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Welt(tier)frauentag

Aus der Sicht einer Aiderbichlerin

Heute machen wir unseren Boxenstopp in der Hauptstallgasse. Hier leben unter anderem vier Pferdestuten, deren Geschichten die Menschenherzen immer erreichen. Es geht um verlorene Würde, Leistungsdruck, Schmerzen – auch Tier“frauen“ sind stark im Nehmen, unnachahmlich im Ertragen und Erleiden, unverständlich großzügig im Verzeihen – so, wie viele große Frauen, die die Welt oder ihre Familie mit aller Liebe tragen und Schmerzen und Leid wegstecken.

Mariandl und Kathi

Die wichtigste und schönste Geschichte seit Bestehen von Gut Aiderbichl ist wohl die Geschichte über die „Mariandls“. Die Geschichte von Kathi, dem Schwarzkopf-Noriker-Fohlen, begann damit, dass Michael Aufhauser Kathi auf einem Fohlenmarkt als Schlachtfohlen freikaufte und sie auf das Gut bringen ließ. Sie litt fürchterlich unter der Trennung ihrer Mutter und wollte sterben. Mariandl, die Stute wurde ausfindig gemacht, man verhandelte und die schöne Geschichte nahm ihren Lauf:

Michael Aufhauser mit Kathi und Mariandl

Am Tag der Wiederzusammenführung (Hier klicken für das berührende Video) machten wir eine rührende und lehrreiche Erfahrung. Die beiden Pferde erkannten und fühlten sich, noch bevor sie sich sehen konnten. Das hatte etwas Mystisches und bestätigte, dass die Wahrnehmungen der Tiere vom Menschen unterschätzt werden. Mariandl wieherte wie verrückt im Transporter den ganzen Weg hoch zum Gut, die kleine Kathi witterte etwas, und war ebenfalls nervös. Der Transporter war am Hof, Michael Aufhauser öffnete die Transportertür und führte die aufgeregte Stute zu ihrer wartenden Kathi. Es wurde ein sanfter Freudentanz der Liebe mit Kopfreiben und engem Aneinanderschmiegen – damals flossen viele Tränen der Rührung. Niemand fragte: „Ja, wie gibt es denn das?“. Die Besucher, die dieses Szenario miterleben durften, standen einfach da und bekamen eine Lehrstunde von Mutter Natur: Unterschätzt die Tiere nicht, sie sind dazu fähig zu lieben, zu leiden und auszuhalten. So, wie wir Menschen.

Hilde und Lori

Hilde und Lori gemeinsam auf der Weide

Loris Mutter starb kurz nach der Geburt an einem Gebärmutterriss. Das kleine Haflingerfohlen suchte die Milch vergebens. Man machte sich auf die Suche nach einer Ammenstute und fand Hilde. Hier durften wir lernen, was Geduld, Ruhe, Streicheln, Gefühl und Einfühlsamkeit bewirken können. Hilde gab der kleinen Lori ihre Milch und entwickelte richtige Muttergefühle für das kleine Fohlen. Beide sind seit Jahren unzertrennlich und aus der kleinen Lori ist eine wunderschöne Haflingerstute mit wunderbaren Augen und einem gelassenen Lächeln geworden.

Fiona und Mariella

Fiona und Mariella

Noch eine bewegende Pferdegeschichte mit Happy End: die Zuchtstute Fiona und ihre Mariella. – Fiona kam samt ihrem Fohlen Henry auf den Pferdemarkt. Henry sollte zum Pferdeschlachter kommen, weil er für die Zucht nicht schön genug war. Sind wir Menschen immer perfekt? Es gibt keine Gnade für Pferdekinder. Pferdehändler kaufen Fohlen aus Deutschland und Österreich; die Fohlen tragen sich quasi selbst zum Metzger. Sie begeben sich auf die einsamste Reise der Welt, wenn sie hell wiehernd, dicht an dicht gedrängt, nebeneinander auf großen Transportern stehen. Sie alle weinen um ihre Mutter, zuhause im Stall ruft die Pferdemutter oft noch tagelang nach ihnen.

