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Unsere "Esel-Mama" Frederike

Wenn Frederikes Schlüsselbund scheppert, stellen Tina, Mario, Noldi und all die anderen Esel ihre langen Ohren auf und laufen gleich los - ihrer "Mama" entgegen. 36 Eselherzen gehören der Grundschullehrerin Frederike, die sich seit 11 Jahren auf Gut Aiderbichl engagiert und seit 8 Jahren ehrenamtlich 2 Tage pro Woche unsere Esel betreut. Wir haben sie einen Tag lang mit der Kamera bei den Eseln begleitet... Am 22. August findet unser Sommer-Patentreffen auf Gut Aiderbichl Henndorf statt. Am gleichen Tag eröffnen wir die neue Hundewiese...

Ihr Herz gehört den Eseln: "Esel-Mama" Frederike

Ankunft griechischer Esel auf Gut Aiderbichl Henndorf

"Als 2005 die ersten griechischen Esel auf Gut Aiderbichl ankamen - es waren sieben - hat mich das sehr betroffen gemacht. Es waren gebrochene Tiere. Wie versteinert. Man konnte sie gar nicht erreichen", schildert Federike ihre ersten Eindrücke, als die dem Tod geweihten Tiere auf Gut Aiderbichl ankamen. Esel, die unter unmenschlichsten Bedingungen auf Olivenplantagen als Lasttiere gedient hatten - so schwer, dass die Halfter ihre Köpfe aufgerieben hatten und die Beine grobe Fehlstellungen hatten. Die Hufe waren kaputt, die Körper voller Verletzungen, die Augen traurig und tot. "Das war zum Heulen", erinnert sich Frederike und noch heute - so viele Jahre danach - kommen ihr die Tränen.

Mit aller Vorsicht versuchte sie monatelang, sich den Tieren zu nähern, sie überhaupt berühren zu dürfen. Denn für die Esel bedeuteten Menschen bis dahin nur Leid und Schmerz.

Frederike ist Grundschullehreren und so nahm sie das Problem auch in ihren Unterricht mit auf. Sie begann damit, auch die Kinder für gequälte Tiere zu sensibilisieren. "Meine Klasse hat sogar die Esel auf Gut Aiderbichl besucht. Die größten Rabauken wurden plötzlich ganz sanft", erzählt die Esel-Mutter. "Und ab da habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, jede freie Minute den Eseln zu schenken." Das bedeutet für sie auch jeweils eine Stunde An- und Abfahrt, aber für sie sind die Esel inzwischen zur Familie geworden und jede Anstrengung wert!

"Jedes Tier hat seine eigene Persönlichkeit, aber alle bringen Witz und Leichtigkeit nach Aiderbichl. Sie sind neugierig, verspielt, beobachten alles ganz genau und lernen daraus."
Esel Moritz \"hilft\" beim Abräumen...
Frederike fühlt sich reich beschenkt durch die Esel, die ihr so viel geben, die genau wissen, wenn sie kommt, wird alles gut. Sie lassen sich tränende Augen auswischen, Wunden versorgen, die Hufe pflegen und sie fressen ihre Futterknödel mit Medizin. Alles in exakter Reihenfolge, weil die Esel genau wissen, wer zuerst dran kommt. Nur wenn es mit dem Kollegen einmal zu lange dauert, schmeißt Moritz die Mistgabel um - Langeweile mag er gar nicht.
Im Stall warten die Esel auf Frederike - und natürlich das Futter...
Frederike kann die gespaltene Haltung der Menschen zum Esel gar nicht verstehen. Auf der einen Seite ist der Esel in der Bibel ein Tier Gottes und auf der anderen Seite werden sie geprügelt, gedemütigt und gelten als Symbol für Stursinn. Dabei sind sie so schlau und gelehrig... Und wenn am Abend alle Esel versorgt sind und glücklich in ihren Boxen stehen, vor Zufriedenheit schnauben oder ein "I-A" von sich geben, weiß Frederike, dass jede Minute ihrer Zeit hier richtig investiert ist...
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