
Veröffentlicht: 15.07.25
Die dunkle Seite der Milchviehhaltung
Milchkühe geben Tausende Liter Milch – doch was bedeutet das für ihr Leben und ihre Gesundheit? Der Artikel beleuchtet das oft übersehene Leid hinter der Milchproduktion: von Anbindehaltung bis Hochleistungszucht.
Inhalt
Nachdem wir in unserem Blogbeitrag vom 20.03.2025 das Leid der Nutztiere auf Tiertransporten näher beleuchtet haben, wollen wir uns heute ansehen, wie es Kühen in der Milchviehhaltung im täglichen Leben geht. Und auch hier wird es leider nicht besser. Viele Milchkühe und Kälber leiden körperliche und seelische Qualen.
Trennung von Kuh und Kalb in der klassischen Milchviehhaltung
In einem Milchviehbetrieb werden Mutterkuh und Kalb in der Regel wenige Stunden nach der Geburt voneinander getrennt, was für beide traumatisch ist. Dies ist auch leicht nachzuvollziehen, da Tiere dieselben Gefühle haben wie wir Menschen. Stellen Sie sich vor, man würde das bei Hund oder Katze machen! Ferner ist möglichst langes Trinken bei der Mutter aus rein körperlichen Gründen wichtig, weil die Muttermilch das Jungtier mit wichtigen Stoffen für das Immunsystem ausstattet. (Selbst das Absetzen von Fohlen mit sechs Monaten ist noch zu früh, da das Mikrobiom des Darmes noch nicht komplett ausgebaut ist und man mittlerweile weiß, dass das Immunsystem auch im Darm sitzt.)
Demzufolge sollten Kälber idealerweise zehn Monate bei der Mutterkuh trinken können. Wenn man Kälber in Mutterkuhhaltung (zur Fleischproduktion) beobachtet, trinken sie vier- bis zwölfmal kleinere Portionen. So ist es folglich mit dem Tierwohl nicht vereinbar, sie – wie in den meisten Milchwirtschaftsbetrieben üblich – nur zweimal täglich mit Milchaustauscher (MAT) zu füttern, und das sowohl aus körperlichen als auch aus seelischen Gründen. Sozialkontakt, gegenseitiges Belecken, Körperpflege und Saugen tun Kalb und Kuh gut (Quelle: PROVIEH, 2021). Deswegen ist eine muttergebundene Kälberaufzucht ein guter Anfang für mehr Tierwohl.
So gibt es mittlerweile das „Zeit zu zweit“-Siegel, bei dem Jungtier und Muttertier mindestens vier Wochen zusammenbleiben dürfen. Es ist das womöglich strengste Milch Siegel der Welt und stammt vom Tierschutzverein PROVIEH e.V. und den Demeter-Heumilchbauern.
Demeter-Bauer Rolf Holzapfel erklärt: „Wir sehen die mutter- und ammengebundene Kälberaufzucht als besonders wesensgemäße Art der Haltung an, denn sie kommt den Bedürfnissen der Kälber und ihren Müttern besonders entgegen.“ (Quelle: Utopia, 2020)

Zeit zu zweit: Gerettetes Kälbchen Ivanhoe mit seiner Amme Fiona auf Gut Aiderbichl
Kälber in der Milchviehhaltung und Enthornung
Ein Großteil der Kälber, vor allem die männlichen, verlassen den Betrieb bereits wenige Wochen nach der Geburt. Dabei sind wir wieder beim Thema Tiertransporte. Es sind unsere Kälber, die auf die schrecklichen Tiertransporte (auch in Drittländer) gesteckt werden (wir berichteten).
