
Veröffentlicht: 28.01.26
Schweinehaltung und Fleischkonsum: Auswirkungen auf Tierwohl, Gesundheit und Klima
Wie Schweine gehalten werden, bleibt für viele im Alltag unsichtbar. Dieser Beitrag öffnet den Blick hinter die Stalltüren, macht das Leiden der Tiere sichtbar und zeigt, unter welchen Bedingungen sie leben. Zugleich beleuchtet er die Zusammenhänge zwischen Schweinehaltung, Umwelt und unserer Gesundheit – und warum all das enger miteinander verbunden ist, als viele vermuten.
Inhalt
Franz, Sissi, Peppa Wutz, Biggy, Wolfgang, Amadeus und Mozart. Egal wie sie heißen. Sie alle haben eines gemeinsam. Sie sind sozial, sauber, klug und werden maßlos unterschätzt: Schweine. Deswegen wollen wir uns in diesem Blogpost diese wundervollen Tiere einmal genauer ansehen; dabei beleuchten wir auch die heutige Schweinehaltung, von konventionell bis bio, den Fleischkonsum, aber auch die Folgen davon für Tiere, Umwelt und unsere Gesundheit.
Interessante Fakten über Schweine: Klug – sozial - sauber
Das Hausschwein ist die domestizierte Form des Wildschweines. Die Rüsseltiere sind Allesfresser und gehören zur Ordnung der Paarhufer; sie haben keine Schweißdrüsen und benötigen gerade auch deswegen im Sommer eine Suhle, um sich beispielsweise abzukühlen. Ferner sind sie intelligent. Man sagt sogar, ihre Intelligenz und ihre kognitiven Fähigkeiten sind mit denen von Primaten vergleichbar. Sie teilen, je nach Forschungsmethode, bis zu 95 Prozent der Gene mit den Menschen. Dies zeigt die enge evolutionäre Verwandtschaft, auch wenn die Schimpansen uns mit über 98 Prozent noch näherstehen. Deswegen werden Menschen auch Organe von Schweinen, wie zum Beispiel Herzklappen, transplantiert.
Populärwissenschaftliche Veröffentlichungen behaupten, sie seien klüger als Hunde, die etwa mit 2-jährigen Menschenkindern vergleichbar sind. Nämlich so klug wie etwa 3-jährige Kinder. Um das herauszufinden, wurden kognitive Tests durchgeführt, die in verständlicher Form zeigen sollen, dass die Intelligenz von Schweinen mit der von jungen Kindern vergleichbar ist.
Dazu passt aber auch, dass sich Schweine im Spiegel erkennen können; im Gegensatz zu den meisten anderen Tieren verstehen sie, dass Spiegel eher Reflexionen sind als Fenster. Sie bestehen also den Spiegeltest, der von Professor Donald Broom an der Cambridge University durchgeführt worden ist. Somit haben sie ein Ich-Bewusstsein und sind sich ihrer selbst bewusst (Quelle: Peta, 2024). Dass die klugen Tiere eine Lernfähigkeit besitzen, Probleme lösen und Objekte (wieder) erkennen können, liegt auf der Hand. Das Vorurteil über das „dumme Schwein“ konnte das Forscherteam bereits erfolgreich widerlegen. Schweine sind hoch intelligente Tiere, die sogar von uns Menschen durch Beobachtung verschiedenste Verhaltensweisen abschauen und erlernen können. Schweine sind dazu in der Lage, moderne Medien zu benutzen. Auf einem Touchscreen können sie beispielsweise selbstständig Bilder unterscheiden und einteilen (siehe unser Projekt Clever Pig Lab).
Biologen teilen das Verhalten von Tieren in Funktionskreise ein, wie beispielsweise Sozialverhalten, Nahrungsaufnahme, Ruheverhalten, Sexualverhalten. Hier nun einige interessante Fakten:
- Schweine verfügen, wie schon angedeutet, über ein ausgeprägtes und differenziertes Sozialverhalten. Eine feste Rangordnung stellt Ruhe in der Gruppe sicher. Sie leben in kleinen, dauerhaften Mutterfamiliengruppen, die sie nur für die Zeit des Abferkelns auflösen. Eber sind Einzelgänger und halten sich nur während der Paarungszeit bei den Rotten auf.
- Sie kommunizieren über viele Laute, auch Ultraschallklänge und über ihren Rüssel. So singen Mutterschweine beispielsweise für ihre Ferkel; bei belastenden Situationen, wie der Kastration, kommunizieren sie mit emotional negativen Lauten, also Schreien.
- Sie sind bewegungsaktiv und neugierig und zeigen dabei ein ausgeprägtes Erkundungsverhalten. Auch spielen sie gern, nicht nur Ferkel, d.h. sie hüpfen, rennen und raufen. Und natürlich wühlen sie von Herzen gerne, zum Beispiel in Stroh.
- 70 Prozent der Aktivitätszeit verbringen sie mit Futtersuche.
