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Das Glück im Unglück von Mister Grey

Man kann sich am Ende nur riesig freuen: Erst verletzt und gedemütigt, jetzt auf Gut Aiderbichl geliebt und geschützt.

Neben einer Bushaltestelle außerhalb von Bukarest lag, als wäre er tot, ein armer Hund auf der Straße. Ihm wurde der Hals aufgeschnitten, doch: der Hund lebte noch. Eine rumänische Tierschützerin fand das grausam verletzte Tier und rief Ioana Diaconu vom Streuner-Shelter in Glina an.

Ioana, die kein Auto hat und auch nicht fahren kann, sich also nicht gleich zu der Bushaltestelle aufmachen konnte, telefonierte verzweifelt mit ihrem Umfeld und erreichte schließlich Magda, eine weitere Tierschützerin, die einen privaten Shelter betreibt. Mit ihr fuhr sie zum Fundort des Hundes und brachte das bedauernswerte Tier, das Gott sei Dank immer noch lebte, sofort zu einem Tierarzt. Nach der Behandlung kam der Hund in einem kleinen Zwinger in Magdas Shelter unter.

Als unsere Aiderbichlerin Anita den Hund ein paar Wochen später im Zuge der Aiderbichler Streuner-Rettung in Rumänien abholen wollte, kauerte er in einer Ecke des kleinen Zwingers, und sein bedrohliches Knurren verschreckte sogar die erfahrene Aiderbichler Tierliebhaberin. Es war Magda, die alle Bedenken fallen ließ und in den Zwinger kroch, um dem Hund bei geschlossener Tür ein Geschirr anzulegen und ihn in eine Transportbox zu setzen. Magda wurde von dem knurrenden Tier nicht angegriffen, nicht verletzt. Dieser so laut knurrende Hund hatte einfach nur unwahrscheinliche Angst. Angst aus Erfahrung.

Kein Wunder, dass er durch das Verbrechen, das an ihm begangen wurde, traumatisiert war. Außerdem hatte er ohne liebende Besitzer verstoßen und verachtet auf der Straße gelebt. Einer von vielen obdachlosen Hunden, die man behandelt wie Müll. Aber damit war es jetzt vorbei.

Zwei Kilometer vor Maria Schmolln ließen sie ihn aus dem Auto und sind gemeinsam mit ihm das letzte Stück in sein neues Zuhause gelaufen. So sollte ein Gefühl von Ankunft entstehen. Tatsächlich fügte er sich in den folgenden Tagen und Wochen schnell in sein neues Leben ein – ein sehr braver, gelehriger und freundlicher Hund, der längst nicht mehr knurrt und glücklich in einem Rudel mit 16 anderen geretteten Hunden, vom Rehpinscher bis zum Riesenschnauzer-Mix, zusammenlebt.

Auf Gut Aiderbichl Maria Schmolln beginnt der Tag für Mister Grey morgens um acht mit Fütterung und Auslauf auf der Hundewiese oder im Garten. Es gibt eine Stunde Mittagsruhe, reichlich Zeit für Streicheleinheiten und Spaziergänge durch die Wälder und die Wiesen um das schön gelegene Gut herum. Immer um 16 Uhr gibt es Abendessen, um 20 Uhr und 22 Uhr geht’s nochmal raus. Dann ist Schlafenszeit.