
Nachruf Verena von Hellingrath
01.12.1940 – 18.12.2025
35 Jahre lebte Frau von Hellingrath für ihre Tiere
Der Entschluss, von Stöckelschuhen in Gummistiefel zu wechseln, kam Frau von Hellingrath in den Sinn, als ihr Lebensgefährte verstorben war. Damals beschloss sie, die Luxusboutique in München zu schließen und ihr Leben Streunern in den südlichen Ländern Europas zu widmen.
Das neue Leben als Tierschützerin brachte viel Arbeit, aber auch viel Freude
Es war ein einschneidender Entschluss gewesen und Frau von Hellingrath war sich bewusst, was ihre neue Rolle im Tierschutz bedeuten würde. Sie kaufte ein altes Schulhaus, gelegen zwischen München und Salzburg. Das Schulhaus war von einem wunderschönen, riesengroßen Naturgelände umgeben, und dort sollten nach der Renovierung und nach Umbauten 40 gerettete Hunde – manchmal auch mehr – ihre zweite Chance bekommen. Der gegründete Hunde-Gnadenhof Kaniori in Guttenburg gab rund 35 Jahre vielen geretteten Hunden ein geschütztes Zuhause.

2013 stellte Gut Aiderbichl Frau von Hellingrath und ihre vierbeinigen Schützlinge unter seinen Schutz
Schon viele Jahre zuvor verband Frau von Hellingrath und Michael Aufhauser, Gründer von Gut Aiderbichl, eine langjährige Freundschaft. So beschlossen die beiden Hundeliebhaber, das Projekt Kaniori in die Großfamilie von Gut Aiderbichl aufzunehmen. Michael Aufhauser, selbst umgeben von über 20 Hunden in seinem Haus in Salzburg, hatte in Frau von Hellingrath einen wunderbaren Menschen gefunden, der genauso wie er daran arbeitete, Streunern ein liebevolles und beschütztes Zuhause zu geben. Viele Hunde aus dem Kaniori Projekt wurden auch an tierliebe Menschen vermittelt.
Es war die Liebe und die Verbundenheit zu den geretteten Hunden, die ihr Kraft für die Arbeit gaben.
Frau von Hellingrath spürte, dass sie die Hunde brauchten, und sie wollte einfach für sie da sein. Sie empfand es als wichtige Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es ihnen gut ging, sie ein schönes Leben haben und sie auch immer wieder einen neuen Hund aus einer hoffnungslosen Situation retten konnte. Frau von Hellingrath verstand die kleinen Seelen wie wohl kaum ein Mensch auf dieser Welt.


Die schönsten Erlebnisse als Hundebetreuerin
In einem Interview mit Gut Aiderbichl im Jahr 2016 meinte Frau von Hellingrath:
„Wenn ich sehe, wie ein Hund, der total eingeschüchtert, ausgehungert und verzweifelt bei uns ankommt und hier dann in kürzester Zeit aufblüht, dann vergesse ich alle Strapazen. Da weiß ich dann wieder einmal, warum ich das alles schon so lange mache, jedes Mal aufs Neue ……“
Im Alter von 85 Jahren verstarb Frau Verena von Hellingrath.

Viele Menschen werden sie in Erinnerung behalten als jemanden, der sich über 30 Jahre für die Ärmsten der Armen eingesetzt hat. Wenn man mag, kann man sich vorstellen, dass sie und ihre vierbeinigen Freunde auf einer mächtig großen Wolke über uns ein gemeinsames neues Zuhause gefunden haben. Sechs Hunde, die Frau von Hellingrath noch unter ihrem Schutz hatte, haben nach dem Ableben ihrer Retterin ein neues, liebevolles Zuhause auf Gut Aiderbichl in Kärnten bekommen.
Man erkennt den Wert eines Menschen daran, wie er die behandelt, die nichts zurückgeben können.
– Albert Schweitzer
Von: Gisela Pschenitschnig, Gut Aiderbichl