- Zum Komfortverhalten zählen Körperpflege, Kontaktliegen, gern ausgestreckt, gähnen, rekeln, sich scheuern, sich gegenseitig mit dem Rüssel massieren, suhlen, baden und duschen. Fun fact: Die Suhle kann die Körpertemperatur der temperaturempfindlichen Tiere im Sommer um 2 Grad senken. Außerdem schützt sie vor Insekten und Parasiten und vor Sonnenbrand.
- Schweine erkennen, wie Pferde und Hunde auch, unsere Emotionen.
Jetzt, da wir schon so viel über die Intelligenz dieser Tiere erfahren haben, lohnt es sich, den Blick einmal darauf zu richten, wie wir heute in der industriellen Nutztierhaltung (und das Fleisch, das Menschen in Deutschland essen, stammt zu 98 Prozent von dort) Schweine halten. Und hier klafft die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit wie eine große, blutende Wunde.
Schweine sind sehr saubere Tiere. Sofern sie die Möglichkeit dazu haben, würden sie niemals in ihr Strohbett urinieren oder koten, sondern immer eine Kot- und Urinecke auswählen. Was für eine Qual die Massentierhaltungsställe sind, in denen sie fixiert (Zuchtsauen im Kastenstand) auf engstem Raum in ihren eigenen Fäkalien stehen, die den geruchsempfindlichen Tieren ihre Rachenräume verätzen, muss nicht extra betont werden. Es liegen Daten vor, die sagen, dass bis zu 50 Prozent der toten Schweinekörper in Schlachtbetrieben Atemwegsveränderungen aufweisen (Quelle: Gut Aiderbichl Leben lieben Magazin, 2/2024).
Auch Frau Dr. Mariannne Wondrak kann viel zur Intelligenz der Schweine sagen. Die Tierärztin forscht u.a. mit 37 Kune Kune Schweinen in ihrem Clever Pig Lab auf Gut Aiderbichl Henndorf. Ihre Arbeit zeigt, wie klug die unterschätzten Tiere wirklich sind und was sie für ein artgerechtes, gutes Schweineleben brauchen/bräuchten.

Dr. Marianne Wondrak mit den Kune Kune Schweinen
Frau Dr. Marianne Wondrak schwärmt von ihren Schützlingen:
„In über 10 Jahren Verhaltensforschung mit Schweinen habe ich unglaublich viel über diese faszinierenden Tiere gelernt. Und das ist erst der Anfang. In Wahrheit habe ich nämlich vor allem gelernt, was wir alles noch nicht wissen.
Ich hätte zu Anfang nie geglaubt, wie schnell Schweine lernen und wie schnell sie verstehen, wie sie zum Beispiel einen Touchscreen für Schweine bedienen. Oder dass sie so gut allein durch Beobachten von Artgenossen oder auch Menschen lernen und was sie sich alles merken können. Und dabei macht die Arbeit mit ihnen immer so viel Freude, weil sie mit einer Konzentration und Motivation dabei sind, die einen einfach mitreißt.
Schweine haben unglaublich schillernde Persönlichkeiten. Ich fühle mich manchmal wie mitten in einer Schulklasse. Es gibt sie alle: den Streber, den guten Jungen, der aber nicht der Hellste ist, die, die sich nicht anstrengen muss und trotzdem immer alles richtig hat, die einseitige Mathe-Begabung, den Anführer, den, der immer alle ärgert, die, mit der alle befreundet sein wollen, die Stille, Liebe, Unauffällige, …. Freundliche Riesen, die die Kleinen beschützen, die Neugierige, die immer ihren Rüssel dort hat, wo gerade was Neues passiert.
Eines ist in meinen Augen sicher. Schweine denken, fühlen und träumen. Es ist absolut an der Zeit, dass wir sie als das sehen, was sie sind. Einfach großartige Persönlichkeiten.
Wenn ich zwischen den Schweinen hier in der Herde auf Gut Aiderbichl Henndorf stehe und sie alle nach und nach vorbei schlendern, um mich freundlich und unendlich sanft zu begrüßen, dann kommen mir oft die Tränen, weil ich weiß, dass alle Schweine so sind und dass Milliarden von Schweinen ein grässliches Schicksal haben.“
Schweinehaltung in Deutschland und Österreich

Dieses „grässliche Schicksal“ wollen wir uns nun einmal genauer ansehen. In Deutschland lebten im November 2025 21,5 Millionen Schweine von 15 220 Betrieben. Dies ist ein leichter Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2025). Grundsätzlich müssen wir zwischen Sauen, also weiblichen Tieren, die Ferkel gebären, unterscheiden und zwischen Masttieren, die aufgefüttert werden, um später geschlachtet zu werden.
Interessant ist hier der Vergleich mit Österreich: Dort sind es 2,5 Millionen Tiere in etwa 16.600 Betrieben (Quelle: Statistik Austria, 2025). Somit handelt es sich eher um bäuerliche Familienbetriebe mit 37 bis 132 Tieren. Im Jahr 2034 wird in Österreich ein Verbot der Vollspaltenböden umgesetzt. Bestehende Ställe müssen bis 2039 umgebaut sein. Das wäre natürlich europaweit wünschenswert.
