Nora

Der Schlachttermin war schon vereinbart

In der Nachbarschaft einer Tierärztin wurden eine ältere Stute und ein Limousin-Rind gemeinsam auf einer Weide gehalten. Noras Retterin erzählte uns, dass das Pferd immer öfter ausbrach und auch des nachts, gemeinsam mit dem Rind, auf der Strasse herumlief. Das führte nun doch zu weit, und dem Treiben musste ein Ende gesetzt werden.  

Noras Retterin ist selbst im Tierschutz aktiv und wollte auf keinen Fall, dass Nora geschlachtet wird. Für das Pferd konnte ein gutes Für-Immer-Zuhause gefunden werden, doch konnte für Nora keine artgerechte Haltung in Rindergesellschaft angeboten werden. So kam der Hilferuf nach Gut Aiderbichl, wo Nora auch ein schönes, neues Zuhause am Moosfeldhof von Gut Aiderbichl gefunden hat.

Was lernte Nora von ihrem Freund, dem Pferd?

Nora lebt seit ein paar Monaten in einer großen Rinderherde auf Gut Aiderbichl. Christian Kögl, Gutsleiter, meint: „Nora geht es gut. Sie hat sich schnell mit ihren Artgenossen angefreundet und führt ein zufriedenes Leben. Sie ist extrem menschenbezogen. Das kommt wohl daher, dass sie drei Jahre mit einem Pferd gemeinsam auf einer Weide gelebt hat. Nora hat die Lebensart des Pferdes kopiert…“. 

Die Zähmung des Wildpferdes war der Anfang zur gemeinsamen Geschichte des Menschen und dem Pferd. Innerhalb kürzester Zeit kann ein Pferd menschliche Emotionen entschlüsseln. Sie sind sehr soziale Tiere und hoch sensibel. Ein Pferd ist sogar in der Lage, menschliche Gesichtsausdrücke zu unterscheiden und darauf zu reagieren. Sie selbst haben siebzehn verschiedene Möglichkeiten der Gesichtsmimik. 

Zwischen Pferden und den Menschen besteht also eine starke Bindung. Sicher hatte das Pferd auf der Weide immer wieder Menschenkontakt, und Nora lernte mit der Zeit, was dieses Zusammentreffen bedeuten kann: man wird gestreichelt, beim Namen angesprochen, bekommt Leckerlis usw.  

Rinder sind eher scheu und überlegen sich gut, ob sie sich dem Menschen nähern und von ihm streicheln lassen. Nora hat aufgrund der Pferde-Partnerin gelernt, dass es Menschen gibt, die es gut mit den Tieren meinen, und ist zugänglich für Streicheleinheiten geworden. Sie fühlt keinen Stress, wenn ein Mensch auf sie zukommt und genießt die Nähe von all ihren Artgenossen und auch von Christian, wenn er nach ihr sieht.

„… fällt es uns schwer, die Nora dem Schlachter zu überlassen…“

Die Zusage für die Aufnahme auf Gut Aiderbichl war gegeben, die Tierärztin kaufte die Kuh vom Besitzer frei und schickte sie auf den Weg in ihr neues Für-Immer-Zuhause. Der Termin am Schlachthof konnte gestrichen werden. Nora ist glücklich und freut sich, wenn Christian auf die Weide kommt, und nach dem Rechten sieht.    

Pferde lieben es, in der menschlichen Seele zu schnuppern, aber auch Rinder wie Nora kennen sich mit uns Menschen ganz gut aus. Wünschen wir ihr ein langes, gesundes Leben voller Glück und Freiheit auf der Weide.

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