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Wann wurden Sie zuletzt von einer Biene gestochen?

Wegen ihrer Bestäubungsleistung von Blütenpflanzen ist die Honigbiene nach Rind und Schwein weltweit das drittwichtigste Nutztier für die Landwirtschaft. Ihr volkswirtschaftlicher Nutzwert wird in Deutschland pro Jahr auf vier Milliarden Euro geschätzt, wobei drei Viertel auf die Bestäubung von Obst und Gemüse fallen und ein Viertel auf Honigprodukte. Wer nichts unmittelbar zu tun hat mit Bienenzucht und Landwirtschaft, könnte von solchen Befunden leicht überrascht sein. Man sieht die Bienen längst viel seltener, verstummt scheint ihr Gebrumm. Immer nur Wespen und Hummeln. Früher fürchtete man sich noch vor Bienenstichen, heute wäre man froh, ihnen zu begegnen. Das ist natürlich nach Regionen verschieden, aber schon 2006 spricht man in Europa und den USA vom „Bienensterben“. Die Verlustrate von Bienenvölkern betrug zum Beispiel im Winter 2016/17 in Deutschland rund 170.000, das liegt 15 bis 20 Prozent über der normalen Sterblichkeitsrate von 10 Prozent.

Es gibt mehrere Faktoren, die zum Tod der Bienen führen, ganz wesentlich aber sind das Auftreten der Varroamilbe und die industrielle Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und Pestizideinsätzen. Es fehlen Streuobstwiesen, Hecken und Raine. Ist auf den riesigen Feldern zum Beispiel die Rapsblüte beendet, leiden die Bienen Hunger, weil sie nichts anderes finden, es fehlt die Vielfalt.

Die wichtigsten Gründe für das Bienensterben sind von Menschen gemacht. Wir könnten sie deshalb auch beseitigen, wenn wir nur umdenken würden. Schließlich wissen wir doch, dass es zu bedrohlichen Ernteausfällen käme, würden die Bienen nicht mehr bestäuben. Es sei denn, wir würden die Arbeit von Hand selber machen. In den USA fährt man mancherorts Bienenvölker bereits von einem Platz zum anderen, als wären sie eine Art Wanderarbeiter. „Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr.“ Dieser oft zitierte Satz stammt allerdings nicht, wie häufig behauptet wird, von Albert Einstein. Die Biene hat ein gutes Image und wird gemocht, vielleicht auch wegen ihrem sprichwörtlichen Bienenfleiß. Beliebt nicht nur bei Kindern: Biene Maja, Hauptfigur zweier Romane aus den 1920er Jahren. Später flog diese Biene in die Kinos, in die Theater und ins TV.

Eher Ikonen des amerikanischen Horrorfilms sind die Killerbienen, die Ende der 50er Jahre aus einer Kreuzung zwischen europäischer Honigbiene und wildlebenden Bienen aus Afrika entstanden sind. Sie sind besonders aggressiv. Schon bei einer kleinen Bedrohung greifen nicht nur die Wächterbienen des Volkes an, sondern gleich das ganze Volk. Ihre Opfer verfolgen sie hartnäckig über große Distanzen.

Gerade erscheint bei uns ein Roman, der zunächst in Norwegen und jetzt international für Furore sorgt: „Die Geschichte der Bienen“. Die Autorin heißt mit Vornamen Maja. Es ist Maja Lunde. Und so beginnt der norwegische Bestseller: Wir befinden uns in China im Jahr 2098. Es gibt keine Bienen mehr, und unzählige Menschen müssen jedes Jahr alle Blüten per Hand bestäuben, eine sehr aufwändige und kräftezehrende Aufgabe. Hat man die Bienen schnöde geopfert?

Man sollte die Begeisterung für die Bienen und ihre Arbeit aber auch nicht so übertreiben, wie der Bauer in einem Theaterstück. Dort bittet eine ältere Bäuerin: „Sag mir ein süßes Wort!“ Und der Bauer antwortet: „Honig“. Er ist Imker.

Besuchen Sie Gut Aiderbichl! Gleich hinter dem Tor zum Henndorfer Gut werden Sie unser „Insektenhotel“ sehen. Dort nisten auch die Wildbienen.

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