Bedenklich finde ich die Entwicklung zu immer größeren Betrieben. Während in Deutschland im Jahr 2014 ein Betrieb durchschnittlich 1.100 Tiere hielt, waren es zehn Jahre später 1.400 Tiere pro Betrieb. Wie dabei mit den Schweinen umgegangen wird, ist, glaube ich, offensichtlich. Selten werden sie als fühlende Mitgeschöpfe, sondern als Produktionsmittel behandelt. Man denke nur an die schmerzhaften Eingriffe bei Ferkeln oder Schweinen, die Kastration, die Diskussionen darum, ob und wie sie bei der Kastration zu betäuben sind, das Abschneiden der Ringelschwänze, das Schleifen oder Schneiden der Zähne oder den Umgang mit Kümmerlingen. Das sind untergewichtige, kleine und schwächlichere Ferkel mit schlechtem Gesundheitszustand. Bei der hohen Anzahl von 13 bis 15 Ferkeln pro Wurf kommen in der intensiven Landwirtschaft viele Kümmerlinge vor. Vermutlich hat der Stallarbeiter bei der schieren Masse an Tieren nicht mehr das Individuum mit seiner ihm inhärenten Würde im Blick.
So stimme ich Prof. Dr. Claus Leitzmann, Ernährungswissenschaftler und langjähriger Leiter des wissenschaftlichen Beirats des Verbands für Unabhängige Gesundheitsberatung e.V., vollumfänglich zu, wenn er im Gut Aiderbichl Leben lieben Magazin 2/2024 sagt:
„Die Haltungsbedingungen auf Massenbetrieben sind beschämend für eine zivilisierte Gesellschaft“.
Haltungsformen 1 – 4 von Schweinen in Deutschland

Dazu passt, dass fast alle Schweine in Haltungsstufe 1 oder 2 leben. Sie haben also 0,75 m² oder 0,825 m² zur Verfügung und leben im Stall oder riesigen Hallen – meist ohne Tageslicht! In den Haltungsformen 3 und 4 nur zwei Prozent. Nur ein mageres Prozent der Schweine lebt in Biohaltung (Quelle: ISN-Faktenpapier, 2025).
Besonders schlimm trifft es Muttersauen im Kastenstand. In diesem Käfig, der nur so groß ist wie sie selbst, „leben“ sie während der Besamung und Abferkelung (5 – 6 Monate im Jahr). Sie können sich nicht bewegen, strecken, umdrehen oder ihre Ferkel liebkosen. Dieser, in meinen Augen, untragbare Zustand verursacht schlimme körperliche Leiden, aber auch Verhaltensstörungen. Tiere als Gebärmaschinen sind beispielsweise in der Hundezucht undenkbar, aber in der Landwirtschaft scheint es okay, Schweine zu Gebärmaschinen zu degradieren.
Auch der fortlaufende Strukturwandel gibt wenig Grund zur Hoffnung. Die drei marktführenden Schlachtunternehmen Tönnies, Westfleisch und Vion beanspruchen 59 Prozent. Ebenso konzentriert sich der Markt in den vier größten Einzelhandelsunternehmen Edeka, Rewe, Schwarz-Gruppe und Aldi. Sie vereinten 2023 einen Marktanteil von 81 Prozent (Quelle: Lebensmittelzeitung, 2026). Dieses Oligopol ist deswegen problematisch, weil es für kleinere Betriebe, die oft mehr Tierwohl ermöglichen, schwieriger wird, preislich mitzuhalten, d.h. sie können dann nicht mehr kostendeckend arbeiten.
Bio-/Ökohaltung von Schweinen
Zur Erinnerung: Nur ein Bruchteil der Tiere lebt in Biohaltung (auch Ökohaltung genannt). Doch was zeichnet Biohaltung überhaupt aus und wie finde ich mich als Verbraucher im Dschungel der zahlreichen Kennzeichnungen im Supermarkt zurecht? Auf den Produkten sieht man nicht nur verschiedene Bio-Siegel und Tierwohl-Labels sondern auch Haltungsstufen (1-5) und Herkunftskennzeichnungen (z.B. Schweinefleisch aus Deutschland). Zu guter Letzt gibt es auch noch Systeme wie den Nutri-Score, der allerdings nur die Ernährungsqualität des Lebensmittels bewertet – nicht die Haltung.
