
Veröffentlicht: 20.03.25
Tiertransporte – Millionen von Tieren leiden auf ihrem Weg in den Tod
Millionen von Tieren werden auf engstem Raum in überfüllten Lastwagen und Schiffen quer durch die Welt transportiert. Erfahren Sie wie die Situation wirklich ist und was diese Transporte für die Tiere bedeuten.
Inhalt
Wo findet man die schlimmsten Auswüchse der Tierquälerei? Beim Stierkampf stirbt der gequälte Stier stundenlang zum Amüsement der Menschen. Aber, er hat wenigstens einen feigen, primitiven Feind; und es beschäftigt sich jemand mit ihm – im Gegensatz zu den Kälbern am Tiertransporter. Oder wie ist es mit Hühnerbatterien oder großen Mastanlagen? Aus Angst vor der Vogelgrippe werden in einigen Ländern zappelnde, noch lebende Hühner, in Säcke gestopft und bei lebendigem Leibe verbrannt. Oder Stierkälber? Sie sind ein Nebenprodukt in der Milchproduktion. Wirtschaftlich uninteressant, werden sie ins Ausland verkauft, um dort in einer Turbomast zu landen. Sie werden ohne viel Heu, Stroh, Gras oder Silage aufgezogen, so bleibt ihr Fleisch weiß. Dieses tierschutzwidrige Fleisch wird dann wieder auf die Teller der Österreicher importiert. Es fehlt: Die Kennzeichnungspflicht. Der Konsument erfährt nicht, woher das „Kalbschnitzel“ am Teller kommt.
Das Tiertransportrecht innerhalb der EU
Transporte lebender Tiere sind als solche gekennzeichnet. Es gab Zeiten, da haben zwischen den Gitterstäben Schweinerüssel nach Luft geschnappt. Heute sind die Transporter mit Klimaanlagen versehen und das Leid ist nicht mehr ganz so offensichtlich auf der Straße zu erkennen. Es kann nur erahnt werden. Aber womöglich wird die Ahnung nicht reichen, um Vegetarier zu werden, denn es wird angenommen, dass es die Tiere nicht unter grausamen, sondern unter EU-konformen Umständen erträglich haben, auf ihrem Weg zum Schlachthof oder in einen Mastbetrieb. Die gewaltige Dimension der Tiertransporte in und aus Österreich, sowie der Millionen Tiere, die jährlich durch Österreich transportiert werden, sollte ein STOP der Transporte bedeuten.
Den Transport von Tieren regelt im Wesentlichen die Verordnung (EU) 1/2005 des Rates vom 22. Dezember 2004 über den Schutz von Tieren beim Transport (Amtsblatt L3 vom 05.01.2005, Seite 1) und die EU-Tiertransportverordnung 1/2005, die durch das Tiertransportgesetz 2007, BGBL. I Nr. 54/2007, ergänzt wird (Tiertransportrecht EU). Die Gesetzgebung und Vollziehung liegen beim Bund. Zuständiges Ministerium ist das Gesundheitsministerium.
Anwendungsbereich und Grundsatz für die Durchführung von Tiertransporten
Grundsätzlich darf ein Transport von Tieren nicht durchgeführt werden, wenn den Tieren dabei Verletzungen oder unnötige Leiden zugefügt werden könnten. Die EU-Tiertransportverordnung regelt den Transport lebender Wirbeltiere innerhalb der EU, sofern dieser Transport in Verbindung mit einer wirtschaftlichen Tätigkeit durchgeführt wird. Das sind Transporte, die im Zusammenhang mit Kauf, Verkauf, Tausch im Zuge von Versteigerungen etc. durchgeführt werden. Nur zugelassene Transportunternehmer dürfen Tiere aus wirtschaftlichen Gründen transportieren. Fahrer und Betreuer müssen über einen Befähigungsausweis verfügen. So solide und kontrolliert das auch klingen mag, die Realität ist eine andere.
