Ein Leben in der Finsternis …

25 gerettete Ziegen

25 Ziegen lebten in einem engen, dunklen und schmutzigen Stall in Niederösterreich. Der Tierschutzverband Niederösterreich setzte sich mit Gut Aiderbichl in Verbindung und berichtete, dass es geplant war, die Ziegen zu beschlagnahmen. Nach der Beschlagnahmung hatten die Ziegen erstmal eine vorübergehende Bleibe gefunden. Dort wurden die Tiere tierärztlich untersucht und es wurde auch beobachtet, welche Ziegen sich gut miteinander vertragen. Um dem Schlachthof zu entgehen, machten sich die Tierschützer auf die Suche nach Gnadenplätzen. Und 17 der 25 Ziegen kamen auf Gut Aiderbichl unter.

Die Ziegen waren total verunsichert und ängstlich

Der kleine, finstere Stall konnte unmöglich eine artgerechte Haltung bieten. In der Ziegengruppe gab es mindestens sieben unkastrierte Böcke und einige kleine Zicklein. Hier war wohl alles entglitten, was entgleiten kann… Wenn es um Tierleid geht, muss man nicht über die Grenzen Österreichs schauen. Tierleid ist grenzenlos, es geschieht überall auf der Welt.

Grundsätzlich kann jeder Mensch Ziegen halten

Ziegenhaltung bedarf keiner besonderen Genehmigung oder persönlicher Voraussetzungen. Es müssen die allgemein rechtlichen Vorgaben des Tierschutzgesetzes (§2) beachtet werden, was folgendes bedeutet: die Ziegenhaltung muss artgerecht sein, die Ernährung muss den Bedürfnissen entsprechen. Die Ziege braucht die Möglichkeit zu artgemäßer Bewegung – letzteres war im kleinen Stall unter anderem auf keinen Fall gegeben.

Das Wesen der Ziege

Ziegen sind sehr intelligente, neugierige und lernbegabte Tiere. Sie gehören zu den trittsichersten Tieren der Erde und sind von großer Ausdauer. Ziegen können sich gut durchsetzen. Wenn sie etwas erreichen wollen, kennen wir die Mimik: Kopf leicht gesenkte, die Augen werden starrer und die Ziegenhörner signalisieren: „Achtung! Widersprich mir nicht!“.
Ziegen sind sozial eingestellt und lieben es, in einer Herde zu leben.

Ziegen sind großartige Beobachter

Wenn man sie beobachtet, merkt man, dass es nichts gibt, was sie in ihrem Umfeld nicht wahrnehmen. Alles wollen sie wissen und kennenlernen, und dazu brauchen die Tiere einen großzügigen Auslauf und auch Klettermöglichkeiten. Ob groß oder klein – Ziegen suchen sich einen „Aussichtsturm“ und lieben es, ihre Umgebung zu beobachten.

Kinderwägen, Tische, Bänke, große Steine, Dächer … fast nichts ist vor ihnen sicher

Alles ist interessant und wird erkundet. Unsere Tati, die Ziege mit dem weißen Herz auf der Stirn, springt auch auf das Dach der Kune-Kune-Hütte und frisst die Pelargonien auf, bis nichts mehr übrig ist. „Ihr habt keine Ahnung, wie gut die schmecken“ – scheint sie zu vermitteln.

Die 17 geretteten Ziegen sind nun Aiderbichler geworden und gewöhnen sich langsam an die Sonne, die Freiheit und all die neuen Freunde am Hof

Die neuen Ziegen sind inzwischen bestens tierärztlich versorgt worden – sie wurden entwurmt und haben auch tolle Namen bekommen.
Da gibt es beispielsweise Seppi, Lucifer, Melina, Sabine, Bibi, Barney, Michaela, Luci, Cheyenne, Klein Mia, Lara, Pamina, Esmeralda, Emil, Bindi, Rapunzel und Lea.

Mögen sie alle bald ihre Unsicherheiten und Ängste ablegen und fröhlich-freche Ziegen auf Gut Aiderbichl Henndorf werden.

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