Um einen Fixpunkt zu haben, betrachten wir das gängigste Siegel: das EU-Bio-Siegel, das einen EU-weiten Standard der Produkte garantieren soll. Es ist ein hellgrünes Rechteck mit einem weißen Blatt und zeigt an, dass das Produkt aus biologischer Landwirtschaft stammt. Um das Siegel nutzen zu dürfen, müssen Betriebe bestimmte Auflagen erfüllen – etwa in der Haltung und Fütterung. Im Vergleich zur konventionellen Haltung bedeutet das vor allem:
- Etwas mehr Platz und Auslauf ins Freie
- Einstreu im Liegebereich
- Keine Kastenstände und begrenzter Spaltenbodenanteil
- Bio-Futter, gentechnikfrei
- Keine vorbeugenden Antibiotika; Behandlung nur bei Krankheit
Das klingt zunächst nach einem vernünftigen Schritt in Richtung Tierwohl. Schaut man jedoch genauer hin, wird deutlich, dass auch die Biohaltung nach EU-Standards weit von der Bilderbuch-Idylle entfernt ist, die uns oft suggeriert werden soll. In der konventionellen Haltung steht einem Mastschwein mit einem Gewicht von 50 bis 110 Kilogramm, wie oben beschrieben, gesetzlich ein Minimum von 0,75 m² Stallfläche zu (Quelle: Gut Aiderbichl Leben lieben Magazin, 2/2024). In der Biohaltung ist die Fläche zwar größer und wird durch einen Auslauf ergänzt, liegt aber dennoch häufig nur bei etwa 1,3 m² Stallfläche plus Auslauf für Tiere ab rund 85 Kilogramm (Quelle: Bio2030.de, 2022). Bei schwereren Tieren entsprechend etwas mehr. Auch das bleibt insgesamt sehr wenig Platz, gemessen an den natürlichen Bedürfnissen eines Schweins, das eigentlich laufen, wühlen und erkunden möchte. Zudem ist selbst in der Biohaltung Spaltenboden anteilig weiterhin erlaubt, wenn auch eingeschränkt. Der entscheidende Unterschied zur konventionellen Haltung liegt bei Bio daher weniger im Platzangebot als vielmehr im Gesamtsystem: Besonders wichtig sind das Bio-Futter ohne Gentechnik, der Verzicht auf vorbeugende Antibiotikagaben sowie das Verbot von Kastenständen. Diese Vorgaben verbessern Tiergesundheit und Haltung minimal, ändern aber nichts daran, dass auch Biohaltung ein intensives Nutztierhaltungssystem mit häufig sehr großen Betrieben ist. In Deutschland gibt es Bio-Schweinehöfe mit mehreren tausend Tieren. Um den Überblick zu behalten und die vorgeschriebenen Standards für jedes Tier zu gewährleisten, werden die Ställe in kleinere Gruppen unterteilt. Jede Gruppe muss die vorgeschriebene Stallfläche, Auslauf und Bio-Fütterung erhalten. Große Bio-Betriebe zeigen damit: Bio bedeutet nicht automatisch klein oder naturnah.
Neben dem EU-Bio-Siegel gibt es auch private Bio-Verbände mit ihren Siegeln, die sich freiwillig zu noch strengeren Tierwohlstandards verpflichten, darunter beispielweise Naturland, Bioland oder Demeter. An der Spitze steht dabei Demeter: Mastschweine haben deutlich mehr Platz im Stall, Auslauf ins Freie, Stroh als Beschäftigungsmaterial und werden überwiegend hofeigenes gefüttert. Auch Bioland und Naturland setzen auf höhere Standards als das gesetzliche EU-Bio-Mindestniveau, etwa durch mehr Platz, kontrolliertes Bio-Futter und verbesserte Stallgestaltung. Dagegen sollten Verbraucher sich nicht von Labels wie „Initiative Tierwohl“, „Neuland“ oder „Für mehr Tierschutz“ täuschen lassen: Zwar bringen sie Verbesserungen im Tierwohl, liegen aber in der Regel noch unter den Anforderungen der EU-Biohaltung. Sie können einzelne Aspekte verbessern, ersetzen aber kein echtes Bio- oder Verbands-Bio-Siegel.
Fazit zur Bio-Haltung: Wer sich entscheidet Fleisch zu kaufen, kann mit der Wahl von Bio-Qualität zumindest ein kleines Zeichen setzen – für mehr Tierwohl, Umwelt und Bewusstsein. Viele biozertifizierte Produkte sind inzwischen sogar im Discounter erhältlich, sodass bewusster Konsum leichter umsetzbar ist. Was uns aber immer klar bleiben sollte: Auf dem Weg zum Schlachter endet die Unterscheidung zwischen Bio- und konventionellem Schwein – sie erleiden alle den gleichen Tod. Die konsequenteste Möglichkeit, Tierleid im Rahmen der eigenen Ernährung zu vermeiden, ist eine vegane – oder als erster Schritt eine vegetarische – Ernährungsweise. Sie bringt nicht nur Vorteile für das Tierwohl sondern auch für die eigene Gesundheit und das Klima. Auf die Stärken einer pflanzenbasierten Ernährung gehen wir weiter unten noch genauer ein.
Artgerechte Schweinehaltung auf Gut Aiderbichl
Auf Gut Aiderbichl in Henndorf lebt unsere bunte, kleine Herde artgerecht auf einem weitläufigen Wiesengrundstück von 40.000 m² mit einem Waldstück und einem 230 m² Stall, der kuschelige Strohliegeflächen mit Gummimatten und Aktivitätsbereiche bietet. Artgerechtes Futter, auch Heu und Wiese, gehören ebenso dazu wie beste tierärztliche Versorgung. Auf unserem besuchbaren Gut Aiderbichl Henndorf dürfen sie tagsüber auch frei herumstromern, wie es sich für ein Tierparadies gehört.
Zum Vergleich: Wenn wir die Situation von einem konventionellen Schweinemastbetrieb auf Ihre Wohnsituation übertragen, würden in Ihrer 60 m ² Wohnung 80 Mastschweine hausen. Bei privaten Tierhaltern würde man hier von „Animal hoarding“ sprechen.

