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Warum? Angeschossen und angefahren!

Keinem Tier darf man ohne Grund ein Leid antun. Doch die Realität sieht oft anders aus. Dies wurde uns erst gestern wieder auf dramatische Weise bewusst. Aiderbichl Geschäftsführer Dieter Ehrengruber war zu Terminen auf unserem Gut Aiderbichl Frankreich unterwegs, als er gestern auf der Straße eine hilflose, angefahrene, verstoßene Katze entdeckte. Aber es kam noch schlimmer. In der Klink der Befund: die Katze wurde angeschossen! Lesen Sie hier den Bericht von Dieter Ehrengruber...

Die Frage nach dem "Warum" bleibt unbeantwortet...

Am vergangenen Freitag machte ich mich auf den Weg zu unserem Gut Aiderbichl Frankreich, das herrlich in der Auvergne liegt. Hier ist ein wahres Tierparadies entstanden, auf dem mittlerweile 282 gerettete Tiere lebenslangen Schutz genießen: 142 Pferde, 130 Katzen, 1 Muli, 3 Esel, 1 Schaf, 1 Ziege sowie 4 Hunde genießen hier auf einem 60 Hektar großen Areal das französische "Laissez-faire".

Gut Aiderbichl Frankreich - die Domäne Bürchler-Keller...
Und dass es unseren geretteten Tieren hier gut geht, sieht und spürt man sofort. Die Pferde sind in einem guten Zustand und genießen ihren ungestörten Freilauf. Sie haben sogar einen eigenen See...

Ein wahres Pferdeparadies in Frankreich...

Gutsverwalter Louis mit den Pferden Ravenna, Gidrane und Rubina

Und auch unserer großen Katzenfamilie merkt man an, dass sie sich einfach nur wohlfühlt und das Leben genießt. Sie wissen, dass sie bei uns Freiheit und Sicherheit gleichermaßen genießen dürfen. Sie bekommen die beste medizinische und pflegerische Versorgung und Betreuung - so wie alle Aiderbichler Tiere - und können dennoch die "große Freiheit" genießen.

Zum Frühstück finden sich alle Katzen im Innenhof ein...

Dass nicht alle Menschen Tieren gegenüber wohlgesonnen sind, wissen wir. Dennoch war ich geschockt, auf welch dramatische Weise mir dies nun wieder bewusst gemacht wurde.
Dabei war der Tag eigentlich sehr schön und positiv verlaufen. Ich war zu Besuch bei einer Aiderbichlerin, die ganz in der Nähe unseres Gut Aiderbichl Frankreich wohnt. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihr Anwesen zu einem Zufluchtsort für Tiere zu machen. Besonders haben es ihr dabei die Esel angetan, die sie liebevoll versorgt und denen sie einen Großteil ihrer Zeit widmet. Ein wahres Natur- und Tierparadies ist bei ihr entstanden. Als ich mich, gemeinsam mit Thomas Esslinger und Fabian Linasi, am Nachmittag auf den Rückweg zu unserem Gut machte, war ich voller positiver Gedanken, die jedoch kurz darauf einen herben Rückschlag erhielten. Wir begegneten einer Schar von Jägern, die sich in der Dämmerung auf die Jagd nach Wildschweinen machten. Die Szenerie bedrückte mich. Ich dachte darüber nach, wie sehr wir uns seit nunmehr 15 Jahren für Tiere in Not - auch für Wildtiere - einsetzen und hoffte insgeheim: Vielleicht finden die Wildschweine den Weg zu unserem Anwesen. Dort könnten sie sich auf dem großen Areal verstecken...
Noch während ich diesem Gedanken nachging, nahm ich auf der Straße einen grauen Punkt wahr. Die Abenddämmerung hatte bereits eingesetzt und da wir nicht genau erkennen konnten, was da auf der Straße war, bremsten wir ab. Als wir näher kamen sahen wir, dass es sich um eine hilflose Katze handelte. Sie schien verletzt, denn sie konnte kaum mehr laufen. Vielmehr robbte sie sich mit den Vorderbeinchen quer über die Straße. Wir stoppten das Auto und wollten uns um die Katze kümmern. Kein leichtes Unterfangen, denn die Straße war stark befahren und die arme Katze war so verängstigt, dass sie Schutz in einer großen Brombeerhecke suchte. Wir brauchten Verstärkung!

Wir mussten schnell handeln: es wurde dunkel und die Katze brauchte dringend Hilfe...

Ich rief unseren Gutsverwalter Louis an, der kurz darauf mit seinem Team zur Hilfe eilte. Alle machten sich auf die Suche nach der verletzten Katze und schließlich erblickten wir sie. Vorsichtig näherte sich Louis der Katze und dann gelang es ihm, sie vorsichtig hochzuheben. Stoisch ließ sie sich in die Transportbox legen. Es schien so, als habe sie sich selbst aufgegeben.

Was muss diese arme Katze alles erlebt haben?

Sofort machte sich Louis mit der Katze auf den Weg zum Tierarzt. Wir alle hofften, dass ihr dort geholfen werden könnte. Sicherlich wäre eine längere medizinische Behandlung erforderlich, aber danach könnte sie ihr Leben bei uns auf dem Gut Aiderbichl Frankreich genießen. Doch wir wurden jäh aus unserer Hoffnung gerissen - Louis rief aus der Tierklinik an. Der Befund, den er uns mitteilte, ließ mich erstarren: die Katze war angefahren worden, wodurch ihre Hüfte zertrümmert war. Doch das Röntgenbild brachte einen noch viel schlimmeren Befund zutage: Jemand hatte auf die Katze geschossen! Das Projektil steckte noch in ihrem Körper!

Das Röntgen beim Tierarzt brachte einen traurigen Befund zutage...

Das alles war einfach zuviel für den kleinen Katzenkörper. Das Tier litt unendliche Qualen und wir konnten ihr nur noch helfen, indem wir sie von diesem Leid erlösen. Gemeinsam mit dem Tierarzt beschlossen wir, sie friedlich gehen zu lassen. Louis blieb bei ihr, bis sie sanft eingeschlafen war. Die Katze sollte noch einmal in ihrem Leben spüren, dass sie nicht alleine ist. Das war das Letze, was wir für sie tun konnten...
Auch heute, auf dem Rückweg nach Salzburg, kreisen meine Gedanken um das Schicksal dieser armen Katze, die ohne Grund leiden musste. Was kann einen Menschen dazu bewegen, mit einem Gewehr auf eine Katze zu schießen? Wie oft und mit welcher Energie kämpfen wir um jedes einzelne Leben, doch was ich dort gestern sah, war das Zeugnis von Hass und Lebensverachtung.
Doch für uns Aiderbichler zählt jedes Leben - und kampflos aufgeben ist niemals eine Alternative. Tagtäglich setzen wir uns mit aller Kraft für Tiere in Not ein. Wir sehen hin, statt weg und versuchen alles in unserer Macht stehende, um Leben zu retten. Und auch wenn manchen Tieren nur eine kurze Zeit unter unserem Schutz vergönnt ist, so wie dieser armen Katze, zeigen wir ihnen dennoch, dass sie unsere Mitgeschöpfe sind und wir sie lieben. Ganz gleich, wo sie herkommen, welches Schicksal sie durchlebt haben, ob sie gesund sind oder ein Handicap haben. Ganz nach unserer Philosophie: Leben lieben - Aiderbichl!
Ihr
Dieter Ehrengruber

"Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
Albert Schweitzer

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