Einige Kalbinnen werden zur Nachzucht behalten. Kälber von Milchrassen, zum Beispiel schwarz-bunte Holsteiner Kühe (also Hochleistungsmilchkühe) oder auch Allgäuer Braunvieh, können nicht mit genügend Gewinn zur Mast verkauft werden. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Es gibt mit ca. 3,9 Millionen in Deutschland geborenen Kälbern ein Überangebot und der Fleischpreis ist, trotz Subventionen (Quelle: Focus, 2025), zu gering. Außerdem setzen diese Rassen zu wenig Fleisch an. Landwirte berichten, dass sie oft weniger als zehn Euro für ein männliches Jungtier erhalten (Quelle: Utopia, 2020)

Schwarzbunte Deutsche Holstein – häufigste Milchkuhrasse in Deutschland, © Simone Hübner
Auch die Enthornung der Kälber ist immer wieder ein Thema, welches Tierfreunde zu Recht erregt. Noch immer werden zu viele Jungtiere unter sechs Wochen oft ohne Betäubung enthornt. Wie schmerzhaft ein 600 Grad heißer Brennstab auf dem Kopf sein muss, kann sich jeder vorstellen. Laut Cross-Compliance-Vorgaben ist dabei die Gabe eines Schmerzmittels vorgeschrieben – doch in der Praxis wird das kaum kontrolliert. Für eine fachgerechte Betäubung wäre ein Tierarzt erforderlich, die Kosten liegen bei über 40 Euro. Aus Zeit- und Kostengründen greifen manche Betriebe deshalb zur Selbstbehandlung – oft ohne ausreichende Schmerzlinderung für das Tier. Wie die Kälber nach dieser Prozedur aussehen, habe ich mit eigenen Augen gesehen. Leider war ich auch dabei, als ein Jungtier, das sich am Horn verletzt hatte, sein Horn verödet bekommen hat. Trotz Lokalanästhesie hat das Rind eindeutige, heftige Schmerzreaktionen gezeigt. Dies deckt sich mit einer Studie der Tierärztin Claudia Spadavecchia.
Sie sagt, dass praktisch alle untersuchten Kälber in den ersten 24 Stunden nach dem Wegbrennen der Hörner an Schmerzen leiden. Verhindern können das Leid weder lokale Betäubungen noch Schmerzunterdrückungsmittel, die in der Schweiz – anders als etwa in Deutschland obligatorisch sind.
In ihrer Studie konnte die Tierärztin auch feststellen, dass 38 Prozent der enthornten Kälber noch drei Monate nach dem Eingriff schon bei leichter Berührung Schmerz zeigten. Dieses Wissen wird bislang selten öffentlich gemacht. Ich finde aber, jeder Mensch sollte wissen, welche Auswirkungen die Erzeugung von Milch und Fleisch auf die Tiere hat.
Dass Hörner, die ja mit den Stirnhöhlen verbunden und sehr nah am Gehirn sind, ein ganz wichtiges Organ für das Tier sind, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Temperaturausgleich, Würde, Rang in der Gruppe und vieles mehr hängen damit zusammen. Die deformierten, verformten Köpfe der enthornten Tiere zu sehen, tut dem empathischen Menschen weh. Der Text „Das Leiden der Kälber“ von Dennis Bühler vom 07.11.2018 zeigt das Tierleid sehr deutlich. Während viele Verantwortliche in Politik, Landwirtschaft und Behörden das Leid der Tiere herunterspielen oder ignorieren, gibt es Initiativen wie die Hornkuh-Initiative in der Schweiz, die auf Missstände aufmerksam machen. Ich stimme hier dem Bergbauern Armin Capaul zu, der fragt: „Woher nimmt sich der Mensch das Recht, derart stark in die Natur einzugreifen und die Tiere so zu verstümmeln?“ (Quelle: Republik, 2018)
Außerdem handelt es sich strenggenommen um die Amputation eines Organs, für die ein Verbot nach § 6 (1) TierSchG gilt.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Es ist zutiefst bedenklich, wie häufig junge Tiere heute schmerzhaften Eingriffen unterzogen werden – obwohl sie genauso fühlen und leiden wie ältere Tiere oder wir Menschen. Ob es das Kupieren von Schwänzen bei Schweinen oder das Enthornen von Kälbern ist – oft geschieht es nur, um sie an ein System anzupassen, das auf Effizienz statt auf Mitgefühl setzt. Es sollte auch in der Landwirtschaft gelten, was für uns selbstverständlich sein sollte: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ Auch nicht Tieren.
Auf unseren Gut Aiderbichl Höfen können Sie viele Rinderschönheiten mit ihren Hörnern bewundern. Stolz und glücklich stehen sie da, frei und unversehrt.
Neben vielen ehemaligen Milchkühen, die ein aufmerksamer Tierfreund oder eine Tierfreundin gerettet hat, stehen auch männliche Tiere, also Ochsen, auf unseren Höfen. So wie Ivanhoe, Flecki, Locke, Benny, Romeo, Fidelio und viele andere. Man kann die sanften Riesen auf unserem Gut Aiderbichl Iffeldorf besuchen und erleben, wie sie ein glückliches Leben führen. Momentan leben bei uns insgesamt 426 Rinder glücklich und artgerecht.

