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Unsere geretteten Hühner

Es ist an der Zeit umzudenken... 

„Die Frage ist nicht: Können sie denken? Oder: Können sie sprechen? Sondern: Können sie leiden?“ (Jeremy Bentham)

Unsere Güter sind seit einigen Wochen wegen des Virus geschlossen. Wie seltsam ist es, keine Gäste begrüßen zu können. Ich unterhalte mich nun mit den Tieren, und sie beruhigen mich in diesen unruhigen Zeiten. Wenn ich beim Fenster hinaussehe, laufen am Hof ganz lustig die Esel herum, Sammy ist unterwegs, die Lamas, die Pferde genießen die Sonne. – Welch eigenartige Tage voller Glück, voller Leid, voller Angst und Unsicherheit und voller Zuversicht. Letztere bekomme ich von den Tieren, über die ich schreibe. Kommen Sie mit uns mit …

Wir kommen in Zeiten des Coronavirus immer näher an den Gedanken von Michael Aufhauser: die Menschen müssen umdenken. Die Zeit gibt uns allen die Chance, dies zu tun. Setzen Sie sich mit den Tieren symbolisch unter den alten Ahornbaum am Gut in Henndorf. Lassen wir es einfach zu, lassen Sie sich von den Tieren helfen – von ihrer Kraft, ihrem Umgang mit Angst, die sie erleben mussten, ihrem verarbeiteten Leid und den Schmerzen, ihrem Glauben an das Gute und ihrer großen Fähigkeit zu verzeihen.

Hühner aus einem Bodenhaltungsbetrieb

Im April 2018 hat Gut Aiderbichl 50 Hühner aus einem Bodenhaltungsbetrieb übernommen. Sie wären damals geschlachtet worden, weil die Legeleistung nicht mehr erfüllt wurde. Wie klingt das denn? Kennen Sie Gänsehaut? Der vorschriftsmäßige grauenvolle Tod, kopfüber an den Beinen an Leinen aufgehängt, … mehr Details möchte ich Ihnen ersparen…, blieb den Tieren nach ihrem kurzen Leben als „Hochleistungseierlegemaschine“ erspart. Unseren Mitarbeitern, die die Hühner abholten, wurde der Zutritt zu den Stallungen verwehrt. So wurden die Hühner von den Farmarbeitern  an Hälsen und Beinen gepackt und bündelweise in die Käfige gestopft. Lautes Geschrei der Tiere in Todesangst, keine erkennbare Gefühlsregung oder Emotion bei den Arbeitern. – „Ist ja nur ein dummes Huhn!“. Von wegen dummes Huhn: Hühner haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten und schließen beispielsweise Freundschaften mit anderen Hühnern, manche lieben Rockmusik, andere Mozart, manche Hühner sind schüchtern, andere wieder sehr selbstbewusst – alles, wie bei uns Menschen.

Hier sieht man Rosa kurz nach Ihrer Ankunft

Mindestens ein Viertel der Hühner hatte gar keine Federn mehr an der dünnen Haut. Überall Pickverletzungen, die Schwanzfedern abgebrochen oder ausgerissen, die Krallen verbogen und überlang. Alles mit Kot verkrustet und verschmiert. In der Bodenhaltung gilt als Maß 9 Hühner/qm. Dieser vorgegebene Bereich ist vorschriftsmäßig. Wer misst nach? Wer zählt nach?

Nicht der Erzeuger ist schuld am Tierleid. Wir Konsumenten sind es, weil wir uns nicht ausreichend informieren, wegschauen und lieber günstigere Eier kaufen ohne nachzudenken, welches Leid wirklich dahintersteckt.

Huhn Rosa, ein Huhn aus dem Bodenhaltungsbetrieb

Wie gerne hätte sie gegackert „Ich wollt, ich wär ein Huhn, und hätt nicht viel zu tun…“, so das Lied der Comedian Harmonists. Die Realität für Hühner wie Rosa sah anders aus. Huhn Rosa war erst ein Jahr alt, als wir sie übernahmen. Sie war ausgemergelt, vollkommen nackt, da war keine einzige Feder an ihrem mageren Körper. So sieht Rosa heute aus, dank unermüdlicher Pflege und Liebe:

So sieht Rosa heute aus, die Federn sind wieder vollständig nachgewachsen

Die sentimentale Erinnerung an glückliche Hühner und Ostereier

Ein lustiges Ereignis zu Ostern war immer das Ostereierfärben. Wir durften sie als Kinder ja nicht in die Farbschüssel fallen lassen, dann hätte es einen Sprung gegeben. Meine Arbeit war es, die Eier einzufetten, damit sie schön glänzten. Die Farbintensität des Eigelbs war immer ein Zeichen, ob sie von einer glücklichen oder von einer „traurigen“ Henne kam – so erklärte es die Großmutter.

Als es noch keine „Turbolegehühner“ gab, sondern kleine Bauern, die halt ein paar Hühner im Stall hatten, war die Welt der Hühner noch in Ordnung. Als Kind habe ich gelernt, dass die Hühner abends auf einer Stange schlafen, die ziemlich hoch vom Boden entfernt sein soll, dort hocken sie und schlafen. Tagsüber, wenn es die Witterung erlaubt, graben sie sich gerne kleine Erdlöcher und legen sich hinein, wenn es warm ist. Meine Großmutter ging in der Früh in den Hühnerstall, sammelte die Eier von ihrer Leni, Mimi, Susi und Annabelle in einem Gefäß und verdiente sich so ihr „Körberlgeld“. Unser Gockel Karli weckte uns übrigens täglich – auch in der Ferienzeit – pünktlich um 5:00 – damals durften Hähne ja noch „Kikeriki“ rufen.

Woran soll man beim Kaufen nun denken? An das Ei einer glücklichen oder traurigen Henne?

Es gibt Menschen, die bevorzugen weiße oder braune Eier. Ein weißes Huhn kann ebenso ein braunes Ei legen, wie ein braunes Huhn ein weißes. Denn die Farbe der Eierschalen hängt nicht mit der Farbe des Gefieders zusammen. Ob ein Ei eine weiße oder eine braune Schale hat, wird von den Genen bestimmt.

Ich freue mich auf eine nächste Führung mit Ihnen, und freue mich, wenn auch mental, auf die nächste Tour über den Hof. Vergessen Sie die Tiere von Gut Aiderbichl nicht, danke für Ihre Treue, herzlichst, Gisela

Werden Sie symbolisch Pate von Rosa und damit ein echter Aiderbichler!

Ja, ich möchte jetzt Pate werden! Unsere Tiere brauchen Ihre finanzielle Unterstützung, damit Sie ein unbeschwertes Tierleben haben können.
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