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Tiergesundheit

Veröffentlicht: 14.01.26

Qualzucht – „Süße und niedliche“ Haustiere um jeden Preis

Süß, niedlich – und oft krank geboren: Viele beliebte Haustiere leiden unter extremen Zuchtmerkmalen. Dieser Artikel klärt über Qualzucht auf, zeigt betroffene Rassen und macht deutlich, warum Aufklärung im Tierschutz so wichtig ist.

Mitarbeiterin Gisela steht neben einem Pferd

Gisela Pschenitschnig

Gisela Pschenitschnig arbeitet seit 20 Jahren auf Gut Aiderbichl. Mit herzerwärmenden Tiergeschichten und Gutsführungen gibt sie den Tieren eine Stimme. Ziel ist es, die Menschen zum Umdenken zu bringen und Tiere als Mitgeschöpfe zu respektieren.

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Inhalt

Hunde mit Stupsnasen, Katzen mit Faltohren, Kaninchen mit langen Schlappohren oder Kreuzungen bei Meerschweinchen, die zu Blindheit oder Taubheit führen. Was im Trend ist, wird gezüchtet. Die Konsumenten und Liebhaber solch gezüchteter Tiere interessieren die Beeinträchtigungen und Schmerzen der Tiere nicht oder sind ihnen, mangels Aufklärung über Qualzuchten, nicht bekannt. Der Tierbesitzer, dem es möglich ist, lässt die durch die Zucht aufkommenden Probleme wie Atemnot oder andere Beeinträchtigungen medizinisch behandeln. Tierhalter, denen die finanziellen Aufwendungen für Tierarztbesuche aufgrund von Missbildungen nicht uneingeschränkt zur Verfügung stehen, lassen ihre Haustiere medizinisch unterversorgt, geben die Tiere ab oder setzen sie aus. Bei Haustieren geht es dem Tierhalter um ein „süßes, niedliches“ Tier, dem Landwirt geht es um Zuchten von Nutztierrassen, die seinen Profitlevel durch ihre Leistung für die Milchwirtschaft oder die Fleischproduktion befriedigen.

Gefährliche Auswirkungen der Qualzucht für die Tiere

Tiere verschiedenster Rassen werden so gezüchtet, dass sie bestimmte, zumeist äußerliche Merkmale aufweisen, die für sie mit enormen gesundheitlichen Problemen verbunden sind. Tierhalter von Zuchttieren oder Produkten von Zuchttieren tragen zum Leid der Zuchttiere bei (Quelle: PETA, 2024).

  • Gesundheitliche Beeinträchtigungen für die Tiere:
    bedeuten für sie auch oftmals den vorzeitigen Tod. Die Gefahr vieler Zuchten reicht von Atemnot bis zu Gelenksproblemen und erhöhtem Krebsrisiko. Das Ziel der Zucht ist unter anderem bestimmte Veränderungen an Körperteilen wie beispielsweise kurze Beine oder eine plattgedrückte Nase. In Verbindung mit diesen Erscheinungen treten Probleme mit der Wirbelsäule (kurze Beine beim Dackel) oder Verformungen des Kiefers (Mops) auf.
  • Psychische Probleme für die Tiere:
    Zahlreiche betroffene Tiere leiden unter Verhaltensstörungen, die die Lebensqualität des Tieres und auch des Tierhalters beeinträchtigen. Nicht selten kommt es vor, dass ein Tierbesitzer mit der Situation überfordert ist und sein Tier ins Tierheim bringt (Quelle: tierfairliebt.de, 2025).

Der Grund für Qualzuchten von „süßen und niedlichen“ Tierrassen

Bei Qualzuchten handelt es sich um Züchtungen von Tieren, bei denen vorhersehbar ist, dass das Ergebnis für die jeweilige Rasse und / oder deren Nachkommen mit Schmerzen, Leiden, Schäden oder auch mit Angst verbunden sind (Quelle: Österreichischer Tierschutzverein, 2025). Der Kauf von „süßen und niedlichen“ Tieren hat verschiedene Gründe, die eher den Wunsch der Konsumenten als die artgerechte Lebensweise der Tiere befriedigen.