Glückliche Rinder auf Gut Aiderbichl Iffeldorf
Hochleistungsmilchkühe/
“Milchmaschinen“
Aufgrund der Überzüchtung auf maximale Milchleistung produziert eine Kuh wie beispielsweise eine Holstein-Schwarzbunt (siehe oben) heutzutage so viel Milch, dass es unmenschlich ist, nämlich bis zu 50 Liter pro Tag. Die Zeitschrift „Stern“ hat das in ihrer Ausgabe vom 30. Juni 2016 sehr anschaulich und deutlich dargestellt.
So hat sich die Milchleistung in den letzten 100 Jahren verfünffacht und die Tiere, früher behornt und auf der Weide, bekamen ca. 10 000 Kalorien täglich. Heute, oft enthornt und in riesigen Laufställen, sind 50.000 Kalorien nötig, damit die Kühe diese Höchstleistung schaffen können (Quelle: Stern, 2016). Dazu sind Unmengen an Kraftfutter, wie Mais oder Soja nötig, für die beispielsweise der Regenwald abgeholzt wird, wobei wir bei den negativen Auswirkungen auf die Umwelt wären, was aber nicht Thema dieses Blogbeitrags ist.
Dementsprechend dürr, knochig und ausgemergelt sehen diese Tiere auch aus. Achten Sie nur auf das Hungerdreieck an der Hüfte. Und stellen Sie sich vor, wie schmerzempfindlich diese riesigen Euter, mit denen die Kühe oft kaum laufen können, sind.
Man kann sich die immense Leistung, die ihnen abverlangt wird, auch so vorstellen, dass die Kuh täglich einen Marathon läuft! Auch der Fakt, dass für einen Liter Milch 500 Liter Blut durch das Euter fließen müssen, zeigt, was die Laktation (Milchproduktion) den Tieren abverlangt (Quelle: Rettet die Tiere! – Gut Aiderbichl ‚Symbol der Menschlichkeit‘, Michael Aufhauser, Herbig Verlag, 2007). Kühe der oben genannten Rasse sind auch anfälliger für Klauenerkrankungen und Lahmheiten, weil Rasse und Genetik hierbei neben der Haltung eine große Rolle spielen. So kann man im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt nachlesen, dass bis zu 45 Prozent der Milchkühe von Lahmheiten betroffen sind (Quelle: BLW 2, 2020). Der Zeitraum um die Geburt macht die Milchkuh besonders anfällig für infektiöse und stoffwechselbedingte Klauenerkrankungen. Dass auch Krankheiten wie Mastitis (Euterentzündung bei der Kuh) eine Folge der Intensivtierhaltung sind, ist offensichtlich.

Kuh mit Mastitis (Euterentzündung), © Simone Hübner
Kühe erreichen ihr natürliches Lebensalter oft nicht: Obwohl sie 20 Jahre und älter werden könnten, werden viele Milchkühe bereits im Alter von fünf bis sechs Jahren geschlachtet. Zu diesem Zeitpunkt haben sie in der Regel mehrere Kälber geboren und enorme Milchmengen gegeben – oft bis zu 100.000 Liter (circa 660 Badewannen voll) pro Jahr. Die intensive Nutzung hinterlässt Spuren: Manche Tiere sind körperlich so erschöpft, dass sie kaum noch stehen können – sogenannte „Downer-Kühe“. Ein besonders erschütterndes Beispiel dafür lieferte in diesem Jahr der Tierschutzskandal von Bad Grönenbach (Milchbetriebe mit über 2000 Tieren). Die dort entstandenen Bilder zeigten auf bedrückende Weise, was passieren kann, wenn hochbelastete Tiere nicht fachgerecht behandelt werden. Sie haben viele Menschen tief bewegt – und werfen grundsätzliche Fragen auf zur Tierhaltung im großen Stil.
Lebensbedingungen der Kühe heute in der Milchviehhaltung
Somit wären wir beim nächsten Punkt: den Lebensbedingungen heutiger Milchkühe. In Bayern leben laut offiziellen Angaben noch rund 30 Prozent der Tiere in sogenannter Anbindehaltung – ein Haltungssystem, das seit Jahren in der Kritik steht. Die Tiere sind dabei über längere Zeiträume fixiert und können sich kaum bewegen – sie stehen oder liegen auf engem Raum, ohne Möglichkeit zur sozialen Interaktion oder zur freien Bewegung. Selbst die Geburt ihrer Kälber findet häufig direkt in der Bucht statt.