Tiertransporte – eine Höllenfahrt
Milliarden von Tieren werden regelmäßig auf überfüllten Lastwagen quer durch Europa transportiert, auf engsten Raum zusammengepfercht. Dort verharren sie gestresst und verängstigt auf ihrer langen Reise zum Schlachthof im Süden oder Osten. Manche werden sogar auf ein Schiff gekarrt, das sie in noch entferntere Länder bringt. Jeder Tiertransport bedeutet für die Tiere Stress. Schon vor über zwanzig Jahren berichtete Michael Aufhauser über die umstrittene Art, Millionen von Tieren unter entwürdigenden Umständen auf eine lange Höllenfahrt zu schicken.
- Die Tiere sind Hitze und Kälte ausgesetzt
- Sie haben keinen Zugang zu Trinkwasser und dehydrieren
- Die Überladung und der so bedingte Platzmangel führt zu erhöhtem Verletzungsrisiko der Tiere bis hin zum Verenden am Transporter
- Eingeklemmte Körperteile oder Beinbrüche, im schlimmsten Fall tote Tiere
- Transportunfähige Tiere (trächtige oder stark verletzte Tiere) werden transportiert.
Die EU-Tierschutztransportverordnung lässt die Interpretation von „leicht erkrankt/verletzt“ und „erkrankt/verletzt“ und somit nicht transportfähig, offen. Die Verordnung ist frei interpretierbar und trägt so leider zur Genehmigung von Tiertransporten bei, die unter grausamen Bedingungen stattfinden. Vor vielen Jahren kaufte Michael Aufhauser Pferde von einem Tiertransporter frei, die nach Rumänien unterwegs waren, um dort geschlachtet zu werden. Die Bilder bleiben unvergesslich: die Körper waren voller Verletzungen, die Pferde scheuten und hatten Angst. Sie waren krank, manche lagen totgetrampelt unter den lebenden Pferden. Es ging damals und es geht heute dabei immer nur ums Geld.

Transportdauer und Anzahl der Tiere am Transporter – Ein Weg voller Leid
In der EU-Verordnung sind die Dauer und die Art des Transportes von Tieren geregelt. Die EU-Verordnung hat die Höchstdauer von Transporten wie folgt festgelegt:
- Equiden, Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine 8 Stunden
- Langstreckentransporte lebender Tiere sind unter Einhaltung von Pausen- und Versorgungsintervallen erlaubt: Schweine 24 Stunden mit ständigem Zugang zu Trinkwasser, Pferde 24 Stunden mit Trinkpause alle 8 Stunden
- Das Tränken für Kälber, die noch auf die Muttermilch angewiesen wären, gibt es keine speziellen Saugvorrichtungen.
- Beispielsweise hat ein 120 kg schweres Schwein nur 0,55 m² Platz. Die hochintelligenten Säugetiere verletzen sich dabei und treten auf liegende Artgenossen.
Die Interpretation von Gesetzen hinsichtlich Tiertransporten
Ende 2021 wurde das EU-Transportgesetz insofern geändert, dass Transporte von lebenden Tieren bei 30 Grad Außentemperatur nur noch 4,5 Stunden transportiert werden dürfen. Dies betrifft allerdings nur Transporte, die zum Schlachthof führen und nicht umstrittene Transporte, die in ein anderes Ziel (Schiffstransport) haben, also zum Beispiel Nicht-EU-Länder. Fotos von halbtoten Rindern, Schafen und anderen Tieren auf den Transportern entsetzen die Menschen. Durch eine Gesetzesänderung im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Oktober 2022 wurde die Genehmigung für Langstreckentiertransporte in Drittländer gestrichen und mit Wirkung im Juli 2023 wurden Veterinärbescheinigung für Exporte von lebenden Rindern, Schafen und Ziegen in bestimmte Nicht-EU Länder entzogen (Tiertransporte in Nicht-EU Länder). Regeln und Gesetze sind da, um umgangen zu werden.
Regelverstöße auf Tiertransporten zu Schiff
Auf den rund 78 EU-zertifizierten Tiertransportschiffen verbringen Rinder und Schafe wochenlang Schiffsreisen über die Grenzen der EU hinaus. Die Zeit auf dem Schiff wird nicht wie beim Transport mit LKW als Tiertransport gewertet. Die tagelangen Transporte auf den Schiffen sind für Millionen von Tieren voller Qualen und Schmerzen bis hin zum Sterben.