  • Kindheitsschema und Statussymbol
    Tiere mit großen Augen, runden Köpfen und kurzen Nasen wirken niedlich und ansprechend auf viele Menschen. „Süß“ und „niedlich“ mögen Möpse oder klein gezüchtete Ponys wohl aussehen. Die Zuchtmöglichkeiten, die solche niedlichen Tiere hervorbringen, werden vom Konsumenten nicht hinterfragt. Das Aussehen der Tiere ist für den Menschen wichtiger als ihre Gesundheit und es fehlt vielen Tierbesitzern das Bewusstsein, wie extrem die Tiere unter den angezüchteten Schönheitsmerkmalen leiden.
  • Medien
    Ein weiterer, leider ansteigender Faktor für den Kauf von Qualzuchten ist die Darstellung in den Sozialen Medien. Die kleinen Beine eines Dackels, die lieblichen Augen eines Chihuahuas, der stupsnasige Mops und viele mehr – in Verbindung mit einem Prominenten in den Medien, beeinflussen die Fans mit den gezüchteten Modetieren und steigern, vielleicht auch unwissend, die Popularität für Qualzuchten. Es sind die schönen und „süßen“ Tiere, die sich perfekt eignen, um als prominenter Schauspieler oder Sänger in den Medien aufzufallen.
  • Tiere als Geldeinnahmequelle
    Bei sogenannten Nutztieren sind Qualzuchten hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen ebenfalls weit verbreitet. Die Zucht zielt darauf ab, die Produktivität (die Milchproduktion, das Eierlegen) zu maximieren.

Qualzucht betrifft verschiedenste Tierrassen

Wer meint, dass Qualzuchten nur bei Haustieren durchgeführt werden, der irrt gewaltig. Bei den sogenannten Nutztieren führen vor allem wirtschaftliche Interessen zu Qualzuchten. Kühe werden auf Milchleistung gezüchtet, dass jedoch die Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes im Körper mit der Versorgung von Nährstoffen nicht mehr gegeben ist, interessiert den Milch- oder Fleischkonsumenten nicht. Tatsache ist, dass die Rinder aufgrund der erhöhten Milchproduktion trotz massiver Fütterung an Gewicht verlieren. Ihre extrem vergrößerten und schweren Kuheuter verursachen Schmerzen und führen zu Fehlstellungen der Beine und der Hüfte, was für die Kühe erhebliche Schmerzen bedeutet.

Masthühner und Truthühner haben zuchtbedingt so viel Brustfleisch, dass es ihnen unmöglich wird, sich zu bewegen. Sie leiden unter Gelenksproblemen sowie unter Herz- und Kreislaufproblemen. Bei der Schweinezucht geht es vor allem um schnelles Muskelwachstum, während Hühner bis zu hundert Mal mehr Eier legen sollen. Sie leiden unter der unnatürlich hohen Eierproduktion an Entzündungen und Knochenbrüchen.

Die Tierzucht wird so angepasst, dass Haltungs- und Fütterungsbedingungen möglichst wirtschaftlich sind. Artgerechte Haltung steht an letzter Stelle (Quelle: Österreichischer Tierschutzverein, 2025).

Tierrassen, die unter ihren Zuchtmerkmalen leiden

Hunderassen mit Qualzuchtmerkmalen

Eines der beliebtesten Haustiere und Begleiter des Menschen ist der Hund. Bevor ein Hund als Haustier angeschafft wird, sollte beim Hundekauf darauf geachtet werden, für welche Rasse und welchen Züchter man sich entscheidet. Aus Mitleid einen Hund aus einer Qualzuchtlinie zu kaufen, macht keinen Sinn, denn einen Züchter zu unterstützen, fördert weiterhin Qualzuchten.