Ein vollständiges Verbot dieser Haltungsform wird von vielen Seiten gefordert – aus Tierschutzsicht völlig zu Recht. Doch bislang ist eine konsequente gesetzliche Umsetzung an politischen Widerständen, insbesondere am Einfluss starker landwirtschaftlicher Interessenvertretungen, gescheitert. Eine Zwischenlösung stellt die sogenannte Kombihaltung dar, bei der die Tiere zumindest zeitweise Auslauf erhalten – laut Fachportal agrarheute an mindestens 90 Tagen pro Jahr. Doch auch hier gibt es zahlreiche Ausnahmen, Sonderregelungen und Interpretationsspielräume. Sogar diese Minimalanforderung steht in Deutschland derzeit politisch auf der Kippe. In Österreich hingegen wurde die dauerhafte Anbindehaltung bereits 2020 verboten – Kombihaltung bleibt dort erlaubt.
Aber auch in modernen Laufställen bedeutet das nicht automatisch artgerechte Haltung. Weidegang ist häufig nicht vorgesehen – Kühe sehen dann nie Sonne oder Grünfläche, obwohl Licht und frische Luft wichtig für ihr Wohlbefinden und z. B. für den Vitamin-D-Haushalt sind.
Um die hohe Tierdichte in Ställen zu ermöglichen, werden Rinder oft standardmäßig enthornt. In vielen Betrieben herrscht Überbelegung: Nicht alle Tiere erreichen die Liege- oder Fressplätze, was besonders rangniedrige Kühe betrifft. Im Fall des Tierschutzskandals in Bad Grönenbach kamen in einem Stallbereich rechnerisch 3,8 Tiere auf einen einzigen Fressplatz – ein Missverhältnis, das Stress, Verletzungen und Gesundheitsprobleme nach sich zieht.
Auch die Haltungsbedingungen selbst sind oft belastend: Spaltenböden wirken sich negativ auf die Klauengesundheit aus, Fäkaliengeruch und mangelnde Hygiene belasten die empfindlichen Nasen der Tiere. Hinzu kommt das Futter: Hochleistungsrationen aus Silage und Kraftfutter können den natürlichen Bedürfnissen der Tiere nicht gerecht werden.
System mit Folgen – Tierleid in Milchviehbetrieben
Leider verschärft sich die Situation vieler Rinderhaltungsbetriebe durch die zunehmende Größe der Betriebe. Getrieben durch eine Politik, die auf Produktionsmengen setzt, und die steigende Nachfrage nach Milchprodukten – jeder Deutsche konsumiert durchschnittlich 46 Kilogramm Milchprodukte pro Jahr – steht die Nutztierhaltung, insbesondere die Rinderhaltung, verstärkt in der Kritik.
Die europäische Agrarpolitik fördert diese Entwicklung durch umfangreiche Subventionen. Auch in Österreich kommt es vor, dass Landwirte, denen aufgrund von Tierschutzverstößen Rinder weggenommen wurden, weiterhin Förderungen erhalten – teilweise sogar für Maßnahmen, die dem Tierschutz dienen sollen (Quelle: Kronen Zeitung, 2024).
In Großbetrieben mit mehreren Tausend Tieren ist es kaum möglich, jedem einzelnen Tier die notwendige Fürsorge zukommen zu lassen. Die Tiere werden zunehmend zu „Nummern“ – mit all den Konsequenzen für ihr Wohlbefinden. Besonders deutlich wird diese Problematik in den Fällen der drei Betriebe von Bad Grönenbach im Allgäu.
Erschwerend kommt hinzu, dass Politik und Behörden bislang oft nur eingeschränkt gegen solche Missstände vorgehen – und auch Gerichte Schwierigkeiten haben, angemessene Strafen zu verhängen.
Umso wichtiger ist es, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bewusste Entscheidungen treffen und durch den Kauf pflanzlicher Alternativen aktiv zu mehr Tierwohl beitragen. Denn nur gemeinsam können wir das System der Massentierhaltung verändern und echtes Mitgefühl für Tiere in den Mittelpunkt rücken.
Fazit: Bewusst genießen – tierfreundlich handeln
Wer das Leid von Tieren möglichst vermeiden möchte, kann über eine pflanzenbasierte Ernährung nachdenken. Heute ist das einfacher denn je – das Angebot an pflanzlichen Alternativen wächst stetig. Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, wie vielfältig die Auswahl an veganen Milchalternativen in Supermärkten ist. Wenn Sie die Kuhmilch stehen lassen und zum Soja-, Hafer- oder Mandeldrink greifen, haben Sie schon viel für Tiere getan, der erste Schritt ist geschafft.
