
Die jungen Fasane
Mutige und selbstbewusste Hühner-Vögel
Ferdinand, Fiona, Flora, Franz, Frieda und Fritzi
Sechs vermeintliche Hühnerküken wurden in einer Tierarztpraxis in Kärnten abgegeben. Die Besitzerin erzählte, dass das Huhn von einem Auto überfahren worden sei. Die sechs Küken waren wohlauf und wurden liebevoll aufgezogen, bis sich herausstellte, dass es sich nicht um Hühner-Küken, sondern Fasan-Küken handelt.
Mittlerweile ein paar Wochen alt, hatten sie sich in der Tierarztpraxis an Katzen, Hunde und Menschen gewöhnt und gaben sich sehr zahm. Hier konnten die “kleinen Zwergerl”, wie sie liebevoll genannt wurden, leider nicht bleiben. Eine Anfrage bei der Tiernotfallstelle von Gut Aiderbichl ging zugunsten der jungen Fasane aus und sie konnten auf Gut Aiderbichl in Kärnten aufgenommen werden (Fritzi ist leider verstorben).
Wie kam der elegante, selbstbewusste Fasan nach Europa?
Die Heimat des Fasans, reicht vom Schwarzen Meer bis in den Osten Asiens. Zu Jagdzwecken wurde der Fasan in Europa, in den USA und in anderen Teilen der Welt angesiedelt.
Schon in der Antike galt der Fasan als Ziervogel und wurde auch wegen seines schmackhaften Fleisches gehalten. Durch die Römer kam der Fasan bis nach Mittel- und Westeuropa. Die Fasane lebten damals frei oder in den sogenannten Fasanerien. Heute lebt der europäische Bestand der Fasane in Deutschland, Frankreich, Dänemark, Ungarn, Rumänien und in Großbritannien.
Der natürliche Wohnraum des Fasans
Der Fasan bewohnt lichte Wälder und bevorzugt schilfbestandene Feuchtgebiete, die ihm Schutz bieten. Seine Nahrung besteht aus pflanzlicher Nahrung, wie beispielsweise Beeren und verschiedene Samen. Ein besonderer Leckerbissen sind Insekten und andere Kleintiere, wie den Kartoffelkäfer, Würmer und Schnecken.
Die Bejagung des Fasans
Die Jagdzeit für Fasane liegt im Herbst und im Winter. Zwar ist die freilebende Population der Fasane in Europas Kulturlandschaften stabil, um den Bestand der Fasane auf Dauer aufrechtzuhalten, werden Fasane gezüchtet und nach dem Schlüpfen ausgesetzt.
In sogenannten Zuchtfasanerien werden unter künstlichen Bedingungen Eier und Jungvögel produziert. In Wildfasanerien werden Eier durch Hühner, durch Puten, oder in Brutmaschinen ausgebrütet. Die Jungvögel werden in natürlicher Umgebung aufgezogen.
Jagd auf ausgesetzte Fasane
Fasane werden gezüchtet, dann „ausgewildert“ und von den Jägerschaften zum Abschuss frei gegeben. (Quelle: vgt.at/de/aktuelles). Vor der Jagd bleiben die Fasane einige Wochen in einem eingezäunten Bereich, in dem sie dann während der Treibjagd abgeschossen werden
Fasanenjagd ist eine Grausamkeit ohne Berechtigung
Fasane fliegen nicht gerne, sondern laufen lieber. (Quelle: David Richter, Fasanenjagd, 2024). Sie fliegen flach und in einer Linie. Auf den fliegenden Fasan werden pro Schuss 200 giftigen Bleikugeln geschossen. So wird er im Flug getroffen und vom Aportierhund dem Jäger gebracht. Nun hat sich der sinnlose Kreis der Fasanzucht für die Jagd geschlossen.
Der sinnlose Kreis endet mit dem Erschießen des Fasans
Der Kreis beginnt mit der Aufzucht des Fasans nach dem Muster des Haushuhns und danach erfolgt die Entlassung in die Natur, mit der die kleinen Tiere absolut keine Erfahrung haben. Es gab keine Eltern, die sie in die Gefahren der Natur einführen hätten können. So verhungern die Fasane in der Natur, werden leichte Beute für ihre natürlichen Feinde oder für ihre menschlichen Feinde am Tag der Jagd. Schreiende Menschen und Jagdhunde holen sie aus ihren Verstecken hervor, zwingen sie zum Fliegen, bis sie von unzähligen Bleikugeln getötet werden.
Aus ethischen Gründen ist eine derartige Behandlung und Tötung eines Tieres absolut abzulehnen.
Die glücklichen Fasane Ferdinand, Fiona, Flora, Franz und Frieda
Auf Gut Aiderbichl in Kärnten sind Ferdinand, Fiona, Flora, Franz und Frieda geschützt und fühlen sich unter den Hühnervögeln, die dort wohnen, gut aufgehoben. Stolz erhobenen Hauptes können die Fasane dort laufen und werden niemals wegen schreiender Menschen, die sie töten wollen, zum Flug gezwungen, um getötet zu werden.
Ethik besteht darin, daß ich mich verpflichtet fühle, allem Leben die gleiche Ehrfurcht entgegenzubringen, wie dem eigenen Leben.
– Albert Schweitzer
Von: Gisela Pschenitschnig, Gut Aiderbichl
















