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Warum Rumänien?

 

In kaum einem Land engagieren sich mehr Menschen aus Mitteleuropa im Tierschutz. Dieses „Phänomen“ hat natürlich Gründe. Sie liegen zwar ein paar Jahrzehnte zurück, wirken aber bis heute.

 

Ja, warum eigentlich Rumänien? Warum gibt es in Rumänien ein Problem mit Straßenhunden? Warum gibt es so viele herrenlose Hunde in diesem Land? Warum kann das Problem, wenn es denn eines ist, nicht gelöst werden? Weshalb fühlen sich so viele Tierschützer wie magisch in dieses Land gezogen und kämpfen Jahr für Jahr gegen Windmühlen? Fragen über Fragen. Um die Komplexität des Problems zumindest im Ansatz zu verstehen, muss man ein paar Jahre zurückgehen, genau genommen, ein paar Jahrzehnte.

 

In einem Spiegel-Artikel aus dem Jahr 1988 mit der Titelzeile „Rumänien - Krieg den Dörfern“ schreibt der Autor: „In Wirklichkeit hat der Diktator sein Land, einst eine fruchtbare Kornkammer, auf Jahrzehnte hinaus zum Hungerturm Osteuropas gemacht.“ 1989, nur ein Jahr später, fand die rumänische Revolution statt. Da war das Kind aber schon in den Brunnen gefallen und die Situation rund um das Thema Straßenhunde verschlimmerte sich zusehends. Zur Erklärung: Das „Systematisierungsprogramm“, das der Diktator (1965 - 1989) vollmundig ankündigte, stammte bereits aus dem Jahr 1974. Es sah vor, anstelle von Dörfern, wenige „agroindustrielle Zentren“ zu errichten. Insgesamt sollten, so der Plan bis zum Jahr 2000, zwischen 5000 und 7000 Dörfer verschwinden. Demzufolge wurde in Dörfer, die der Systematisierung zum Opfer fallen sollten, nicht mehr investiert. So lässt sich erklären, weshalb viele Menschen Landflucht begingen und ihre Tiere zurückließen. Auch nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems wurden viele Häuser abgerissen. Unzählige Hunde verloren ihr Zuhause. In den, zu Ceausescus Zeiten errichteten Plattenbauten, war für Haustiere kein Platz. Auf den Straßen vermehrten sich die Hunde unkontrolliert weiter.


Das Problem mit den streunenden Hunden, das für die Städte und Gemeinden alsbald zum „Ärgernis“ hochstilisiert wurde, ist also hausgemacht und basiert auf zwei, durch die Diktatur Ceausescus bedingte Faktoren: Umsiedelung und Armut. Eigentlich kommt noch ein dritter Faktor hinzu: Missmanagement.

 

Um nämlich das Streunerproblem zu lösen, wurden die Tiere eingefangen und getötet. Schnell entwickelte sich diese Strategie zu einem florierenden Geschäft. Zwischen 2001 und 2007 zahlte alleine die Stadt Bukarest für die Beseitigung der Hunde neun Millionen Euro. Nur die Wirkung blieb aus. Das Problem bestand weiterhin und immer mehr Tierfreunde blickten mit ungläubigem Entsetzen auf das grausame Geschehen. Denn es ging nicht nur um die Tatsache, dass die Hunde massenweise getötet wurden, sondern auch um das Wie. Sie wurden - wenn sie nicht in den städtischen Sheltern verdursteten, verhungerten oder an Krankheiten starben - nicht einfach „nur“ eingeschläfert, sondern erschlagen, erstochen, erschossen, stranguliert, vergiftet oder lebendig verbrannt. Es ist eigentlich klar, dass diese Schilderungen Menschen dazu veranlassten, den Hunden in Rumänien helfen zu wollen. So nimmt die „Smeura“ in Pitesti bereits seit 2001 Hunde auf, um ihnen das oben genannte Schicksal zu ersparen.


Als dann ab September 2013, nach dem tragischen Tod eines kleinen Jungen, eine nicht in Worte zu fassende Hetzjagd auf die Vierbeiner losbrach, sah die ganze Welt nach Rumänien. Es spielten sich Tragödien unvorstellbaren Ausmaßes ab. Liebe und freundliche Tiere, die neben Wohngebäuden lebten, wo sie gefüttert und umsorgt wurden, riss man erbarmungslos aus ihrem friedlichen Leben. Der Lohn, den die Hundefänger pro Hund einstrichen, brachte diese sogar dazu, Tiere ihren Besitzern buchstäblich aus der Hand zu reißen. Etliche Menschen standen vor den Pforten der Shelter und versuchten erfolglos ihren Hund wieder zu bekommen oder einen zu adoptieren.
Das brutale Vorgehen gegen die Streuner hatte vor allem Kinder und Jugendliche traumatisiert, schrieb Dr. Carmen Arsene, Vorsitzende des rumänischen Tierschutzbundes, in einem offenen Brief. Auch eine viel zitierte Studie belegt diese Aussage. Um wenigstens einige Hunde zu retten, nahmen tierliebe Menschen sie mit in ihre Wohnungen, die oftmals schon total überfüllt waren. Oder sie versuchten, die Hunde irgendwie zu verstecken. Tierschützer mobilisierten alle Kräfte, um so viele Tiere wie nur irgend möglich außer Landes zu bringen. Im Herbst 2013 nahmen aufgrund der tragischen Umstände selbst Tierheime, die der Einfuhr von Hunden aus dem Ausland sonst kritisch gegenüber standen oder einfach die Kapazitäten nicht hatten, Hunde aus Rumänien auf. Hunde, die der Tötungsmaschinerie entkommen konnten, gehörten jedoch zu einer glücklichen Minderheit.

 

Es liegt auf der Hand, dass die meisten Tiere, die einmal in einem öffentlichen Shelter landen, dort nie wieder herauskommen. Es gibt einfach zu viele dieser Heime und zu viele Hunde. Und durch die Strategie des Einfangens und Tötens ist das Problem auch nicht in den Griff zu bekommen. Doch ist es, angesichts dieser Situation, natürlich keine Lösung, den Kopf in den Sand zu stecken, die Tiere ihrem Schicksal zu überlassen und einfach nichts zu tun. Gerade aufgrund der Ereignisse vor fünf Jahren haben noch mehr Menschen den Entschluss gefasst, sich in Rumänien im Tierschutz zu engagieren. Und an vielen Orten konnten aufgrund der beständigen Bemühungen auch großartige Erfolge erzielt werden. Der Weg dahin ist zwar steinig und mit Rückschlägen gepflastert, aber auch schön. Und zwar dann, wenn die Tierschützer auf neu gewonnene Freundschaften blicken können, wunderbare Menschen kennenlernen und in lebenslustige Hundeaugen sehen.

 

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