Selbst zum Aufschäumen für den Cappuccino eignet sich die pflanzliche Milchalternative. Das zeigt: Eine bewusste, pflanzliche Ernährung bedeutet heute längst nicht mehr Verzicht – im Gegenteil, viele erleben sie als Bereicherung. So bringt es auch unsere Tierärztin Dr. Marianne Wondrak auf den Punkt: „Für mich ist das kein Verzicht. Es fühlt sich eher wie ein Aufbruch an.“
„Das Leben aller Lebewesen, seien sie nun Menschen, Tiere oder andere, ist kostbar, und alle haben dasselbe Recht, glücklich zu sein. Sie sind ein Teil unserer Welt.“
Dalai Lama
Wer mehr über die sanften, sozialen und klugen Rinder wissen möchte, darf gerne unsere Gut Aiderbichl Höfe besuchen. Vielleicht lernen Sie ja „Ihre“ Kuh oder „Ihren“ Ochsen kennen, machen dann eine Patenschaft und begleiten und unterstützen so Ihren vierbeinigen Freund auf seinem Lebensweg. Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, nichts ist schöner, als glückliche Rinder in ihrer Herde auf der Weide zu beobachten, ihnen beim Fressen, Spielen, Ausruhen und Wiederkäuen zuzusehen.
Häufig gestellte Fragen
In der konventionellen Milchviehhaltung werden Kälber kurz nach der Geburt von der Mutter getrennt, damit die Milch für den menschlichen Konsum genutzt werden kann. Für die Tiere bedeutet das emotionalen Stress: Kühe verlieren ihren Nachwuchs, und Kälber werden früh von natürlicher Fürsorge abgeschnitten.
Bei der muttergebundenen Aufzucht bleibt das Kalb bei seiner Mutter, meist mehrere Wochen bis Monate. Es kann trinken, wie es die Natur vorsieht, und soziale Kontakte pflegen. Anders als in der konventionellen Milchviehhaltung, wo Kühe früh von ihren Kälbern getrennt werden, wird hier das emotionale Wohl der Tiere ernster genommen.
Milchkühe in konventionellen Betrieben erreichen oft nur 4–6 Jahre, obwohl ihre natürliche Lebensspanne über 15 Jahre beträgt. Nachlassende Milchleistung führt häufig zur Schlachtung. Artgerechtere Haltung, geringere Intensität und tierfreundliche Praktiken könnten die Lebensdauer und das Wohlbefinden der Tiere deutlich verbessern.
In Intensivbetrieben leiden Kühe häufig unter chronischen Krankheiten wie Euterentzündungen, Gelenkproblemen und Stoffwechselstörungen. Diese Beschwerden entstehen durch ständige Hochleistungsmilchproduktion, fehlende Bewegung und beengte Haltung.
Bio-Milch verbessert die Bedingungen für Kühe: mehr Auslauf, bessere Fütterung und strengere Tierschutzregeln. Trotzdem werden Kälber auch hier oft früh von der Mutter getrennt, und Hochleistungskühe werden gesundheitlich belastet. Tierwohl hängt deshalb stark von den konkreten Praktiken des Betriebs ab, nicht nur vom Bio-Siegel.
Weidehaltung ermöglicht Kühen natürliche Bewegungsfreiheit, Grasfressen und soziale Interaktion. Sie fördert das Wohlbefinden und reduziert Stress. Allerdings ersetzt sie nicht automatisch alle tierfreundlichen Praktiken, wie die Aufzucht bei der Mutter.
Kaufentscheidungen haben Einfluss: Produkte von Betrieben mit transparenten Tierwohl-Standards oder längeren Mutter-Kalb-Kontakten unterstützen artgerechtere Haltung. Pflanzliche Alternativen wie Hafer-, Soja- oder Mandelmilch bieten eine tierfreie Option. Auch ein teilweiser Wechsel reduziert die Nachfrage nach konventioneller Milch und trägt so indirekt zum Wohl der Tiere bei.
Übernehmen Sie eine Rinderpatenschaft bei Gut Aiderbichl
Viele unserer geretteten Rinder stammen aus schlechter Haltung oder sollten geschlachtet werden. Auf Gut Aiderbichl haben sie endlich ein Leben in Würde. Ihre Unterstützung hilft uns, Futter, tierärztliche Versorgung und einen sicheren Lebensplatz zu ermöglichen.

