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2012

Für die letzten elf Schimpansen öffnen sich bald die Schuber zu ihren neuen, großen, schönen Außengehegen. Dorli, Carmen, Pumuckl, Spätzle, Benjamin, Denise, Star, Pepi, Fifi… Sie haben ein hartes Schicksal hinter sich. In den Versuchsreihen waren es gerade sie, die von ihren Gruppen getrennt wurden und in jahrzehntelanger absoluter Einzelhaltung leben mussten. Sie wurden in Freiheit geboren und als Kinder ihren erschossenen Müttern geraubt. Noch immer sind sie traumatisiert. Deshalb haben wir die Außengehege ihren besonderen Bedürfnissen angepasst. Als unsere anderen Schimpansen bereits den Geruch von Gras riechen, den Wind auf ihrer Haut fühlen, Vogelgesang hören und in der Sonne spielen konnten, wurde an den Anlagen für die besonders traumatisierten Schimpansen noch gebaut. Ihre Rundbogengehege wurden erst fertig, als es schon zu kalt war, um die Tiere nach draußen zu lassen. Im Frühjahr aber wird es für die elf soweit sein. Und wir alle sehen mit Spannung und Freude diesem Moment entgegen.


2011

Am 6. September 2011 werden die ersten 4 von insgesamt 11 großen Außengehegen fertiggestellt und im Beisein von Jane Goodall, dem Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und dem Gesundheitsminister Alois Stöger feierlich eröffnet. Die Bilder der ersten Momente der Schimpansen an freier Luft in ihren neuen Außengehegen gehen um die Welt. Die Fertigstellung der restlichen Gehege geht zügig weiter und wird 2012 abgeschlossen.


2010

Die Grundsteinlegung - Baubeginn für die Aussengehege

Der Plan. Die grauen Flächen zeigen die Affenhäuser. Die grünen Flächen die Aussengehege.

Sicherheit stand bei unseren Planungen an oberster Stelle. Denn wenn Schimpansen ausbrechen, können sie unberechenbar sein. Dennoch entsteht ein wahres Paradies. Auf einer Fläche von 7.200 qm werden sich die Schimpansen endlich unter freiem Himmel bewegen können.

Gut Aiderbichl hat sich zum langfristigen Ziel gesetzt, mit seinen Aiderbichler Schimpansen auf die Situation der Tiere in der Forschung hinzuweisen, aber auch darauf, dass Schimpansen in freier Natur vom Aussterben bedroht sind. Ein erster Schritt sind die Schimpansenausstellungen auf Gut Aiderbichl Henndorf bei Salzburg, auf Gut Aiderbichl Deggendorf und auf Gut Aiderbichl Iffeldorf nahe München. Resozialisierungs- und Enrichmentprogramme für die Schimpansen von Gänserndorf werden ab diesem Jahr intensiviert.


2009

Übernahme der Schimpansen durch Gut Aiderbichl

Michael Aufhauser und Dieter Ehrengruber unterzeichnen, in Vertretung der gemeinnützigen Gut Aiderbichl Stiftung Österreich, im Wiener Gesundheitsministerium einen Vertrag zwischen dem Land Niederösterreich, der Republik Österreich, der Firma Baxter und der Gemeinde Gänserndorf. Insbesondere die Firma Baxter, aber auch Land und Bund haben sich sehr bemüht, eine gute Lösung für die Affen von Gänserndorf zu finden. Die Schimpansen und Affen von Gänserndorf sind zu Aiderbichlern geworden. Renate Foidl, die Leiterin des Gut Aiderbichl Affen Refugiums, und Annemarie Kuti sind seit 18 Jahren treue Begleiter der Affen. Sie und ihr Team werden ebenfalls zu Aiderbichlern.

Michael Aufhauser berichtet:

Seit Februar 2009 befasst sich Gut Aiderbichl mit der Übernahme von 40 Schimpansen, einem Schweinsaffen und fünf Rhesusaffen. Ex-Labortiere, die teilweise infiziert sind. Vertreter von Bund und Land hatten uns kontaktiert, ob sich Gut Aiderbichl vorstellen kann, die Primaten, die sich jetzt in einer Konkursmasse befinden, zu übernehmen. Über Monate hinweg fanden zahlreiche Gespräche mit den Zuständigen, auch mit der Stadtgemeinde Gänserndorf statt.