  • Der Mops
    Der Mops ist eine Qualzucht und leidet unter Atemnot, Augen- und Ohrenentzündungen sowie Magen-Darm-Beschwerden. Damit Möpse möglichst „niedlich“ aussehen, werden ihnen nach dem Kindchenschema ein möglichst kurzer Gesichtsschädel und große Augen angezüchtet. Durch die verengten Nasenöffnungen und das überlange Gaumensegel bekommen Möpse oft so wenig Luft, dass sie bereits bei leichter Anstrengung vor Erschöpfung in Ohnmacht fallen können. Hitze oder große Aufregung können für die Hunde sogar lebensgefährlich sein. Die gestörte Atmung der Möpse kann bis hin zu Herzerkrankungen und Sauerstoffmangel der Organe führen. Durch den verkürzten Oberkiefer leiden Möpse zudem unter Zahnfehlstellungen und daraus resultierenden Zahnschmerzen und frühzeitigem Zahnverlust. Viele der Hunde haben Probleme beim Essen und erbrechen sich mehrmals täglich. Ist der Retromops die Lösung? Menschen, die das Leid der Möpse nicht unterstützen möchten, kaufen sich einen Retromops. Der Retromops entsteht durch die Paarung von Mops und Parson Russell Terrier. Ziel der Züchtung ist es, die Atmung durch eine längere Nase zu verbessern und das Risiko für Krankheiten zu senken. Doch auch Retromöpse leiden häufig unter gesundheitlichen Problemen.

Die Möpse Emma und Spike lebten auf Gut Aiderbichl Maria Schmolln

  • Die Französische Bulldogge: Die Französische Bulldogge leidet unter Kurzköpfigkeit und Atemproblemen. Die meisten Hunde machen Geräusche beim Atmen, einige schnarchen nur beim Schlafen, während andere permanent röcheln. Dies liegt an der extrem verkürzten Nase, den viel zu engen Nasenlöchern, einem zu langen Gaumensegel und einem verknorpelten Kehlkopf. Auch können die Hunde ihre Temperatur nicht gut regulieren und sind daher im Sommer besonders anfällig für einen Hitzeschlag. Zusätzlich leiden Französische Bulldoggen häufig unter dem schmerzhaften Hervorquellen ihrer Augen, was bis zur Blindheit oder dem Herausfallen der Augen führen kann. Auch das typische Schielen der Hunde ist nicht niedlich, sondern sorgt dafür, dass die Tiere niemals richtig sehen können. Durch die angezüchteten Veränderungen ihrer Wirbelsäule leiden Französische Bulldoggen häufig unter Schmerzen, und im höheren Alter kommt es oft zu Harn- und Kotabsatzstörungen. Die Haut der Französischen Bulldogge bildet Falten und benötigt regelmäßige Reinigung, um Infektionen zu vermeiden. Weiters neigt die Haut zu Allergien, Juckreiz und Rötungen.

Die Französische Bulldogge Kira mit Iffeldorf Gutsleiterin Lisa

  • Der Cavalier King Charles Spaniel: Ein kleines Köpfchen und runde Augen führt zu schweren Erbkrankheiten. Hierzu zählen insbesondere Kopfschmerzen durch Hirnwasserstau, Herzprobleme und verschiedene Augenerkrankungen.

Cavalier King Charles Spaniel Hündin Missy

  • Der Chihuahua: Wie viele andere kleine Hunderassen, leiden Chihuahuas oft an einer sogenannten Patella-Luxation: Dabei springt die Kniescheibe aus dem Kniegelenk – Schmerzen und Lahmheit sind oft die Folge. Chihuahuas haben eine Gaumenspalte, niesen rückwärts, haben Zahnfehlstellungen, weil die Zähne zu groß für den Mund sind. Die kleinen Hunde leiden unter Gelenkerkrankungen an der Hüfte. Viele Chihuahuas leiden zudem unter einem Herzklappenfehler, der oft erst spät erkannt wird. Meist ist das Herz dann bereits vergrößert, was zu vermehrtem Hecheln, Husten und zunehmender Schlappheit führt.