Kune Kune Schwein genießt die Sonne auf Gut Aiderbichl Henndorf
Was genau versteht man unter Tierwohl?
„Tierwohl ist ein zentraler Begriff in der Diskussion um die artgerechte Haltung von Nutztieren. Die Wissenschaft beschreibt „Tierwohl“ als den Zustand eines Tieres in Bezug auf seine Gesundheit und sein Wohlbefinden. Dieses Wohlbefinden hängt davon ab, ob ein Tier seine natürlichen Bedürfnisse ausleben und dabei positive Empfindungen haben kann. Tierwohl kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein – von einem niedrigen Niveau, bei dem das Tier leidet oder krank ist, bis hin zu einem hohen Niveau, bei dem es nicht nur gesund, sondern auch in einem positiven emotionalen Zustand ist.“ (Quelle: Ökolandbau, 2026).
Tierwohl umfasst dabei nicht nur theoretische Kriterien, sondern zeigt sich vor allem darin, wie Tiere tatsächlich leben. Im Folgenden betrachten wir, wie es Schweinen in der konventionellen Haltung ergeht und welche Aspekte ihres Lebens dabei häufig verletzt werden.
Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Schwein in der konventionellen, aber auch in der Bio-Haltung, viel zu wenig Platz hat. Es lebt in riesigen, fensterlosen Hallen – ohne Sonnenlicht, Regen oder Wind – auf Spaltenböden, die häufig zu Verletzungen an Klauen und Beinen führen. Eingeklemmte Ferkel leiden zusätzlich. Die Tiere stehen zusammen mit tausenden Artgenossen in der belastenden Umgebung von Ammoniakdämpfen, die aus ihren eigenen Fäkalien entstehen. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es praktisch nicht, wodurch die Tiere zusätzlich unter Verhaltensstörungen leiden. Die Zuchtsau verbringt einen Großteil ihres Lebens im Kastenstand, in dem sie sich nicht einmal strecken kann – ein Zustand, der nach § 2 des Tierschutzgesetzes problematisch ist.
Männliche Ferkel werden vom Landwirt/Arbeiter nach einem kurzen Kurs mit Isofluran kastriert. Isofluran ist ein Narkosemittel, das nur in begrenztem Maße schmerzstillend wirkt. Bei Haustieren wird bei vergleichbaren Eingriffen zusätzlich ein Schmerzmittel vor und nach der Operation eingesetzt, um den Wundschmerz zu minimieren oder komplett auszuschalten. Es ist schockierend, dass Menschen ohne medizinische Ausbildung chirurgische Eingriffe an fühlenden Lebewesen durchführen dürfen. Die Kastration wird nur durchgeführt, weil der Verbraucher oder die Verbraucherin den Ebergeruch im Fleisch als störend empfindet.
Schweine in der intensiven Nutztierhaltung leiden häufig unter Lahmheiten, Gelenk- und Klauenverletzungen, Abszessen, Gelenkentzündungen, Atemwegs- und Verdauungserkrankungen, Parasitenbefall und schweren Verhaltensstörungen, wie in Stangen Beißen, Leerkauen oder Weben. Diese Probleme sind eine direkte Folge davon, dass Schweine ihre natürlichen Verhaltensweisen nicht ausleben können und unter extremem Platzmangel leiden. Ein verletztes Tier geht in der schieren Masse an Tieren oft unter und erhält keine medizinische Versorgung – man kann sich vorstellen, wie belastend das für ein fühlendes Lebewesen ist.
Das Tierschutzgesetz stellt klar: „Wer ein Tier hält, muss dafür sorgen, dass es so ernährt, gepflegt und untergebracht wird, wie es den Bedürfnissen seiner Art entspricht (§§ 2, 2a TierSchG).“ Nach unserem Blick hinter die Kulissen wird erschreckend deutlich, wie weit die Schweinehaltung (aber auch die anderer „Nutztiere“) in Realität davon entfernt ist, was Tierwohl bedeutet.
Schlachtung von Schweinen
Die Mehrheit der Tiere wird oftmals in schrecklichen Tiertransporten zu Großschlachthöfen gekarrt. Im Jahr 2024 waren es in Deutschland 44,6 Mio. Schweine, das sind weit mehr als 100.000 Tiere, die täglich ihr Leben gelassen haben. Die sechs Monate jungen Mastschweine werden dann entweder mit einem Bolzenschussgerät oder mit der Elektrozange „betäubt“. Im Akkord! Meist jedoch in der berüchtigten CO2-Gondel. Das ist ein schrecklicher Erstickungstod. Tierschutzorganisationen haben die Bilder und Videos einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Zahlen der Tiere, die fehlbetäubt sind, also bei Bewusstsein ins Brühbad oder in die Schlachtung müssen, sind bekannt und unerträglich! (6 Millionen Schweine, laut einer Auskunft der Bundesregierung im Jahr 2018).
Das Tierschutzgesetz besagt: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“. (§ 1 TierSchG, Grundsatz).