- Transporte in Nicht-EU-Länder bedeuten noch mehr Tierleid, weil es in vielen Ländern nur ungenügende Versorgungsstellen gibt, und somit sind die gesetzlichen Ruhepausen und die Nahrungsaufnahme für die lebenden Tiere nicht möglich.
- Schweine, Rinder usw. stehen auf den Schiffen wochenlang in den Exkrementen, sie leiden an der Hitze, sie haben Hunger und Durst, es ist eng, sie sind gestresst und vollkommen erschöpft.
Es gibt Gesetze, die dies alles verhindern sollen, doch trotzdem rollen Millionen von leidenden Tieren in den Transportern oder auf den Schiffen ungehindert in ihren sicheren Tod. Es ist auch so, dass Tierschutz, Tierliebe und alles, was der Mensch dem Tier entgegenbringt, in verschiedenen Kulturen anders interpretiert wird.

Tierschutz in Risikoländern wie Marokko, Iran oder im Libanon
Zahlreiche Gesetze zum Schutz der Tiere werden beschlossen, doch Papier ist geduldig. In Ländern außerhalb der EU (Marokko, Algerien, Usbekistan, Iran, Libanon usw.) erwartet die Tiere brutale Gewalt. Wenn sie schon den Transport dorthin überlebt haben, sterben sie spätestens bei der Ankunft in diesen Ländern unter entwürdigenden Bedingungen, so werden sie beispielsweise gleich bei der Ankunft ohne Betäubung getötet, auch, wenn sie aus angeblichen Zuchtzwecken importiert wurden. Tiere (teilweise trächtig), werden zu Zuchtzwecken an Nicht-EU-Länder verkauft, obwohl es dort keine vergleichbare Herdenstruktur wie in Europa gibt.
Das Umgehen von Tierschutzstandards an österreichischen Kontrollstellen
Beinahe täglich liest man in den Medien von Tierquälerei verschiedenster Art. Blankes Entsetzen empfinden Menschen, die die Artikel lesen und sich kopfschüttelnd fragen, ob wir uns im Mittelalter oder in einem modernen, zivilisierten Jahrhundert befinden.
Es war ein kalter Tag am 2. Februar des Jahres, als an der A2, Verkehrskontrollpunkt Ilz in Österreichein Tiertransporter aus Litauen gestoppt wurde. Geladen waren 265 Kälber, die zum Teil sehr geschwächt waren und versorgt werden mussten. Die Kälber waren durstig und saugten an den Gitterstäben, die Tränkanlage war rostig und kaputt. Die Weiterfahrt wurde untersagt (Kälber aus Litauen). Der Transport der 265 lebenden Kälber hatte in Estland gestartet und Endstation wäre Norditalien gewesen. Manche Kälber waren noch nicht einmal 14 Tage alt und waren laut Polizei unzumutbaren Leiden und Schmerzen ausgesetzt. Die kleinen Kälber wurden in ein Versorgungszentrum gebracht und mit Wasser und Futter versorgt. Die Kälber waren als Zuchttiere deklariert und somit wertvoll. Wie werden dann Schlachttiere transportiert?
Gleich ein paar Tage später, am 12. Februar des Jahres, wurde der nächste „tierische Katastrophen“-LKW von der Polizei in Tirol aufgehalten. Ein vollkommen überladener Tiertransporter hatte 700 Schweine geladen. Die hinzugezogene Amtstierärztin stellte Übertretungen nach dem Tiertransportgesetz fest. Die Fahrt ging weiter, Anzeigen folgen.
Die Gesetze über den Umgang mit zu transportierenden Tieren stehen am Papier – aber viele Unternehmer umgehen die Gesetze zum Wohle der Tiere, unsere Mitgeschöpfe. Denn das sind sie: Mitgeschöpfe auf meist vier Beinen, über deren Lebensweg, Leiden oder auch Freuden ein Unternehmer, ein Tierschützer oder einfach ein Mensch, dem man Moral und Mitgefühl unterstellen kann, bestimmt.