Chihuahua Hündin Fleur lebte auf Gut Aiderbichl Salzburg

Weitere Hunderassen – Qualzuchten sind der Boxer, der Dackel, der Labrador, der Pudel, der Yorkshire Terrier, der Australian Shepherd oder auch der Rottweiler (Quelle: tierverliebt.de, 2025).

Katzenrassen mit Qualzuchtmerkmalen

  • Munchkin Katze:
    Die Munchkin oder Dackelkatze weist eine hasenartige Fortbewegung auf. Durch die stark verkürzten Beine sind die Tiere in ihren artspezifischen Bewegungsabläufen stark eingeschränkt. So können sie weder springen, klettern noch jagen. Der damit einhergehende Bewegungsmangel führt häufig zu Übergewicht. Aber auch sekundäre Erkrankungen wie Arthritis, Arthrose und Bandscheibenvorfälle kommen bei Dackelkatzen häufig vor (Quelle: Fressnapf, 2025)
  • Scottish fold Katze: Die Katzenrasse Scottish Fold hat eine genetische Mutation, die die Entwicklung des Knorpels beeinflusst. Das zeigt sich in der Faltung des Ohrknorpels, sodass sich die Ohren nach vorne beugen und ihre physiologische Aufrechtstellung verlieren. Der genetische Defekt, der die Anomalie des Ohrknorpels verursacht, ruft allerdings auch schwere Fehlbildungen des Knorpelgewebes an den Knochen hervor. Die Folge bei allen Katzen mit gefalteten Ohren sind eine fehlerhafte Knochenentwicklung und schwere Knochen- und Knorpelanomalien. Daraus entwickelt sich eine schwere und schmerzhafte Arthritis bei den Katzen (Quelle: welttierschutz.org, 2020).

Qualzuchtmerkmale bei Kaninchen

Qualzuchten bei Kaninchen beziehen sich auf die absichtliche Zucht von Tieren mit bestimmten körperlichen Merkmalen, die ästhetisch oder kommerziell attraktiv sind, aber erhebliche gesundheitliche Probleme und Leiden für die Tiere verursachen. Extreme Merkmale, die natürlich nicht vorkommen, werden in der Zucht gefördert und zwar durch Übertreibung bestimmter Eigenschaften. Dazu gehören beispielsweise:

  • Schlappohren: „Rassen“ wie das Widderkaninchen haben oftmals extrem lange Ohren, die zu Verletzungen und Infektionen neigen. Auch die Kommunikation mit Artgenossen und das Sichtfeld ist eingeschränkt.
  • Eine außergewöhnliche Fellfärbung: „Rassen“ wie beispielsweise das Albinokaninchen sind oftmals taub. Gescheckte Kaninchen leiden oft unter einem erweiterten Dickdarm (Mega Colon), welcher zu Verstopfungen und Haarballenansammlungen im Magen-Darm-Trakt führen kann.
  • Zwergwuchs: Zwergkaninchen oder Kaninchen mit sehr kleinen Köpfen (brachycephale „Rassen“) können Atemprobleme und Zahnfehlstellungen haben, die die Nahrungsaufnahme erschweren und zu Schmerzen führen können.
  • Veränderte Haarstruktur: „Kaninchenrassen“ wie die Rexkaninchen haben gekräuselte Tasthaare, die die Orientierung erschweren, zudem entwickeln sie oftmals Ballenentzündungen (Pododermatitis) aufgrund der speziellen Haarstruktur. (Quelle: PETA, 2024).