Ich frage mich, ob das Billigschnitzel oder der Billigschinken im Supermarkt ein „vernünftiger Grund“ für diese schrecklichen Qualen sind!
Fleischkonsum in Deutschland und Österreich
In Europa und Ostasien ist Schweinefleisch die am häufigsten gegessene Fleischsorte. Je nach Messung sind es 85 bis 95 Prozent. Leider herrscht derzeit ein Protein-Hype vor und damit einhergehend ein Aufschwung des Fleischverzehrs (leichter Anstieg bei Geflügelfleisch).
Laut vorläufigen Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft lag der rechnerische Fleischverzehr im Frühjahr 2025 in Deutschland bei durchschnittlich 53,2 kg pro Person und somit leicht über dem Niveau der Vorjahre. Gleichzeitig steigt die Fleischerzeugung erstmals seit 2016 wieder an, während der einst wachsende Fleischersatzhersteller Beyond Meat ums Überleben kämpft. (Quelle: Die Zeit, 2025) Der Pro-Kopf-Verzehr von Schweinefleisch ist seit 2018 um 6,5 kg gesunken. Von ca. 34,1 Kg/Kopf auf ca. 28 kg/Kopf. Bei einem gleichzeitigen Bevölkerungsanstieg in Deutschland ist der Gesamtverzehr von Schweinefleisch in diesem Zeitraum um 17,1 Prozent zurückgegangen. Interessant ist dabei die Tatsache, dass jährlich 900.000 t Schweinefleisch nach Deutschland importiert werden (meist aus der EU). Die aus dem Ausland angebotene Ware, die unter geringeren Standards produziert werden kann, weil die EU-Standards nicht überall gleich streng umgesetzt werden, sorgt für Preisdruck auf dem deutschen Markt.
In Österreich lag der durchschnittliche Fleischkonsum pro Person im Jahr 2024 bei rund 58 kg pro Jahr (alle Fleischarten zusammen). Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr geringfügig gestiegen – um etwa 0,4 kg pro Kopf. Langfristig gesehen ist der Fleischkonsum in Österreich jedoch rückläufig: In den letzten zwei Jahrzehnten ist der Pro-Kopf-Verbrauch insgesamt deutlich gesunken. Schweinefleisch zählt in Österreich zu den beliebtesten Fleischsorten. Im Jahr 2024 entfielen rund 32,6 Kilogramm pro Person auf Schweinefleisch – deutlich mehr als auf andere Fleischarten. Zum Vergleich lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei Geflügelfleisch bei etwa 13,8 Kilogramm sowie bei Rind- und Kalbfleisch bei rund 9,9 Kilogramm.
In den Vereinigten Staaten liegt der Pro-Kopf-Verbrauch von Schweinefleisch niedriger als im EU-Durchschnitt. Aktuelle Daten zeigen, dass der durchschnittliche Amerikaner etwa 29–30 kg Schweinefleisch pro Jahr konsumiert. Unterschiede in Ernährungsgewohnheiten, Fleischpräferenzen und Traditionen erklären diese Abweichung. In den USA spielt beispielsweise Geflügelfleisch eine größere Rolle, während Rindfleisch stark mit der nationalen Esskultur verbunden ist.
Gesundheitliche Aspekte des Fleischkonsums
Ich konnte bisher glaubhaft darstellen, dass Tiere in der Massentierhaltung kein schönes Leben haben. Auch ihr gewaltsamer Tod in der Schlachtung ist für Tierfreunde und -freundinnen nur schwer verkraftbar. Doch nicht nur der ethische Aspekt spricht gegen den Fleischkonsum. Auch Gründe hinsichtlich der Umwelt und Gesundheit müssen erwähnt werden.
So empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine pflanzenbasierte Ernährung mit 300 g Fleisch/Wurst pro Woche. Mit zwei kleinen Schnitzeln oder einem Steak ist das Maß somit voll. In Deutschland leben knapp 10 Prozent Vegetarier und 1 Prozent Veganer. Die Zahlen sind nicht einfach zu ermitteln, da sich viele auch flexitarisch ernähren. Die pflanzenbasierte Ernährung ist vor allem bei jüngeren, urbanen und weiblichen Menschen beliebt.
Die gesundheitlichen Nachteile eines (hohen) Fleischkonsums sind mittlerweile gut erforscht. So kann man zusammenfassend sagen, dass ein „Mehr“ an Fleisch das Risiko für Darmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Die WHO stuft verarbeitetes Fleisch als krebserregend ein, rotes Fleisch als wahrscheinlich krebserregend. Schon in den ersten Wochen, in denen man kein Fleisch isst, verbessern sich die Blutwerte. Es gibt weniger schlechtes Cholesterin, weniger Arterienverkalkung, weniger Herz-Kreislauferkrankungen, das Insulinlevel sinkt.
Eine Zwillings-Studie der Standford University in California (2022) zeigt: Je mehr Fleisch die Probanden aßen, desto mehr Nitrosoverbindungen haben sie im Stuhl. Nitrosamine lösen Krebs aus und Nitrosoverbindungen beschädigen die DNA in Zellen. Solche DNA-Schäden können Mutationen hervorrufen, die zu unkontrolliertem Zellwachstum und damit zur Krebsentstehung führen – ein Zusammenhang, der unter anderem in Arbeiten der Ernährungs- und Krebsforscherin Sheila Bingham beschrieben wurde.
