
Die Geschichte von Hirsch Bruno
Mitgefühl rettet Leben – nicht nur zur Weihnachtszeit
Zwischen den dichten, braunen Farnen ist Hirsch Bruno nur schwer auszumachen. Er lebt auf 2,6 Hektar zusammen mit vier Artgenossen nahe Klagenfurt. Was Kärnten zunächst nicht weiter verwunderlich erscheint, wurde in diesem Fall jedoch zum Problem:
Freilaufendes Wild ist ein Problem für den Straßenverkehr
Ursprünglich lebte Bruno in einem Gehege in Maiernigg (Kärnten). Doch im Sommer entkamen er und fünf seiner Artgenossen durch ein Loch im Zaun. Das ist gefährlich, denn freilaufendes Wild stellt eine erhebliche Bedrohung für den Straßenverkehr dar. Und auch für die Tiere selbst lauern viele Gefahren, unter anderem durch freilaufende Hunde. Zwei der entkommenen Hirsche mussten aus diesen Gründen bereits erschossen werden.
Die Hirsche hatten keine Zukunft
Dass Bruno noch am Leben ist, ist unser diesjähriges Gut Aiderbichl-Weihnachtswunder. Er ist ein lebendiger Beweis dafür, dass Mitgefühl Leben retten kann. Denn Bruno machte in diesem Sommer Bekanntschaft mit mehreren Hausbesitzern in der Gegend. Immer auf der Suche nach Essbarem streifte er umher, und die Bewohner ließen ihn gern teilhaben. Am Ende des Sommers war er so zahm, dass die Anwohner ihn aus der Hand füttern konnten – Karotten waren seine Leibspeise.
Er und drei seiner entlaufenen Artgenossen konnten im Herbst zurück in ihr Gehege gebracht werden. Sie waren endlich wieder zuhause. Doch dann der zweite Schock: Das Gehege sollte aufgelöst werden. Die Hirsche hatten keine Zukunft. Nach so vielen Widrigkeiten, die die Hirsche überstanden hatten, sollte es nun doch aus sein mit ihnen? Das konnten Brunos menschliche Freunde nicht zulassen. Deshalb wurde Irina Lino, Tierschützerin und Redakteurin von der Kronenzeitung, eingeschaltet. Auch Klaus Riegler, zuständiger Jagdleiter der Jagdgesellschaft Klagenfurt-Viktring, setzte sich dafür ein, nach Alternativen zu suchen. Ohne so viele schützende Hände hätte das Schicksal der Hirsche wohl anders ausgesehen.


Es war keine einfache Aufgabe
Als die Mitarbeiter von Gut Aiderbichl sich Richtung Klagenfurt aufmachen, ist es noch dunkel. Sie wissen: Die Hirsche auf dem großen Gelände einzufangen, wird keine einfache Aufgabe. Der Plan: die Tiere zu sedieren – die schonendste Methode, sie sicher einzufangen. Die Rettungsmission führt durch steiles Gelände und schwieriges Terrain. Ein Tierarzt begleitet das Team die ganze Zeit. Bis wirklich alle fünf Hirsche sediert werden konnten, vergingen Stunden. Auch das erfahrene Tierretter-Team kam an seine Grenzen. Als es schließlich geschafft ist und alle Damhirsche sicher auf dem Weg Richtung Gut Aiderbichl Kärnten sind, ist die Erleichterung groß.
Mitgefühl rettet Leben
„Ich bin Tierschützerin, seit ich denken kann“, sagt Irina Lino. „Bruno ist mir sehr ans Herz gewachsen. Dass er und die anderen jetzt leben dürfen, ist für mich ein echtes Weihnachtswunder.“ Dem können wir uns nur anschließen: Mitgefühl rettet Leben – nicht nur zur Weihnachtszeit.


