Unser Widderkaninchen Alola mit den typischen Hängeohren

Teacup Schweine – Schweine für den Tierversuch

Der Begriff Teacup Schwein hat sich aus dem amerikanischen Sprachgebrauch als Synonym für Minischwein oder Minipig etabliert. Ferkel von Minischweinen sind unmittelbar nach ihrer Geburt winzig und wiegen etwa 300 Gramm. Unter den Bezeichnungen Minischwein, Teacup-Schwein und Minipig werden verschiedene Schweinerassen zusammengefasst. Minischweine können bis zu 100 Kilogramm oder schwerer werden und bleiben nicht mini. Minischweine wurden in den 1940er-Jahren in Minnesota, USA, gezüchtet, um ein kleineres Schwein für Tierversuche zu haben, das weniger Platz und Nahrung braucht, und das auch auf geringere Medikamentendosen anspricht. Das Minnesota-Minischwein wurde 20 Jahre später mit dem Vietnamesischen Hängebauchschwein gepaart, wodurch das Göttinger Minischwein entstand. Daher kann jedes Ferkel eines Wurfs ganz unterschiedliche Merkmale und Ausprägungen haben. Auch Größe und Gewicht der ausgewachsenen Tiere können sich stark unterscheiden (Quelle: PETA, 2024).

Mini-Ponys

Sehr beliebte Ponys sind die argentinischen Falabellas, die ihren Namen nach der ersten Züchterfamilie aus der Nähe von Buenos Aires erhielten. Falabellas führen beinahe ausschließlich Shetland-Blut; die geringe Größe und das elegantere Erscheinungsbild wurden durch systematische Selektion erreicht. In geringem Maße wurde auch Englisches Vollblut zur Veredelung eingekreuzt. Der Kopf der Falabellas ist von mittlerer Größe, die Miniponyrasse erreicht im ausgewachsenen Alter ein Stockmaß von maximal 86,4 Zentimetern. (Quelle: Wikipedia.org, 2025). Falabella-Ponys sind zu klein, um zur Arbeit verwendet werden zu können. Die größeren Exemplare sind jedoch durchaus in der Lage, im Zwei- oder Vierspänner leichte Kutschen mit bis zu zwei Erwachsenen zu ziehen.

Falabellas als Ersatz für den Blindenhund

Falabella – Ponys werden aufgrund ihrer Intelligenz und Umgänglichkeit in den letzten Jahren für blinde Menschen als Ersatz für Blindenhunde ausgebildet, um deren Mobilität zu erhöhen. In den USA haben Pferde mit entsprechender Ausbildung gesetzlich denselben Status wie Blindenführhunde. (Quelle: BZ Berlin, 2002).

Minipony Luzi lebt auf Gut Aiderbichl Henndorf

Chinchillas

Chinchillas sind exotische und recht anspruchsvolle Haustiere. Obwohl Chinchillas erst wenige Jahrzehnte in Menschenhand gehalten werden, wurden sie optisch bereits durch Zucht verändert. Einige Zuchtvarianten sind allerdings als Qualzucht anzusehen. Qualzuchten schränken die betroffenen Chinchillas also mehr oder minder ein und machen sich häufig sowohl in der psychischen als auch in der physischen Gesundheit bemerkbar. Nicht jede Qualzucht ist sofort als solche erkennbar (Quelle: Zürcher Tierschutz, 2025).

Zwerg-Chinchillas und deren Kennzeichen:
Ein genetischer Defekt führte zur Entstehung von Zwerg- bzw. Dwarf Chinchillas: nur etwa halb so gross und halb so schwer wie normale Chinchillas

  • leiden häufig unter weiteren mit dem Zwergwuchs verbundenen Anomalien
  • weisen daher eine geringere Lebenserwartung auf
  • bei weiblichen Zwergchinchillas treten Probleme bei der Geburt auf, weil die Jungtiere zu groß sind

 

Locken-, Rex oder Curly Chinchillas zeichnen sich durch

  • gekräuseltes Fell aus.
  • Auch die für die Orientierung wichtigen Sinneshaare am Kopf sind gekräuselt und spröde und bedeuten Probleme bei der Orientierung