Bemitleidet werden die jährlichen "Schlachtfohlen" von vielen Menschen. Wegen der hohen Haltungskosten denken die meisten, da kann man nichts machen. Es geht um Zucht, Fleischerzeugung und Profit. Nicht mehr und nicht weniger.

Michael Aufhauser nahm Fiona und Henry vom Pferdemarkt mit. Komischerweise wuchs der Bauch der Fiona immer mehr: sie war tragend. Am Karfreitag vor mittlerweile bald sechs Jahren, wurde Mariella geboren. Sie ist eine Schönheit: Mariella hat drei weiße Fesseln und eine graue, ihre Mama hat drei graue Fesseln und eine weiße, Mariella hat eine wunderschöne Zeichnung, eine tolle Spannung im Körper, sie ist eine verwöhnte Prinzessin und liebt ihr Leben an der Seite ihrer Mutter Fiona. Jetzt kommt bald die Zeit, wo sie es wieder draußen auf den Weiden stauben lässt! Fiona steht stolz und geduldig neben ihr und denkt sich: „Gott sei Dank durfte ich weiterleben, sonst würde es ja diese Kleine hier nicht geben!“.

Fee und Franzi

Nun kommt eine Geschichte, bei der viele Männer immer wieder schmerzend meinen: „Ja, so ist es! Wie im Leben!“. Die Geschichte von Fee und Franzi ist eine, wie aus dem Leben gegriffen.

Fee und Franzi - unser süßes Ehepaar

Fee war im Sport eingesetzt und gewann zahlreiche Turniere. Es kamen Verletzungen, sie wurde dann noch in einer Reitschule eingesetzt. Irgendwann ging es nicht mehr, sie brachte nichts mehr und an einem regnerischen, kalten Tag kam sie nach Henndorf. Eine alte, schmutzige Decke am Rücken, verunsichert, gezeichnet von Schmerzen und dem Satz des Händlers: „Sie ist ein Kadaver, die Schlachtung hätte mehr gebracht!“. Entsetzlich traurig stand sie da. Ich ging hin, Michael Aufhauser meinte: „Nicht, sie kennt dich nicht“. Fee tat mir nichts, sie blies müden, traurigen Atem aus ihren Nüstern. Ich werde diesen Moment niemals in meinem Leben vergessen können.

Wie wir Frauen halt so sind: sie hat Kräfte gesammelt, wird nicht mehr geritten und so wird die Arthrose auch nicht schlimmer und: sie hat sich vor einigen Jahren in Franzi verliebt. Franzi, ein Pferd, das hochgemästet worden war, sollte ebenfalls zum Schlachten gebracht werden. Er hatte beinahe 250 kg zu viel an Gewicht und war total verwahrlost. Er verliebte sich in die zarte, zerbrechliche Fee und deren traurige Seele und gab ihr Kraft. Heute hat er eine tolle, gesunde Figur und Fee hat die „Hosen an“ und zeigt dem Franzi wo es langgeht: wie ein süßes Ehepaar.

Abschließend danke ich allen Frauen dieser Welt – ob nun Menschenfrau oder Tierfrau – für die Kraft, die sie haben, für das Durchhalten und die Diplomatie, die das weibliche Geschlecht auszeichnet.  Ich freue mich auf eine nächste Führung mit Ihnen, herzlichst, Gisela

Nur dank Ihrer Unterstützung, liebe Aiderbichler, können wir helfen und den in Not geratenen Tieren ein sicheres und liebevolles Zuhause bis an ihr natürliches Lebensende geben. Mittlerweile leben 6.000 gerettete Tiere unter dem Schutz von Gut Aiderbichl, unter anderem auch viele Pferde. Bitte unterstützen Sie uns weiterhin mit einer symbolischen Patenschaft oder einer Spende. Vielen herzlichen Dank!

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