Lebend-Tiertransporte – Ein Verstoß gegen die Ethik
Der Tiertransport ist so weitschweifig, wie die Tiere, die davon betroffen sind. Der Transport von Rindern, Schweinen usw. ist ein Bereich, der den Respekt vor jedem einzelnen Lebewesen und seiner Bedürfnisse erfordert.
„Im verständnisvollen Umgang mit den Tieren lernen wir, mit Schwächeren umzugehen. Schließlich sind sie im Grunde wehrlos. Sie schießen nicht zurück, sie sperren uns nicht ein, sie lassen uns nicht schlachten. Sie sind nicht gleichgültig oder zynisch, sondern folgen schlicht ihrer Bestimmung. Am Umgang mit den Tieren kann man den Zustand einer Gesellschaft erkennen. Ob sie noch über Werte wie Toleranz, Verantwortung und Nächstenliebe verfügt. Außerdem ist recht verstandener Tierschutz immer auch Menschenschutz. Was heute ihnen passiert, kann morgen auch uns geschehen. Da geht’s um uns alle und das ganze Leben.“ – Michael Aufhauser, Gründer von Gut Aiderbichl
Update Juli 2025: Österreich verschärft das Tiertransportgesetz für Kälber
„Tiere sind keine Ware. Es sind fühlende Lebewesen. Wir schaffen nun noch strengere Standards zum Wohl der Tiere.“ – Johannes Rauch, Tierschutzminister Österreich (Quelle heute.at, 2025)
Seit Juli 2025 gibt es nun strengere Regeln und Verbesserungen im Hinblick auf Tiertransporte mit Kälbern. Neue Verordnungen und Bestimmungen wirbeln in erster Linie immer wieder Staub auf und deshalb möchte ich versuchen, im Anschluss die wichtigsten Punkte hinsichtlich der Verbesserungen für den Kälbertransport zusammenzufassen.
Österreich arbeitet vorbildlich an der Verbesserung des Ablaufes von Tiertransporten
Europaabgeordneter Thomas Waitz sieht im Österreichischen Vorstoß des Tierschutzministers Johannes Rauch einen Fortschritt für das Tierwohl auf Österreichs Straßen. „Österreich zeigt, wie es geht. Mit seiner neuen Tiertransportverordnung hat Tierschutzminister Johannes Rauch eine Verordnung vorgelegt, das Vorbildfunktion für das EU-Tiertransportgesetz hat. Von der besseren Versorgung von Tieren im Transporter, über den Schutz vor Hitze und Kälte bis zur Dokumentation der Reise bis zum Bestimmungsort schließt Österreich europäische Gesetzeslücken zum Wohl von Tieren und Umwelt und setzt damit ein Exempel für den Rest Europas.“ (Quelle: OTS, 2024)
Ein Schritt in die richtige Richtung
Einer der wichtigen Punkte in der neuen Verordnung sieht vor, dass nicht von der Muttermilch entwöhnte Kälber in Zukunft alle neun Stunden mit Milch oder Milchersatz gefüttert werden müssen. Bis dato haben kleine Kälber auf langen Strecken im Transporter in Drittländer Hunger gelitten und es war auch keine Pflicht, sie mit Elektrolytlösungen und mit Frischwasser zu versorgen.
Die wichtigsten Änderungen gemäß der Verordnung BGBl. II Nr. 254/2024 (Quelle: Landwirt Media, 2025)
- Fütterungspflicht für Kälber:
Fütterung spätestens alle 9 Stunden mit Milch oder Milchersatz für Kälber, ständige Verfügbarkeit von Wasser für alle ausgewachsene Tiere (nicht nur Rinder, auch Schweine, Schafe, Ziegen etc.) auf Langstrecken. - Temperaturregelung:
Die Temperatur muss bei der Verladung und während des gesamten Transports zwischen 5 und 30 Grad liegen. Ansonsten muss der Transport in einem beheizten oder klimatisierten Fahrzeug erfolgen. - Flüssigkeitsversorgung:
Die Verordnung macht klare Vorgaben für die Ausstattung der Transporter bezüglich Beschaffenheit von Tränken. Die technische Ausstattung im Transporter muss so gestaltet sein, dass der Zugang zu Wasser uneingeschränkt möglich ist und weiters, für noch nicht entwöhnte Kälber, eine Elektrolytlösung erreichbar ist. - Technische Anforderungen:
Transportmittel müssen so konstruiert sein, dass Verletzungen der Tiere vermieden werden, Tiere nicht entweichen oder herausfallen können, die Bodenfläche rutschfest ist und beispielsweise auch eine zur Kontrolle und Pflege der Tiere während des Transports ausreichende Lichtquelle vorhanden ist.