Dabei ist es freilich unbestritten, dass Krebs eine multifaktorielle Erkrankung ist und dass auch Bewegungsmangel, Stress, Rauchen, genetische Faktoren zu der Erkrankung führen. Außerdem sei hier erwähnt, dass Muskelfleisch viel Phosphor enthält. Das birgt die Gefahr, dass – wenn es zu viel wird – das Calcium – Phosphor – Gleichgewicht nicht mehr gegeben ist. Dann entzieht der Körper den Zähnen und Knochen Calcium, was natürlich sehr schlecht ist.
Nun haben wir oben schon vom „Protein Hype“ gesprochen und es ist eindeutig, dass unser Körper neben Kohlenhydraten und Fetten auch Eiweiße braucht. Was viele nicht wissen: Auch Pflanzen können wunderbare Eiweißlieferanten sein. Linsen, Kichererbsen und Bohnen enthalten 8-9 g, Tofu (Soja) kommt auf 12–15 g, Haferflocken und vor allem Nüssen (20g) und Samen (24 g) sind die absoluten Spitzenreiter. Wenn Sie sich also eine Handvoll Nüsse gönnen, bieten Sie Ihrem Körper so viel Eiweiß wie beim Verzehr von 100 g Fleisch (20 – 23 g). Eiweißangabe jeweils auf 100 g.
Abschließend sei nochmals betont, dass eine vielseitige, gesunde Ernährung wichtig ist: Hülsenfrüchte, Soja, Gemüse, Obst und Vollkornprodukte bieten alles, was es für einen gesunden Körper braucht. Es gibt genügend Spitzensportler, die sich vegan ernähren und prima mit den nötigen Aminosäuren und Eiweißen versorgt sind.
Klima und Umwelt - Landflächen Nutzung und Auswirkung
Der Konsum von Fleisch hat nicht nur Auswirkungen auf Tiere, sondern auch auf Klima, Umwelt und Artenvielfalt. Besonders relevant sind dabei die Treibhausgasemissionen, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette tierischer Produkte entstehen.
Bei der Erzeugung von Schweinefleisch entstehen Emissionen vor allem durch den Anbau von Futtermitteln wie Soja und Getreide, die Tierhaltung selbst, die Lagerung von Gülle und Mist sowie durch Transport, Verarbeitung und Kühlung. Insgesamt verursacht die Produktion von einem Kilogramm Schweinefleisch rund 5–7 Kilogramm CO₂-Äquivalente, wobei der größte Anteil auf die Futtermittelproduktion entfällt – insbesondere bei importiertem Soja aus Entwaldungsregionen.
Im Vergleich der Lebensmittel zeigt sich: Rindfleisch weist mit etwa 20–30 Kilogramm CO₂-Äquivalenten pro Kilogramm die mit Abstand höchste Klimabilanz auf, vor allem aufgrund von Methanemissionen und hohem Flächenbedarf. Schweinefleisch liegt im Mittelfeld, während Geflügelfleisch je nach Haltungsform etwa 3–5 Kilogramm CO₂-Äquivalente verursacht. Pflanzliche Lebensmittel wie regionales, saisonales Gemüse liegen mit 0,1–0,4 Kilogramm CO₂-Äquivalenten deutlich darunter. Diese Zahlen zeigen: Nicht jedes Fleisch belastet das Klima im gleichen Ausmaß. Dennoch bleibt auch Geflügelfleisch deutlich emissionsintensiver als pflanzliche Alternativen.

Die Klimabilanz eines Lebensmittels zeigt, wie stark es das Klima belastet – von der Herstellung bis zum Verzehr
Hier folgen noch einige interessante Fakten zum Umweltaspekt:
- 30 Prozent der Landfläche weltweit, das sind 78 Prozent gesamter landwirtschaftlicher Fläche werden für direkte / indirekte Tierproduktion genutzt (Weideflächen / Futtermittel).
- In Deutschland werden 4,5 Millionen Tonnen Soja als Mastfutter verfüttert; hauptsächlicher Import aus Brasilien, wo 97% der Sojasorten genverändert sind. Es handelt sich um massive Monokulturen und Pestizideinsatz. Dadurch wurden im Jahr 2021 76.000 Hektar Regenwald gerodet (etwa die Fläche der Stadt Hamburg), was ein enormes Artensterben zur Folge hat.
- Wenn zu viel Gülle auf zu kleinen Flächen ins Grundwasser sickert, erhöhen sich die Nitratkonzentrationen im Trinkwasser. Dies birgt weitere Gesundheitsrisken. Die Böden werden durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung übersäuert und verdichtet.
- Ferner bildet sich durch die Stickstofferhöhung der Niederschläge Lachgas, welches 265-mal so schädlich ist wie CO2.
- Auf 60 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland wird Futter für die hiesigen Nutztiere angebaut.
