A A A
Mein Aiderbichl | login

Passwort vergessen

Passwort vergessen Registrieren / Pate werden Infos zur Patenschaft

Schließen

Wenn Freunde sterben

Schwer ist der Tod für die Hinterbliebenen zu ertragen. Tiefe Wunden reißt er in die Seelen. Und ob die Zeit sie alle heilt? Sie lindert langfristig den Verlust. Aber dass etwas fehlt, das bleibt. Es hilft den meisten Menschen in ihren schweren Stunden und darüber hinaus, wenn ihre Trauer einen Ort hat, ein Grab, eine Stätte des Gedenkens jedenfalls, symbolische Nähe zu denen, die voran gehen mussten. Wir und sie haben damit noch etwas Gemeinsames in der diesseitigen Welt.

Seit die Menschen ihre Haustiere als Familienmitglieder betrachten, oder sie mindestens als Freunde lieben und achten, ändern sich auch die Wünsche und Bedürfnisse, wenn es darum geht, von ihnen Abschied zu nehmen. Schließlich bleiben nach ihrem Tod nicht „Kadaver“ zurück, die man der Tierkörperverwertung übergibt, sondern tote Freunde, denen man die letzte Ehre erweisen und deren Andenken man sichern will.

Manche werden einfach auf Privatgrundstücken begraben. Genaugenommen bedürfte es dazu aber einer Genehmigung zur Hausbestattung vom Veterinäramt. Das Grundstück darf nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen, und der Abstand zu öffentlichen Wegen muss mindestens einen Meter betragen. Außerdem muss das Tier einen halben Meter unter der Erde begraben sein. Aber nicht jeder, der Tiere hält, hat auch ein Grundstück.

Nun kann man mit Fug und Recht sagen: Die Tierbestattungsbranche boomt. Ihr jährlicher Umsatz beläuft sich auf rund 20 Millionen Euro. Insgesamt gibt es in Deutschland 24 Tierkrematorien, etwa 120 Tierfriedhöfe und circa 150 Tierbestatter, Tendenz steigend. Immer mehr Menschen wollen auch zusammen mit ihren Tieren begraben werden können, weil eben nicht Menschen, sondern der Hund oder die Katze die treuesten Begleiter auf dem Weg durch ihr Leben waren. Der Wunsch kommt einem auf Anhieb ausgefallener vor als er ist. Schon der „Alte Fritz“, der preußische König Friedrich der Große, liegt auf Schloss Sanssouci in Potsdam neben seinen Windhunden begraben, das hatte er testamentarisch verfügt.

Die Kosten für die Kremierung eines kleinen Hundes oder einer kleinen Katze betragen zwischen 200 und 300€, ein Grab etwas über 100€. Die Urnenpreise variieren zwischen 80 und bis zu 1000€, je nach Anspruch des Besitzers. Lange Zeit mussten tote Pferde zur Einäscherung ins Ausland, etwa in die Niederlande gebracht werden. Inzwischen gibt es am Waldrand von Schwäbisch Hall ein Pferdekrematorium. Samt Überführung kostet die Kremierung zwischen 2000 und 3500€.

Die Tierbestatter erfahren extrem viel Dankbarkeit von den Tierbesitzern. Die meisten sind sich darüber bewusst, dass die psychologische Betreuung ihrer Kunden zu ihrer Aufgabe gehört. Denn sie treffen auf Trauernde. Die Tränen fließen und Trost tut not. Hasso kommt nicht wieder. Der Abschied ist für immer, jedenfalls im Hier und Jetzt. Gott sei Dank scheint man allmählich zu begreifen, dass Tiere Seelen haben und nicht verloren gehen können.

Gut, dass es nun immer mehr Möglichkeiten gibt, in Ruhe würdig von den Tieren Abschied zu nehmen. In vielen Häusern steht heute schon die Urne eines vierbeinigen Wegbegleiters. Als Dank für seine Liebe, zur Erinnerung an seine Treue. Wie gut, dass es ihn, Männchen oder Weibchen, in dieser Welt gegeben hat.

<< Zurück