Ebenso muss innerhalb des Laderaumes sowie auf eventuellen Zwischendecken genügend Platz für die Tiere zur Verfügung stehen, um ihre natürliche Bewegungsfreiheit auf keinen Fall einzuschränken. - Dokumentationspflicht:
Mit den neuen Vorgaben wird sichergestellt, dass die geplante Transportstrecke unter Einhaltung aller Ruhezeiten innerhalb der gesetzlich erlaubten Zeit möglich ist. Das ist verpflichtend durch Vorlage von Fahrtenbuch und Tachograph sowie Fotos und/oder Videos zu dokumentieren. Das gilt sowohl für den Transport mit Lkw als auch auf Schiffen.
Das Bemühen um Tierwohl im Tiertransport darf noch nicht beendet sein! Die neue Regelung ist ein Fortschritt, aber sie reicht nicht. Nur ein generelles Verbot von Transporten nicht entwöhnter Jungtiere kann das Leid verhindern, das täglich auf Österreichs Straßen unsere Kälber in Stress und Not versetzt.
Update Dezember 2025: Lebendtiertransport von 2.900 Rindern aus Uruguay - mehr als ein Verstoß gegen die Ethik
Am 20. September 2025 startet der Lebendtiertransport mit rund 2.900, zum Großteil trächtigen Rinden, die Fahrt in die Türkei. Seit 22. Oktober 2025 liegt die Fähre mit den Rindern in den türkischen Gewässern von Bandirma fest. Der Grund für diese Tortur sind fehlende, gültige Dokumente oder Ohrmarken sowie angeblich auch fehlende Angaben zu den Tieren. Aus diesen Gründen verweigern die türkischen Beamten die Entladung der Rinder, obwohl schätzungsweise für 2.400 Rinder die Papiere den Anforderungen entsprechen und korrekt sind (Quelle: Gerati.de, 2025). Werden die Rinder nun doch entladen, oder muss das Schiff mit den teilweise hungernden und verendeten Tieren zurück nach Uruguay?
Schwimmendes Tierdrama – Hunger, Durst, Schmutz und tote Kälber vor der türkischen Küste
Das Leid der Tiere ist mit Sicherheit unerträglich und entwürdigend. Wochenlange Enge, extreme Temperaturen, unzureichende Versorgung mit Wasser und Nahrung – ein entsetzliches Szenario, das sich, wie wir wissen, auch auf Menschen in vielen Gebieten der Erde entsetzlich auswirkt. Die Psyche leidet, die Organe leiden – manchmal leider so lange, bis der Körper stirbt.
Weiße Säcke, Verwesungsgeruch und das Schreien der Rinder
Die Medien zeigen, dass sich auf der Außenseite des Schiffes riesige weiße Säcke befinden. Die entsetzliche Frage ist, ob es sich dabei um Futtervorräte oder um Tierkadaver handelt? (Quelle: Gerati.de, 2025). Die Küstenbewohner beschweren sich über Verwesungsgeruch und dadurch angelockte Insekten. Die Lösung der Behörden ist es, dass das Schiff sich von der Küste wegbewegt und weiter draußen im Meer vor Anker geht.
Der Lebendtransport wird zum Totenschiff
Tierschützer berichten, dass die Rinder schon aufgrund der wochenlangen Überfahrt müde, geschwächt und dehydriert sind. Nachdem sich auf dem Schiff zahlreiche trächtige Rinder befinden, ist davon auszugehen, dass sie Totgeburten haben und diese toten Kälber inmitten des Drecks liegen. Angeblich wurden 140 Kälber geboren, 90 davon sind verschwunden. Bei einer Begehung an Bord zeigen Gerichtsdokumente, dass festgestellt wurde, dass 140 Rinder während der Fahrt gekalbt haben (Quelle: n-tv.de, 2025), wo sind die Kälber verblieben? Tatsache ist, dass neugeborene Kälber unter derlei katastrophalen, entwürdigenden Umständen keine Überlebenschance haben, weil die Tiere dicht gedrängt stehen und Kälber leicht niedergetrampelt werden können.
