Charly gab zu verstehen:

„Ich möchte zu meiner Kleinen Lilly“

Charly war einer der ersten Esel auf Gut Aiderbichl in Henndorf. Michael Aufhauser kaufte den Esel mit dem samtweichen, dunkelbraunen Fell auf einem Pferdemarkt. Ungefähr sechs Jahre war Charly als Reitesel für Kinder im Einsatz, bevor er am Pferdemarkt abgegeben wurde.  

Unser Charly entpuppte sich als „frecher Kerl“, der es liebte, sich im Sand zu wälzen oder Heu auf den Rücken zu werfen.  
Viele Jahre lang sollte Charly der Leitesel in der Eselgruppe von Henndorf sein. Artgenossen wie Mario, Johnny, Falco, Moritz oder Dominique, und all die anderen Bewohner im Eselhaus, hatten Respekt vor Charly. Würde man Lehrer einer Eselschulklasse sein, könnte man Charly als sehr weisen, klugen Esel einstufen. Nichts und niemand konnte Charly so richtig aus der Ruhe bringen. Sein „Iah“ war sanft und heiser und voller Freude, er liebte die Menschen und seine Artgenossen. Man kann auch sagen, dass Charly von Teamgeist geprägt war

Er war ein Schöner, ein Sanfter und ein Charmeur – unser Esel Charly. Er verstand sich auch bestens aufs Flirten. Sein Herz schlug nur für eine: für die Kleine Lilly aus Tassos. Sie war ein Arbeitsesel in Griechenland gewesen, hatte nur mehr ein Auge und war eine stolze Eselin mit starkem Charakter.
Auch wenn Charly um viele Jahre jünger war, als seine Kleine Lilly, galt seine Aufmerksamkeit und Liebe alleine der zarten, griechischen Eselin Lilly.  

Sie spazierten gemeinsam aus dem Stall, und verbrachten nebeneinanderstehend den Tag im Innenhof an der Sonne oder drehten einfach viele Runden in trauter Zweisamkeit. Charly spazierte oder stand immer links von Lilly. Sie hatte kein rechtes Auge mehr, und konnte ihren Charly nur mit dem linken Auge sehen. Das wusste der kluge Esel Charly natürlich.
Eine Freundin durfte mit den Beiden marschieren, das war Jaqui. So waren die Drei ein besonderes Trio und lebten jahrelang mit all ihrem Sanftmut, ihrer Zufriedenheit und Stärke gemeinsam im Stall des Eselhauses.  

Jaqui starb und auch die Kleine Lilly ging vor ein paar Monaten in den Eselhimmel. Obwohl Charly schon einige Zeit fühlte, dass seine Kleine Lilly schwächer wurde, wollte er vielleicht doch nicht wahrhaben, dass es vor einigen Wochen der letzte gemeinsame Spaziergang mit seinem Esel-Mädchen auf die Weide war, und sie dort für immer einschlafen sollte.  
Am Tag nach Lillys Tod erlitt Charly eine schwere Kolik und musste in die Klinik. Man versuchte alles Menschenmögliche. Er bekam die besten Medikamente und Behandlungen, jedoch schien nichts wirklich zu helfen. Charly war nicht mehr der Gleiche, wie zu Lebzeiten seiner Lilly und kränkelte. Alles wurde versucht und ermöglicht, um Charly wieder Kraft zu geben. Vor ein paar Tagen legte er sich fest und wir wussten, dass es keinen Weg für Charly mehr gab. Es war dunkel geworden in seiner Welt. Es war, als wollte er uns sagen:

„Ich möchte zu meiner Kleinen Lilly“ 

Lieber Charly,  

Du hast wunderbare Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen. Du hast uns oft zum Lachen gebracht und, nun, in den letzten Wochen auch gezeigt, dass Tiere absolut leiden und trauern.
Danke, dass wir dich kennenlernen und lieben durften. Danke, dass du zu uns Vertrauen gehabt hast, und, dass wir deine Freunde sein durften.  

Mach’s gut, Charly. Du hast deine Kleine Lilly sicher schon entdeckt, da oben, im Eselhimmel. Vergesst uns nicht.  

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