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Wir trauern um Hummel...

Die kleine Hummel (16) lebte seit 2005 bei uns auf Gut Aiderbichl Henndorf. Wir konnten sie damals vom Münchner Pferdemarkt freikaufen, wo sie "übrig geblieben" war und um ein Haar an einen Metzger verkauft worden wäre. Bei uns wurde sie zur selbstbewussten Pony-Dame, der es vor allem die großen Pferde angetan hatten. Gestern dann der Schock: Während Hummel über den Hof spazierte hörte ihr Herz plötzlich auf zu schlagen. Wir werden sie vermissen...

 

Abschied von Hummel (17)

Bereits im Jahr 2005 waren wir regelmäßig auf den Pferdemärkten, um sogenannte Schlacht-Pferde zu retten und ihnen ein Leben auf Gut Aiderbichl zu ermöglichen. So fanden wir damals, im August 2005, auf dem Münchner Pferdemarkt auch die kleine Hummel. In einer langen Reihe von Ponys stand sie da - eingeschüchtert und ängstlich. Neben ihr der erst sechs Monate alte Bert - ihr Fohlen.

 


Hummel auf dem Pferdemarkt - der kleine Bert sucht ängstlich Schutz ihr...

 

Aber niemand interessierte sich für Hummel, und als die große Halle immer leerer wurde zeigten nur noch Metzger Interesse an den Übriggeblieben. Um Hummel und ihrem Bert das Schlimmste zu ersparen, kauften wir sie, gemeinsam mit 10 weiteren Pferden, Ponys und einem Esel an diesem Tag frei. Behutsam verluden wir sie in unseren großen Good-Truck und brachten sie nach Gut Aiderbichl Henndorf.

 


Im Good-Truck traten die geretteten Tiere ihre Reise nach Gut Aiderbichl an...

 

Auf Gut Aiderbichl angekommen, brauchten die geretteten Pferde, Ponys und Esel erst einmal Ruhe, um sich von ihrem Trauma zu erholen. Mit Zuwendung, Geduld und Fürsorge konnten unsere Pferdewirte und Tierpfleger ihnen Stück für Stück zeigen, dass sie nie wieder Angst haben müssen. Auch die anderen Bewohner von Gut Aiderbichl schienen ihnen zu zeigen, dass sie hier in Sicherheit sind und einfach ihr Leben genießen dürfen. Nach und nach verblasste ihr Trauma und sie entwickelten vielfältige Charakteren. Besonders unsere Hummel.

 


Hummel im Frühling auf der Koppel...

 

Anfangs war sie eine fürsorgliche Mutter, die sich neben ihrem leiblichen Fohlen Bert auch um den kleinen Ernie kümmerte und ihn quasi adoptierte. Doch als die beiden Pony-Wallache aus dem Gröbsten heraus waren und sich in unserer Pony-Familie und im Freilauf alleine zurechtfanden, entwickelte Hummel eine besondere Persönlichkeit. Die anderen Ponys interessierten sie nicht mehr - vielmehr hatten es ihr die großen Pferde, insbesondere Friesen und Noriker, angetan. Und das, obwohl Hummel als Falabella-Pony, die als die kleinste Pferderasse der Welt gelten, nur ein Stockmaß von 87 Zentimetern hatte!

 


Ex-Zirkus-Friese Maxi und Hummel...

 

Als im Sommer 2010 der Friese Maxi aus dem Zirkus zu uns kam, war es um Hummel geschehen. Jeden Tag, wenn Pferdewirtin Martina die Pony-Dame in den Freilauf ließ, stellte sich Hummel vor Maxis Box. Wenn Maxi dann auf die Koppel geführt wurde, trabte Hummel hinterher und wartete, bis Maxi wieder in seine Box zurückkam. So ging es Tage, sogar Wochen. Hummel harrte immer in Maxis Nähe aus in der Hoffnung, dass er sie endlich wahrnehmen würde. Und dann war es endlich soweit: Maxi streckte seinen Kopf zu Hummel. Schließlich durfte sie sogar in seine Box. Bis zu Maxis Tod im Jahr 2014 waren beide tagtäglich zusammen.

Hummel trauerte eine Weile um ihren Liebsten, beschloss aber dann, dass das Leben auch aus Freude bestehen sollte und suchte sich den nächsten Partner aus. Ihre Wahl fiel auf Lotto Vulcano (24), einen Noriker-Wallach mit 1,68 Metern Stockmaß und stattlichen 800 Kilogramm.

 


Noriker-Wallach Lotto Vulcano (24)

 

Hummel versuchte es wieder nach dem gleichen Schema: einfach vor der Box des Auserwählten ausharren. "Irgendwann wird er mich schon sehen", schien sie sich zu denken. Und sie sollte Recht behalten. Auch Lotto Vulcano erwiderte ihre Zuneigung und Hummel durfte schließlich in seine Box. Wenn Lotto Vulcano mit den anderen Pferden auf der Weide oder auf der Schnitzelkoppel, direkt hinter unserer Pforte war, wartete sie geduldigt, bis ihr Liebster wieder in den Stall geführt wurde. Nicht selten riefen Besucher bei uns, denen das vermeintlich arme Pony, das stoisch am Eingang stand, aufgefallen war. Aber wenn wir erklärten, dass der Grund für ihr Warten auf der Koppel war und Hummel deshalb unten wartete, mussten die Gäste doch schmunzeln. Wo die Liebe halt hinfällt...

 


Hummel und Lotto Vulcano

 

Dienstags herrscht immer reger Betrieb auf dem Hauptgut in Henndorf. Der Hufschmied kommt und ebenso die Tierärztin zu ihrem Routinebesuch. Aber Hummel fehlte es an nichts. Brav wie immer ließ sie den Hufschmied arbeiten und ging danach wieder in den Freilauf. Umso größer der Schock am frühen Nachmittag. Hummel spazierte im Innenhof, als sie plötzlich, ohne vorherige Krankheitsanzeichen, umfiel. Unsere Pfleger und die Tierärztin konnten nichts mehr für unsere Hummel tun, ihr Herz hatte einfach aufgehört zu schlagen...

Wir trauern um unsere Hummel und danken allen Aiderbichlern und den Mitarbeitern die dazu beigetragen haben, dass Hummel mehr als 10 glückliche Jahre bei uns verbringen durfte.

 

Lesen Sie hier nochmals den Bericht über Hummel und Lotto Vulcano aus unserem Sommer-Magazin 2015

(zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken)

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