Behörden und Handelspartner schweigen
Für die Tiere, die an Bord im Dreck stehen, leiden und hungern, ist ihr Leben oder Tod keine theoretische Debatte. Sie kämpfen seit Wochen und sind in einem ausweglosen „Dokumentendschungel“ gefangen.
Während sich die türkischen Behörden und jene in Uruguay die Hände in Unschuld waschen und die Schuld für das Tierleid den fehlenden Dokumenten zuweisen, sterben Lebewesen verzweifelt, gestresst und teilweise noch ungeboren.
Keine Tiere aus der EU – kann die EU Diplomatie trotzdem Hilfe leisten?
Tierschutzorganisationen schlagen Alarm und fordern trotzdem ein Eingreifen der Behörden. Die deutsche Animal Welfare Foundation bittet die EU-Kommission um diplomatische Hilfe, denn zumindest die eindeutig identifizierten Rinder sollen von Bord geholt werden, denn so würde wenigstens mehr Platz für die verbleibenden Rinder bleiben und auch die Versorgung erleichtert werden. Nicht auszudenken, wenn keine Lösung gefunden wird und der Frachter mit all dem geladenen Leid umdrehen muss. Die Fahrt zurück nach Uruguay würde ungefähr 87 Tage benötigen. Noch mehr Leid, noch mehr Hunger und noch mehr Tod wären die Folge.
Häufig gestellte Fragen
Vor allem sogenannte Nutztiere wie Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Geflügel (Hühner, Puten) werden häufig über weite Strecken transportiert. Diese Tiere sind besonders anfällig für Stress, Verletzungen und Erschöpfung durch die oft schlechten Transportbedingungen.
Viele Tiere leiden stunden- oder tagelang unter Durst, Hunger, Hitze, Kälte und extremer Enge. Sie können sich kaum bewegen, verletzen sich gegenseitig oder stürzen. Für viele endet der Transport in völliger Erschöpfung oder sogar mit dem Tod.
Die EU schreibt vor, wie lange Tiertransporte dauern dürfen, welche Ruhepausen einzuhalten sind und wie Fahrzeuge ausgestattet sein müssen. Diese Vorschriften sollen Tierleid reduzieren und ein Mindestmaß an Tierschutz während des Transports sichern.
Oft werden Tiere über weite Strecken transportiert, weil Schlachtung oder Mast in anderen Ländern billiger ist. Der Profit steht dabei über dem Wohl der Tiere – selbst wenn dies mit großem Leid verbunden ist.
Tiertransporte werden meist von spezialisierten Speditionen oder Viehtransportfirmen durchgeführt – oft im Auftrag von Agrarunternehmen, Schlachthöfen oder Händlern. Unter hohem Zeit- und Kostendruck wird das Wohl der Tiere häufig vernachlässigt. Profit und Effizienz stehen meist über artgerechten Bedingungen, was zu großem Leid während der Transporte führt.
Viele Tiertransporte per Schiff führen in Länder außerhalb der EU, etwa nach Nordafrika, in den Nahen Osten oder nach Asien, wo Schlachtung und Mast oft günstiger sind. Auf den oft tagelangen Fahrten in engen, schlecht belüfteten Decks leiden die Tiere unter Hitze, mangelnder Hygiene und unzureichender Versorgung. Tote Tiere werden häufig über Bord geworfen – ein ernstes Tierschutzproblem.
Seit Juli 2025 müssen Kälber während des Transports regelmäßig mit Milchaustauscher versorgt werden. Zudem sind Tränkevorrichtungen so anzupassen, dass die Tiere sie gut erreichen. Kurzstreckentransporte ins Ausland unterliegen nun strengeren Fahrzeuganforderungen. Umfangreiche Dokumentationspflichten sollen das Wohl der Tiere sichern.
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