- Etwa 25 % der privaten Treibhausgasemissionen stammen aus der Lebensmittelproduktion, wobei etwa zwei Drittel dieser Emissionen auf tierische Produkte entfallen. Diese Zahlen stammen aus einer Analyse des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (Plinke, 2026)
- In Deutschland landen jährlich 640 000 Schweine im Müll. (Quelle: Partei Mensch Tier Umwelt, 2026). Insgesamt werden 10.523 000 Tiere „weggeschmissen“!
Fazit zur Schweinehaltung und Ausblick
Wir haben nun viel über die Folgen der intensiven Nutztierhaltung für das einzelne Tier, die Umwelt und unsere Gesundheit gehört. Am schwersten wiegt meiner Meinung nach das ethische Argument: Schweine sind, wie alle anderen Tiere auch, fühlende Wesen, unsere Mitgeschöpfe! (Quelle: Tierethik zur Einführung, Herwig Grimm/Markus Wild).
Es geht also nach tierethischem Ansatz nicht nur darum, ob Tiere Vernunft oder einen eigenen Willen haben, den die Menschheit ihnen oft nicht oder zu wenig zugesteht, sondern darum, ob sie fühlen können. Und das muss man nicht wissenschaftlich beweisen (anhand beispielsweise von einem Stressgesicht oder dem Hormon Cortisol), das weiß jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch. Nicht zuletzt jeder Haustierbesitzer oder jeder, der einmal auf Gut Aiderbichl Iffeldorf erlebt hat, wie liebevoll das Schwäbische-Hällische Sattelschwein Didi seine Schweinefreundin Dodo mit Stroh zudeckt und wie sie eingekuschelt nebeneinander in Löffelchen-Stellung schlafen.
Wir können uns nur wiederholen: Wer Tieren helfen möchte, verzichtet also am besten auf Tierprodukte. Da aber nicht jeder schon morgen rein pflanzlich leben kann oder will, hilft es bereits, weniger und bewusster zu konsumieren und vor allem pflanzliche Alternativen zu integrieren. Seien Sie mutig! Überfordern Sie sich nicht, aber wagen Sie den ersten Schritt. Schon ein oder zwei pflanzliche Tage in der Woche helfen Tieren, der Umwelt und Ihrer Gesundheit. Probieren Sie mal die Bolognese mit Sojahack oder Linsen aus! Oder Lasagne, die ich am liebsten mit Cashew-Mus überbacke. Selbst eingefleischte Fleischesser sind davon begeistert.
Die Entscheidung, was man isst, betrifft auch andere Lebewesen und hat Auswirkungen auf die Umwelt, die wissenschaftlich belegt sind. Zudem werden Lebensmittel wie Fleisch, Milchprodukte und Eier in Deutschland stark subventioniert (etwa 13 Mrd. € pro Jahr), und die damit verbundenen Folgekosten im Gesundheitsbereich betreffen die Allgemeinheit. Aus diesen Gründen sollte der Konsum solcher Produkte nicht nur als rein persönliche Angelegenheit betrachtet werden.
In mehreren EU-Staaten wird auf Fleisch bislang ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz erhoben; aktuell prüfen einige Länder, darunter möglicherweise auch Österreich, eine Anhebung auf den regulären Satz. Solche steuerlichen Anpassungen könnten das Konsumverhalten der Bevölkerung beeinflussen, was aus umwelt- und gesundheitspolitischer Sicht positiv bewertet werden kann. Eine Studie zeigt, dass höhere Preise durch die volle Mehrwertsteuer auf Fleisch das Kaufverhalten verändern und dadurch die privaten Treibhausgasemissionen um etwa fünf Prozent gesenkt werden könnten. Außerdem wird diskutiert, den europäischen Emissionshandel (ETS) auf den Lebensmittelbereich auszuweiten, sodass klimaschädliche Produkte tendenziell teurer und klimafreundliche Produkte günstiger werden (Quelle. MDR, 2026).
Wer nach so viel Theorie jetzt einen lebendigen und Einblick erleben möchte, ist herzlich eingeladen, einen unserer wunderschönen Gut Aiderbichl-Höfe zu besuchen, wo alle Tiere artgerecht leben dürfen. Schauen Sie einfach unseren entzückenden Schweinen in die Augen und lassen Sie sich die Geschichte von Schwein Franz, der vom Schlacht-LKW gesprungen und geflohen ist, erzählen! Das wird Sie nachhaltig bewegen und verändern.

Der kleine Franz damals mit ein paar Monaten als er zu uns kam.
„… erst wenn es gelingt, die Tiere nicht mehr schützen zu müssen, sind wir am Ziel. Dann haben wir etwas verändert: uns!“
(Michael Aufhauser, Gründer Gut Aiderbichl)
Sie möchten Schweinen helfen?
Dann werden Sie noch heute Schweinepate bei Gut Aiderbichl. Mit Ihrer Patenschaft schenken Sie unseren geretteten Schweinen weit mehr als Versorgung – Sie schenken ihnen Lebensqualität und Würde. Sie ermöglichen es Gut Aiderbichl, weiterhin Schweine aus Notlagen zu retten und ihnen ein dauerhaftes, artgerechtes Zuhause zu bieten.