Nachdem ich Augenkontakt mit den Ex-Labortieren hatte stand fest, dass wir uns bis ans Ende ihrer Tage um sie kümmern wollen. Ihnen möchten wir für das grosse Opfer, das sie uns Menschen gebracht haben, danken. Dieter Ehrengruber und ich besuchten die Schimpansen aus der Forschung in Gänserndorf bei Wien. Egal, was auch geschieht, haben wir uns entschlossen, wenn sich uns die Möglichkeit bietet, werden wir alles Erdenkliche daran setzen, dass aus den Affen von Gänserndorf Aiderbichler werden. Ihre treuen Pflegerinnen natürlich auch.

Als ich das erste Mal in ihre Augen sah.

von Michael Aufhauser

Mein erster Besuch bei den Affen in Gänserndorf.

Die Schimpansen leben hoch gesichert hinter dicken Gittern oder Panzerglas. Einer von ihnen, ein Weibchen namens Martha, saß hinter einer der dicken Scheiben und starrte mich an. Ihre Augen waren für mich so ungewohnt menschlich, und ich konnte mich ihr nicht mehr entziehen. Ich dachte daran, wie es gewesen sein mag, in Sierra Leone in Afrika, wo sie lebte. An jenem Tag, als die Affenfänger in den Urwald ausrückten. Schimpansen sind sehr intelligent, haben sicher die herannahenden Jäger bemerkt und alles ganz genau beobachtet. Sie können vernetzt denken und haben nach guten Verstecken gesucht. Nach dem ersten Schuss muss Panik ausgebrochen sein. Martha, die jetzt vor mir saß, war damals noch ein Kind, blieb bei ihrer sterbenden Mutter, hielt sich fest, umarmte sie. Ich weiß, dass Schimpansenkinder die ersten fünf Jahre ihres Lebens nicht von der Seite ihrer Mutter weichen, genauso wie Menschenkinder auch. Brutal wurde Martha, die nach der Mutter weinte, in eine Transportbox gesteckt. Tagelang Dunkelheit und fremde Geräusche. Als sich die Box endlich wieder öffnete, fand sich Martha in einem sterilen Versuchslabor wieder. Heute weiß ich, dass sie dort in ihrem Käfig die nächsten zwanzig Jahre verbracht hat und Versuche mit ihr gemacht wurden… All dass schien mir Martha durch die Panzerglasscheibe zu erzählen. Da war für mich klar, dass eine neue Ära meines Lebens beginnt, ein neues Kapitel für Gut Aiderbichl aufgeschlagen wird, und ich setzte mich gemeinsam mit Dieter Ehrengruber dafür ein, dass die Schimpansen Aiderbichler wurden.


Jahre der Gefangenschaft

1976

Die ersten Schimpansen (Gogo, Susi, Denise) kommen als Babys in den Tierversuch nach Orth an der Donau. Bei ihnen handelt es sich um Wildfänge aus Sierra Leone und dem Kongo. Einige unserer Schimpansen wurden für den Versuch (Aidsforschung) bewusst mit HIV infiziert. Andere waren sogenannte „Kontroll-Tiere.“

1992

Die „Labor-Schimpansen“ erhalten neue Käfige. Sie sind zwar etwas größer als diejenigen, in denen sie bisher gehalten wurden, aber noch viel zu klein für ein artgerechtes Leben. Infizierte Schimpansen werden weiterhin isoliert gehalten. Dennoch erlaubte die Leitung des Versuchslabors einem Fotografen, Aufnahmen zu machen.

1997

Durch eine Firmenübernahme kommt das Versuchslabor zum Konzern Baxter. Dieser macht keine Schimpansen - Versuche. So kommen die Schimpansen frei. Aber wohin mit ihnen? Fünf Jahre vergehen.

2002

Ausgestattet mit Geldern der Firma Baxter übernimmt der Safaripark in Gänserndorf alle Ex-Labor-Schimpansen und einige Tieraffen. Geräumige Gruppengehege werden gebaut. Zum Bau der Außenanlagen kommt es nicht mehr.

2004

Der Safaripark meldet Konkurs an und die Schimpansen und Tieraffen werden zur Konkursmasse. Fünf weitere lange Jahre vergehen...


Vorgeschichte:

Den Safaripark Gänserndorf gab es von 1972 - 2004. Dann ging er in Konkurs. Alle Tiere (ca. 800) wurden verkauft, bis auf die Schimpansen und fünf Tieraffen. Sie verblieben in der Konkursmasse, bis sie 2009 Aiderbichler wurden. Hier die Geschichte unserer Schimpansen und Tieraffen:


Zeitungsartikel