Rechtliche Situation für Tierzüchter in Österreich

In Österreich ist Tierschutz als Staatsziel verfassungsrechtlich verankert. Laut § 5 des Tierschutzgesetzes TSchG gilt Qualzucht als unzulässige Tierquälerei. In § 5 Abs. 2 sind zahlreiche Beispiele für Qualzuchtmerkmale bzw. Symptome aufgelistet. In der Novelle des TSchG, das am 01.01.2025 in Kraft trat, ist die Einrichtung einer wissenschaftlichen Kommission zur Umsetzung des Qualzuchtverbotes festgeschrieben. Mitglieder von verschiedenen klinischen Fachgebieten der Veterinärmedizin wie Orthopädie, Augenheilkunde und Kardiologie – bis hin zu den Bereichen Tierzucht, Genetik und Ethik gehören zum Kreis der Qualzuchtkommission (Quelle: Bundesministerium für Gesundheit, Umwelt und Tierschutz, 2025).

Verantwortung für Züchter von Heimtieren

Laut Qualzuchtkommission kommt es mit Inkrafttreten der Novelle des TSchG gemäß § 22 zu einer Konkretisierung der Verantwortung der Züchter von Heimtieren in Bezug auf die Vermeidung von Belastungen, welche durch eine ungenügende Zuchtplanung entstehen. Die Umsetzung des Qualzuchtverbotes soll durch die Arbeit der Qualzuchtkommission realisiert werden. Wissenschaftliche Gutachten und Antworten sollen in Zukunft die Züchter, Landesbehörden und die Bundesgesetzgebung in Tätigkeit und Verantwortung unterstützen. Für eine Trendumkehr braucht es dringend nachhaltige und konkrete Maßnahmen.

Landwirtschaftlich genutzte Tiere bleiben von den Regelungen gegen die Qualzucht leider ausgeschlossen und somit bleibt das Tierschutzproblem für die Nutztiere aufrecht.

Zusammenfassend - Maßnahmen für das Ende von Qualzuchten in Österreich

Der § 11 b Tierschutzgesetz verbietet Zuchten, bei denen zu erwarten ist, dass als Folge der Zucht Körperteile oder Organe der Nachkommen erblich bedingt fehlen, untauglich oder umgestaltet sind, so dass dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden entstehen.

Gesetzliche Maßnahmen (Novelle ab 2025/2026):

  • Verantwortung der Züchter: Wer wissentlich kranke Tiere züchtet, wird zur Rechenschaft gezogen.
  • Verkaufs- und Importverbote: Der Verkauf, Erwerb, Import und die Präsentation von Tieren mit Qualzuchtmerkmalen sind verboten.
  • Einschränkungen für Züchter: Züchter müssen Maßnahmen zur Verhinderung von Qualzucht nachweisen (Meldung oder Bewilligung).
  • Einschränkung des Online-Handels: Privatpersonen dürfen Hunde, Katzen und andere Haustiere nicht mehr über das Internet verkaufen/anbieten.
  • Ausschluss bestimmter Rassen: Der zuständige Minister kann Rassen, die besonders von Qualzucht betroffen sind, von der Zucht ausschließen.

Konsumenten schützen Tierrassen vor Qualzuchten durch

  • Melden: Informieren Sie das zuständige Veterinäramt oder Tierschutzvereine über Verdachtsfälle.
  • Informieren: Kaufen Sie Tiere nur bei seriösen Züchtern und informieren Sie
  • Keine Mitleidskäufe: Kaufen Sie keine Tiere aus Kofferräumen oder von unseriösen Quellen, da dies illegale Zuchten fördert.
  • Sachkunde erwerben: Ein verpflichtender Sachkundenachweis für Hundehalter (ab 2026) soll Spontankäufe verhindern

 

Die Arbeit von Tierschutzorganisationen ist nicht beendet, solange Tierrassen durch Zucht leiden müssen, um bestimmte Bedürfnisse der Konsumenten zu erfüllen.

 

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