesicherten, gegen Einblicke geschützten Pelztierfarm kennen. Rundherum ein geschlossener Zaun, der von offensichtlich scharfen Hunden bewacht wird. Wir kommen mit dem Betreiber ins Gespräch. Die Menschen, die dort beschäftigt sind, erfüllen ihre „Arbeit“ emotionslos – es ist ja ihr Job.

Wir entdecken Annika – die Weiterzüchtung eines Polarfuchses. Ihr Haarkleid und ihr Schwanz sind wunderschön. Verarbeitet haben wir Fell wie ihres schon oft gesehen, als oben erwähntes Modeaccessoire. Annika wurde 2013 auf der Pelzfarm in einer Wurfbox geboren. Ihr Daseinszweck: Ihr Fell sollte irgendwann einen Menschen schmücken. Als Annika mit etwa drei Wochen zum ersten Mal ihre Augen öffnete, sah sie ihre Mutter, ihre Geschwister, und: Gitter. 80 x 80 cm waren ihre Welt. Gitter auch unter den Pfoten – unangenehm und schmerzhaft. Wühlen, klettern, laufen und springen – für Füchse sonst selbstverständlich – das alles kann Annika nicht. Ihr Blick: eine Aussicht auf viele weitere Käfige. Ihre Instinkte, mit denen sie von der Natur ausgestattet wurde, sind für Annika zwecklos – sie kann sie nicht ausleben.

 

Ein paar Boxen weiter sehen wir Polarfüchsin Elina, damals fünf Jahre alt. Sie hat keinen einzigen Zahn mehr. Immer wieder muss sie verzweifelt in die Gitter gebissen haben, um in die Freiheit zu gelangen. Doch das ist aussichtslos.

Ebenso aussichtslos wäre die Zukunft für die ungeborenen Welpen von Silberfüchsin Melissa II gewesen. Hochträchtig konnten wir sie ebenfalls befreien und zu uns nach Gut Aiderbichl bringen.

Drei Silberfüchsinnen und drei Polarfüchsinnen wurden damals zu Aiderbichlern. Sie stehen symbolisch für das namenlose, millionenfache Leid der Pelztiere weltweit und sollen daran erinnern, dass hinter jedem Pelzaccessoire, hinter jedem Kragenbesatz ein Lebewesen steht, dass qualvoll gelitten hat. Wir hoffen, dass viele Menschen durch ihre Geschichte zum Nachdenken angeregt werden und beim nächsten Einkauf auf Pelz-Produkte verzichten. Danke im Namen der Tiere!

 

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